Lostorf

Offene Jugendarbeit in Lostorf startet ihre Anlaufstelle

Markus von Däniken (Gemeindeschreiber), Sandra Hunziker (Jugendkommission), Elvira Grignoli (Präsidentin Jugendkommission), Stefanie Wyss (Offene Jugendarbeit), Vincenzo Imperia (Jugendkommission) und Susi Segna (Präsidentin a. i. der römisch-katholischen Kirchgemeinde) vor dem Pfarrhof, in dem die Anlaufstelle untergebracht ist.

Markus von Däniken (Gemeindeschreiber), Sandra Hunziker (Jugendkommission), Elvira Grignoli (Präsidentin Jugendkommission), Stefanie Wyss (Offene Jugendarbeit), Vincenzo Imperia (Jugendkommission) und Susi Segna (Präsidentin a. i. der römisch-katholischen Kirchgemeinde) vor dem Pfarrhof, in dem die Anlaufstelle untergebracht ist.

Zwei Monate nach dem Entscheid an der Gemeindeversammlung öffnete die Anlaufstelle der Offenen Jugendarbeit zum ersten Mal ihre Türen im Martinskeller. Geleitet wird sie von Stefanie Wyss, die in Lostorf ihre Kindheit verbrachte.

Am Mittwochabend öffnete die Offene Jugendarbeit Lostorf im Pfarrhof im Martinskeller ihre Anlaufstelle. Damit ist Lostorf rekordverdächtig schnell. Denn es ist erst zwei Monate her, dass die Gemeindeversammlung zum Konzept Ja gesagt und den entsprechenden Kredit bewilligt hat.

Ein neues Kapitel

«Mit dem heutigen Tag starten wir offiziell ein neues Kapitel in der Geschichte Lostorfs», meinte Elvira Grignoli, die Präsidentin der Jugendkommission, in ihrer Begrüssung mit sichtlicher Freude über das Erreichte. «Ab heute können wir stolz sagen: Lostorf ist das Dorf, das etwas für seine Jugend tut.» Dem an der Eröffnungsfeier anwesenden, altersmässig bunt gemischten, rund sechzigköpfigen Publikum rief Elvira Grignoli aber auch in Erinnerung, dass die Anlaufstelle nur einer der Begegnungsorte ist, wo Offene Jugendarbeit stattfinden soll. «Offene Jugendarbeit geht auch hinaus, an die Orte, wo sich die Jugendlichen aufhalten. Sie geht in die Schulen, führt Veranstaltungen durch und realisiert Projekte.»

Ideen für Projekte

Ein solches Projekt könnten Räumlichkeiten für einen Jugendtreff sein. Der Weg ist aber nicht vorgespurt. Elvira Grignoli: «Themen und Interessen der Jugendlichen wandeln sich ständig, und die Offene Jugendarbeit muss sich immer wieder neu auf ihre Zielgruppen einstellen. Wir wissen heute für Lostorf noch nicht, welchen Weg die Jugend mit der Offenen Jugendarbeit einschlagen wird. Wir sind gespannt, wohin die Reise geht. Geführt wir die Reise aber immer vom gleichen Kerngedanken, nämlich dem, die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten.»

Eine wichtige Begleiterin auf dieser Reise ist die Jugendarbeiterin Stefanie Wyss, die die Gelegenheit nutzte, sich vorzustellen. Sie ist in Lostorf aufgewachsen und kennt das Dorf.

Jugendarbeiterin Stefanie Wyss

Stefanie Wyss: «Ich habe gute Erinnerungen an meine Kindheit in Lostorf», erklärte sie. «Wenn ich an meine Jugendzeit zurückdenke, kommen mir aber auch Situationen in den Sinn, die heute noch fortbestehen: fehlende Aufenthaltsorte für Jugendliche – ob drinnen oder draussen – Probleme mit Anwohnenden. Ich freue mich nun sehr, diese Situation zu ändern und mehr Angebote für Jugendliche in Lostorf zu bieten.»

Ein wesentlicher Aufgabenbereich der Jugendarbeit ist die Vernetzung, Koordination und die Öffentlichkeitsarbeit. Damit hat sie schon begonnen und hat bereits Gespräche mit den Schulleitungen von Primar- und Kreisschule und mit anderen Jugendarbeitsstellen geführt.

Stefanie Wyss wird sich allerdings nicht nur im Büro und in Sitzungen aufhalten. Sie hat vor, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im öffentlichen Raum aktiv aufzusuchen, um so den Kontakt mit ihnen herzustellen und Beziehungen aufzubauen und ihnen Beratung und Unterstützung anzubieten.

Die Jugend wirkt mit

Marco Setz, Mitarbeiter Regionalstelle Nordwestschweiz von Infoclick, zeigte am Projekt «Jugend mit Wirkung», wie die Jugendarbeit in Lostorf aussehen könnte. Indem zum Beispiel ein Jugendmitwirkungstag organisiert wird. Die Idee dahinter ist, dass die Jugendlichen die Möglichkeit erhalten sollen, in der Gemeinde ihre Ideen und Wünsche zu formulieren und einzubringen.

Ein Jugendmitwirkungstag wird in drei bis vier Sitzungen von einem Komitee organisiert, in dem Jugendliche aktiv und mitbestimmend mitarbeiten. Ziel eines Jugendmitwirkungstages ist das Herauskristallisieren von Projekten, die in der Gemeinde realisiert werden könnten – nicht die Realisierung selbst. Diese kann dann in späteren Schritten angepackt werden. Marco Setz nannte Beispiele aus der Region Solothurn, wo etwa ein Openair Kino auf die Beine gestellt wurde, ein Jugendraum in Form eines Baucontainers, eine Skateranlage, eine Eisbahn, die jeden Winter wieder betrieben wird.

Hier steht den Verantwortlichen für die Jugendarbeit in Lostorf noch ein Stück Aktivierungsarbeit bevor. An der Eröffnungsfeier der Anlaufstelle traten die Jugendlichen selbst nicht besonders aktiv in Erscheinung. Sie waren aber auch nicht abwesend. Erstens waren sie unter den Gästen vertreten, und zweitens bereicherten sie den Anlass musikalisch mit der einheimischen Jugendband Black Fire.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1