Bürgergemeindepräsident Remo Liechti durfte im Berggasthof Roggen, wo traditionell die Rechnungsgemeinde stattfindet, mit 53 Stimmberechtigten eine überaus grosse Anzahl Bürgerinnen und Bürger begrüssen, darunter Ehrenbürger Urs Berger. Zwei Gäste mit Heimweh-Oensinger Ernstpeter Heiniger sowie «Oensingerli»-Busfahrer Markus Schmid vervollständigten die Versammlungsrunde.

An der letzten Gemeindeversammlung vom im Dezember 2014 wurde dem Bürgerrat von Max Bobst (Hesselbergweg) die Aufgabe erteilt, ein Postautobetrieb auf den Roggen zu prüfen. Ein Dreier-Gremium unter der Leitung von Roland Bobst machte sich in der Folge an die Arbeit, um rechtliche und finanzielle Fragen abzuklären. Die Idee, auf privater Basis den Busbetrieb zu bewältigen, haben sich jedoch schon früh zerschlagen. So stand der Ortsbus bald einmal im Vordergrund. 

Danach wurden Abklärungen mit der PostAuto Schweiz AG vorangetrieben, zumal ja das «Oensingerli» sowohl am Sonntag wie auch teilweise am Samstag keine Fahrten ausführt und somit zur Verfügung steht. Bereits im Vorfeld hatte ein Bericht in dieser Zeitung (siehe Ausgabe vom 20. Mai 2015) über die geplante Verbindung nur positive Reaktionen in der Bevölkerung ausgelöst.

Eckdaten der Freizeitlinie

Den Bürgerinnen und Bürgern konnte folgender Vorschlag für diese Freizeitlinie präsentiert werden:

  • Der Ortsbus kann in der Zeit vom 1. Mai bis 1. November samstags am späteren Nachmittag zwei Fahrten und am Sonntag fünf Fahrten sowie an allen Feiertagen auf den Roggen ausführen (vor dem Mittag drei Fahrten, am Nachmittag zwei Fahrten).
  • Dabei gelten alle Fahrkarten und Abos, die für den öffentlichen Verkehr Gültigkeit haben.
  • Die Pilotphase dauert zwei Jahre und kostet die Bürgergemeinde pro Jahr 20 170 Franken.
  • Haltestellen für die Fahrt auf den Roggen sind geplant beim Bahnhof, bei der Post, beim Schulhaus Oberdorf, im oberen Teil der Schlossstrasse (alle bereits vorhanden beim aktuellen «Oensingerli») sowie neu beim Parkplatz Roggenstrasse (Neu Bechburg) und beim Parkplatz Roggen.

Dass dieses Bürgergemeinde-Projekt durchwegs positiv Anklang findet, wurde nicht zuletzt dadurch bestätigt, dass in der Diskussionsrunde keine Fragen gestellt werden und der Vorschlag «Busverbindung auf den Roggen» danach einstimmig gutgeheissen wurde.

Eine Einbürgerung verweigert

Der Bürgerpräsident orientierte die Versammlung ferner über jene Personen, die laut Reglement vom Bürgerrat direkt und jüngst eingebürgert wurden. Es sind dies Dominik Bader mit Ehefrau Lydia und den Töchtern Alisha und Viviane sowie Igor Vukojevic (Bosnischer Staatsangehöriger).

Nicht eingetreten ist der Bürgerrat hingegen auf das Gesuch von Sanja Cosic (serbische Staatsangehörige), weil diese Frau kaum eine Frage über die Schweiz oder ihrer Wohngemeinde richtig beantworten konnte. Sie gilt deshalb als zu wenig integriert. Unterstützt wurde dieser Entscheid im Bürgerrat aufgrund der bereits vorgenommen Vorabklärungen und Empfehlung durch das Oberamt. Zwischenzeitlich allerdings hat die Gesuchstellerin dagegen rekurriert und es wird sich weisen, wie die kantonalen Behörden schliesslich entscheiden werden.

Auf Vorschlag des Bürgerrates hat die Versammlung zwei anderen Gesuchen zugestimmt. Erhalten werden das Oensinger Bürgerrecht Khadija Ait Chdid und Tochter Rania (Marokkanische Staatsangehörige) sowie Ganimete Toski mit Sohn Lorent (Kosovarische Staatsangehörige).