Jodlerklub Gäu

Ohrenschmaus und Premierenfieber bei den Jodlern in Egerkingen

Der Jodlerklub Gäu (im Bild) und weitere Formationen traten vor ausverkauftem Hause auf.

Der Jodlerklub Gäu wartete in seinem abwechslungsreichen Abendprogramm mit mehreren Premieren auf.

Unter dem Motto «am Jodlertisch» servierte der Jodlerklub (JK) Gäu dem Publikum in der ausverkauften Halle des Mühlemattschulhauses Egerkingen einen mehrgängigen Ohrenschmaus und zauberte ein gesangliches Menü der Spitzenklasse auf den Tisch. Zusammen mit Gastformationen gestalteten die fünfundzwanzig Männer und fünf Frauen des JK Gäu einen abwechslungsreichen Unterhaltungsabend.

«Goudbachgiele» am Anfang

Den Auftakt machte das junge Handorgeltrio «Goudbachgiele usem Aentlibuech» mit dem Ländler «Für’s Brändli-Team». Die beiden Brüder Dominik und Koni Roos sowie Marcel Zemp aus Romoos stimmten das Publikum mit einem Reigen von lüpfigen Melodien auf den volkstümlichen Abend ein. Das eigentliche Konzert eröffnete der Jodlerklub Gäu unter der Leitung von Hans-Ruedi Zihlmann mit dem titelgebenden Lied «Am Jodlertisch» von Fred Kaufmann. Anschliessend stimmte die Gastgeberformation den «Heimweh-Jutz» an; das Doppeldutzend Männer breitete einen dichten vierstimmigen Klangteppich aus für die fünf sich abwechselnden Solistinnen, die in unartikulierten Silben den Trennungsschmerz in den höchsten Tönen besangen.

Einen Kontrapunkt setzte die von Franz Seewer dirigierte Jodlergruppe Lötschberg aus Frutigen, die sich ausnahmslos aus Männerstimmen zusammensetzt. Auch diese siebzehn Berner Oberländer trugen einen Jutz und ein Jodellied vor, den traditionellen «Morgentou-Jutz» und «Schwingerlüt vom Schwyzerland».

Premieren zu Hauf

Zwei Teenager, Martina und Roman Kissling, führten als Moderatoren durch den Abend. Das Geschwisterpaar besorgte die Ansagen in gereimten Versen aus der Feder von Pius Feierabend. Nach einem weiteren Intermezzo der Goudbachgiele konnten die beiden gleich mehrere Kleinformationen vorstellen, die alle aus den Reihen des JK Gäu stammen. Die erste, ein Trio bestehend aus Stefan Kissling, Pius Feierabend und Willi Hauri, sang «Zyt ha», eine Eigenkomposition von Pius Feierabend. Dabei handelte es sich um eine Uraufführung.

Ebenfalls eine Weltpremiere erlebte das Jodellied «Lueg uuf zur Stärnepracht» von Paul Schreiber, das Anja Wullschleger und Chorleiter Hans-Ruedi Zihlmann im Duett gemeinsam zum Besten gaben. Nicht genug der Premieren. Gleich anschliessend sang und jodelte die in eine schmucke Festtagstracht des Berner Aargaus gekleidete Anja Wullschleger zum ersten Mal als Solistin. Im Duett schliesslich traten Sonja von Arx und Brigitte Christ mit zwei Jodelliedern vors Publikum. Alle diese Kleinformationen ernteten kräftigen Applaus. Und alle wurden vom gut gelaunten Saal zu Zugaben gezwungen.

Finale mit «Senneball»

Einen weiteren Höhepunkt erreichte das abwechslungsreiche zweieinhalbstündige Programm, als der gesamte Jodlerklub Gäu das Lied «Wulche» von Jürg Röthlisberger intonierte. In diesem siebenstimmigen, zum Teil in der Molltonart gesetzten Jodellied kam der tragende, weiche Chorklang des Ensembles voll zur Geltung, die hellen Solostimmen über den satten Harmonien der Tenöre und Bässe ergaben ein schönes Klangbild, und die gepflegte prägnante Aussprache vervollständigten den begeisternden Gesamteidruck.

Der Präsident Werner Surer ehrte Hans-Ruedi Zihlmann, der sich seit 15 Jahre als Chorleiter engagiert. Schliesslich erfreute der Jodlerklub Gäu das Publikum mit dem «Senneball» als Zugabe, jenem Wettbewerbsvortrag, mit welchem er am eidgenössischen Jodlerfest in Brig im vergangenen Jahr die Bestnote erreichte.

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