Amtsgericht Thal-Gäu

Ohne Führerausweis, unkorrektes Verhalten bei Unfall und Drohung: Garagist verurteilt

Ein Garagist aus Oberbuchsiten muss sich des Fahrens ohne Fahrausweis verantworten. (Symbolbild)

Ein Garagist aus Oberbuchsiten muss sich des Fahrens ohne Fahrausweis verantworten. (Symbolbild)

Das Amtsgericht Thal-Gäu urteilte am Dienstag gegen einen Garagisten, der Sachschaden am Auto eines möglichen Kunden verursacht haben soll.

Der Angeklagte sass sichtbar angespannt im Gerichtssaal. Während des gesamten Verfahrens schüttelte er den Kopf, murmelte vor sich hin. Als der Gerichtspräsident und der Gerichtsschreiber sich zurückzogen, um zu beraten, verschwand er – ohne das Urteil abzuwarten. Am Telefon sagt er später, die Verhandlung sei reine Zeitverschwendung gewesen. «Gar eine Schweinerei.»

Der 52-jährige Garagist stand vor Gericht wegen eines Ereignisses, das sich vor drei Jahren abgespielt hat: Am 28. September 2017 soll er rückwärtsfahrend ein anderes Fahrzeug beschädigt haben. Letzteres war unterwegs zur Garage eben jenes Beschuldigten in Oberbuchsiten. Der Fahrer ging zum ersten Mal dort hin und hielt an, weil er den Weg nicht genau kannte. Der Garagist soll dann in die Front des Opels des potenziellen Kunden gefahren sein. Danach, so die Aussage des Privatklägers, sei der Beschuldigte zu seiner Garage zurückgefahren, habe laut ausgerufen und ihn gar mit einem Schraubenschlüssel bedroht. Als die Polizei bei der Unfallstelle ankam, verweigerte der Garagist jegliche Auskunft.

Der Garagist hat seit 2004 keinen Ausweis mehr

Der Opel-Fahrer reichte eine Anzeige wegen Drohung ein, zudem hielt die Staatsanwaltschaft dem Garagisten «Verletzung der Verkehrsregeln», «pflichtwidriges Verhalten bei Unfall» und «Vereitelung der Feststellung der Fahrunfähigkeit» vor. Und Fahren ohne Ausweis: Denn der Garagist besitzt seit 2004 keinen Fahrzeugausweis mehr. Gegenüber dieser Zeitung bestreitet der Beschuldigte im Nachhinein alle Vorwürfe. Seit 2004 sei er nicht mehr am Lenker gesessen, und der Unfall habe sich gar nicht ereignet. Er sieht sich gemäss eigenen Aussagen als Opfer eines Justizirrtums. Vor Gericht, und auch bei der Polizei, hatte er zuvor die Aussage verweigert – mit der Begründung, dass alles nur erfunden sei. So konnte sich Gerichtspräsident Guido Walser bloss auf Aussagen des Privatklägers und des Polizisten, der am Tag des Unfalls ausgerückt war, stützen.

Deren Auskünfte seien glaubhaft, so das Gericht, zudem seien Schäden am Opel von der Polizei festgestellt wurden. Demnach verurteilte das Gericht den Garagisten zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 50 Franken sowie einer Busse von 400 Franken und der Zahlung der Verfahrenskosten.

Wegen ähnlicher Sachverhalte vorbestraft

Die Strafe ist unbedingt, da der Garagist bereits zweimal vorbestraft ist: 2014 wurde er wegen mehrfacher vorsätzlicher Benützung eines Fahrzeuges ohne Fahrausweis, Beschimpfung, mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte verurteilt. Auch diese Verurteilung geschah während der Probezeit einer noch früheren Verurteilung wegen mehrfacher Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, übler Nachrede sowie Beschimpfung.

Die Staatsanwaltschaft hält in der Anklageschrift fest, der Beschuldigte habe «Schwierigkeiten, in Konfliktsituationen angemessen zu reagieren» und versuche, «das eigene Verhalten zu negieren».

Der Angeklagte hat gegenüber dieser Zeitung bereits angekündigt, das erstinstanzliche Urteil ans Obergericht weiterziehen zu wollen.

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