Balsthal
Ohne finanzielle Mittel, aber mit viel Leidenschaft

«Dodo Bahati»-Gründerin Marlene Zähner referierte vor dem Industrie- und Handelsverein Thal-Gäu-Bipperamt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Marlene Zähner bildet im Kongo Bluthunde und einheimische Wildhüter aus

Marlene Zähner bildet im Kongo Bluthunde und einheimische Wildhüter aus

zvg

An der Generalversammlung des Industrie- und Handelsvereins Thal- Gäu- Bipperamt (IHV-TGB) wird jeweils ein Referent eingeladen, der aus einem ganz anderen Tätigkeitsbereich als die Mitglieder des IHV stammt. Dieses Mal galt die Einladung der Tierärztin und Gründerin der Stiftung «DodoBahati», Marlene Zähner, Widen AG. «Sie erzählt uns eindrücklich von ihren Tierschutzprojekten im Ostkongo und damit darüber, wie man mit wenig Mitteln aber mit sehr viel Leidenschaft Nutzen generieren kann. Das hat auch mit Wirtschaftlichkeit zu tun», meinte der Präsident der IHV, Peter Dietschi, Laupersdorf.

Marlene Zähner berichtete, dass sie, ausgebildete Tierärztin und international gefragte Spezialistin für «Mantrailing» – mit einer Leidenschaft für die Rasse Bloodhound – durch Zufall dieses Projekt zum Schutz von Wildtieren gegründet habe. 2011 erhielt sie einen Telefonanruf aus Afrika: Der Direktor des Virunga Nationalparks, im Osten der Demokratischen Republik Kongo gelegen, bat sie um Hilfe, um mit Bluthunden gegen die grassierende Wilderei im Nationalpark vorzugehen. Insbesondere gelte es, die vom Aussterben bedrohten Berggorillas zu retten. Nach mehreren E-Mails hin und her willigte Zähner ein und sie reiste nach Zentralafrika mitten ins Konfliktgebiet. Seither leitet die engagierte Naturschützerin und Tierärztin den Aufbau einer hoch spezialisierten Hundestaffel, um die Wilderei zu bekämpfen. Ihr Vorhaben war nicht einfach, denn die Ranger des Parks hatten keine Erfahrung im Umgang mit Hunden.
Die Infrastruktur im Ost-Kongo ist mehrheitlich zerstört, es grassiert Kidnapping, immer wieder Ebola, es gibt keine medizinische Versorgung, weder für Menschen noch für Tiere. Doch mit Hartnäckigkeit, mit einem grossen Netzwerk in ganz Europa und dem Bekanntmachen ihres Projekts in Film und Fernsehen ist ihr vieles gelungen.

Heute können sechs Bluthunde und zwei Springer Spaniels im Gebiet zur Entdeckung von Wilderei eingesetzt werden. Zehn Rangers kümmern sich um die Hundestaffel. «Obwohl wir immer drei Schritte gehen und zwei wieder zurückmüssen und auch Tragisches passiert ist, haben wir auch viel erreicht», sagt Zähner. Aus dem Hundeprojekt heraus entstand auch der Bau eines Waisenhauses mit heute 76 Kindern, der Bau eines Kindergartens mit vier Lehrerinnen und über 50 Kindern. «Wir können dank Spenden armen Familien das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen», so Zähner. Neu hat sie auch ein Projekt mit Suchhunden auf den Kapverdischen Inseln, wo die Hunde zum Schutz der Meeresschildkröten am Ufer eingesetzt werden, ins Leben gerufen. Sie sagt heute nicht ohne Stolz: «Seit wir im Virunga Nationalpark sind, ist die Wilderei massiv zurückgegangen und die Tiere kommen wieder zurück.» Die Anwesenden waren von Zähners Ausführungen stark beeindruckt. Statt eines Referenten-Honorars spendet der IHV-TGB einen Beitrag an die DodoBahati-Stiftung (s. Fussnote kursiv).

Drei neue Mitglieder – vier Demissionen

Zur 46. Generalversammlung trafen sich 50 der insgesamt 130 Mitglieder zählenden Vereinigung. Präsident Peter Dietschi konnte in seinem Jahresbericht von einem ruhigen, vergangenen Vereinsjahr berichten. Beschäftigt habe die Vereinigung die Abstimmung zur kantonalen Steuerreform, die aus Sicht der Wirtschaft nun gut ausgegangen sei. Die Rechnung des IHV schliesst mit einem kleinen Reingewinn von 536 Franken. Das Eigenkapital beträgt nun neu knapp 96000 Franken. Das Budget 2020 sieht die fast gleichen Budgetposten vor wie im vergangenen Jahr, erläuterte die Kassierin Gabriela Graf. Die Vereinigung finanziert sich vorwiegend durch die Einnahmen der Mitglieder, die pro Jahr 350 Franken bezahlen. Neumitglieder bezahlen 500 Franken. So kommt ein Ertrag von rund 39000 Franken jährlich in die Kasse. Die IHV kann drei neue Mitglieder in seinen Reihen willkommen heissen: Valiant Bank, Langenthal, SoloMania Pastafabrik Welschenrohr und Fluri AG Generalbau Mümliswil. Ausgetreten sind vier Firmen.

Der Präsident machte auf das diesjährige Jahresprogramm aufmerksam. Unter «Mutationen» musste der Präsident Evelin Jenny verabschieden, welche nach acht Jahren administrativer Tätigkeit für den Verein dieses Amt an Vroni Oegerli übergibt.

DodoBahati Stiftung für den Schutz der letzten Wildtiere, Marlene Zähner, Gugelmattstr. 36, 8967 Widen info@dodobahati.ch www.dodobahati.ch

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