Oensingen
OK-Präsident zur Zibelimäret-Absage: «Ungefähr die Hälfte der Vereine hätte nicht mitgemacht»

Obwohl die Organisatoren nichts unversucht liessen, kann der Oensinger Zibelimäret dieses Jahr nicht stattfinden.

Yann Schlegel
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Die Zwiebelzöpfe wären wieder vermehrt in den Fokus gerückt.

Die Zwiebelzöpfe wären wieder vermehrt in den Fokus gerückt.

Bruno Kissling

Die Zwiebeln sollten vermehrt in den Vordergrund rücken und der Markt so seinem Namen wieder gerecht werden. «Es tut schon weh», sagt OK-Präsident Max Keller, nachdem er eben die Absage des beliebten Oensinger Zibelimärts bekannt gab. Der gesamte Marktperimeter wäre voll gewesen. Die Organisatoren wollten das Angebot mit den Marktfahrern erweitern. Und zu den bisherigen Anbietern der Zwiebeln wäre ein vierter hinzugekommen. «Wir hätten auch vermehrt Vereine in den Verkauf der Zwiebeln miteinbezogen», sagt Keller.

Zwiebelkörbe an zahlreichen Ständen hätten der bunten Knolle wieder mehr Gewicht gegeben. Geplant war zudem eine Zone, in der die Marktbesucher eigenhändig Zwiebelzöpfe hätten binden können. All diese Neuheiten müssen die Organisatoren nun auf nächstes Jahr verschieben.

Grosser Respekt vor Corona bei Vereinen

Unter den gegebenen Umständen war an eine Durchführung des Zibelimärts Ende Oktober nicht zu denken. Dies erwies sich in einer Umfrage, welche das Organisationskomitee ergebnisoffen gestartet hatte. «Von den Vereinen erhielten wir mehrheitlich ein Nein – von den Marktfahrern mehrheitlich ein Ja», sagt Keller. Für die Vereine erwies sich die Lage offenkundig als zu unsicher. Sie hätten im August mit den Vorbereitungen starten müssen, erhielten jedoch gemäss Keller von zahlreichen Mitgliedern eine Absage. Viele wollten das Risiko nicht auf sich nehmen, in einem Fonduestübli oder an einer Bar in einem Festzelt zu servieren. Der Respekt «vor diesem Corona» sei gross. «Ungefähr die Hälfte der Vereine hätte auch bei einer Durchführung des Zibelimärets nicht mitgemacht», sagt Keller. Zudem rechneten die Vereine wegen den Auflagen mit Mindereinnahmen.

Das OK liess gleichwohl nichts unversucht. Statt eines dreitägigen Anlasses prüften die Verantwortlichen im Sinne der Marktfahrer auch eine einfache Variante des Zibelimärets als simplen Markt. Die Abklärungen beim Kanton ergaben, dass keine klaren Antworten auf viele offene Fragen vorliegen. «Hätten die Leute nur vom Norden nach Süden strömen dürfen? – Wäre es nur mit oder auch ohne Maske möglich gewesen?», benennt Keller zwei dieser Fragen. Auch hätten die Organisatoren vermutlich den Sicherheitsdienst ausweiten müssen. Das OK verwarf aus diesem Grund auch den Zibelimäret light.

Mit der frühzeitigen Absage entstehen der Gemeinde keine Unkosten. Das OK löste bisher keine Aufträge aus und beschränkte sich auf organisatorische Vorarbeiten. «Wir haben solange möglich alles versucht», sagt Keller. Am Ende hatten sie keine andere Wahl: Auch der Zibelimäret muss im Corona-Jahr ruhen.