Jeweils am Ende einer Session der Eidgenössischen Räte berichten die Solothurner SVP-Nationalräte am Parteianlass «SVP bi de Lüt» über das Geschehen in Bundesbern und ihre eigenen Aktivitäten. Am Mittwoch taten dies vor rund 40 Personen im Hotel Egerkingen Christian Imark und Walter Wobmann.

Zentrale Themen waren die für die SVP «nicht akzeptable Umsetzung» der Masseneinwanderungsinitiative und die Energiestrategie 2050 des Bundes, die als Mogelpackung bezeichnet wurde.

Grössere Zufriedenheit löste bei den Nationalräten das nach dem Anlass geführte Gespräch mit Diana Stärkle aus. Die 59-jährige Berufsschullehrerin, die kürzlich als Kantonsratskandidatin nominiert wurde, suchte insbesondere die Unterstützung von Walter Wobmann.

Dabei ging es primär um die Wiederbelebung der seit rund einem Jahrzehnt in der Versenkung verschwundenen SVP Egerkingen. Stärkle wohnt seit Juli 2015 in Egerkingen und möchte sich im Dorf politisch engagieren. Aufgewachsen ist sie im Aargau und wohnte zuletzt in Ersigen im Kanton Bern.

Gründung mit Partei-Promis

Sinnigerweise war Wobmann schon bei der Anfang April 2005 ebenfalls im Hotel Egerkingen vollzogenen Gründung der Ortspartei dabei gewesen. Mit von der Partie war auch der heutige Bundesrat Ueli Mauer, damals noch Präsident der SVP Schweiz.

Genützt hatte der Support der SVP-Prominenz allerdings nichts: Bei der Gemeinderatswahl vom 24. April 2005 – mit Verkleinerung des Rates von 12 auf 7 Sitze – verlor die SVP mit einem Stimmenanteil von 9,13 Prozent ihren einzigen Sitz.

Diesen hatte die SVP ohnehin nur geerbt, weil Edgar Hutter während der Amtsperiode von der damals noch existenten IG pro Egerkingen zur SVP konvertierte. Die FDP blieb mit 4 Sitzen stärkste Partei im Rat, gefolgt von der CVP mit 3 Sitzen. Nach dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat verschwand die SVP von der Bildfläche.

Dies möchte nun Diana Stärkle ändern und wandte sich deshalb an Wobmann. Zusammen mit ihm und SVP-Amteiparteipräsident Rolf Joachim wurde beschlossen, die eingeschriebenen Mitglieder der SVP Egerkingen zu kontaktieren, mit dem Ziel, die Partei wieder auf Kurs zu bringen. Wobmann ist überzeugt, dass es dafür genügend Potenzial gibt. «Ich habe Diana Stärkle meine volle Unterstützung zugesagt.»

Auch Rolf Joachim will Stärkle bei ihrem Vorhaben zur Seite stehen. «Für Egerkingen und die SVP ist Diana Stärkle ein Glücksfall. Sie will sich politisch engagieren und scheut sich nicht davor, die notwendige Arbeit zu leisten.»

Stärkle hat inzwischen damit begonnen, bekannte SVP-Mitglieder im Dorf zu kontaktieren, um diese wieder ins Parteiboot zu holen. Erste Reaktionen seien vielversprechend, sie brauche aber noch bis im Januar Zeit, um die anvisierten Ziele in Angriff nehmen zu können.

Dazu gehört neben der Wiederbelebung der Partei auch die Suche nach Kandidaten für die Gemeinderatswahlen im kommenden Jahr. Im Vordergrund stehe nicht, möglichst viele Kandidaten aufzustellen. «Wir möchten Leute für eine Kandidatur gewinnen, die ein solches Amt gerne ausüben und dafür das nötige Rüstzeug mitbringen.»

Kandidatur für Gemeinderat

Ihr Engagent für die Gemeinde begründet Stärkle mit der Verbundenheit mit dem Dorf und weil es ihr in Egerkingen so gut gefalle. «Wir wurden sehr gut aufgenommen und fühlen uns hier wohl», sagt die Mutter vor drei erwachsenen Kindern.

Egerkingen verdiene als attraktive Wohngemeinde aber mehr positive Nachrichten, als dies in jüngster Zeit der Fall gewesen sei. Sie wolle dazu beitragen, dass das Selbstbewusstsein der Gemeinde gestärkt und die positiven Seiten des Dorfs wieder vermehrt wahrgenommen werden.

Deshalb kann sich Stärkle auch eine eigene Kandidatur für den Gemeinderat vorstellen, wie sie erwähnt. Nun gelte es aber zuerst, die örtliche SVP neu zu formieren. Wenn das gelinge, werde sie sich auch für das Parteipräsidium zur Verfügung stellen.