Das Energiestadt-Label sei nicht nur ein Markenzeichen, sondern Ausdruck eines umfassender Prozesses, der die jeweilige Gemeinde über verschiedene Stufen zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltpolitik führe. Dies wurde im Gemeinderat bei der Beratung der Zukunft des Energiestadtlabels festgehalten. Oensingen arbeitet seit 2004 mit dem Instrument Energiestadt. Die Gemeinde hat 2008 und 2012 die nötige Punktzahl erreicht und das Label Energiestadt zugesprochen erhalten.

Die geltenden Statuten und das Reglement des Trägervereins Energiestadt sehen im Abstand von vier Jahren eine Zertifizierung der Energiestädte vor. Dazu wird der aktuelle energiepolitische Umsetzungsgrad beurteilt. Zudem muss ein energiepolitisches Programm für mindestens weitere vier Jahre vorliegen. Mit dieser neutralen Erfolgskontrolle will Energie Schweiz die Kontinuität einer umweltgerechten und wirtschaftsfreundlichen Politik und damit die Glaubwürdigkeit des Labels Energiestadt sicherstellen.

Dieser «Re-Audit» genannte Rezertifizierungsprozess steht für die Gemeinde Oensingen dieses Jahr an. Der energiepolitische Umsetzungsgrad wurde Anfang Jahr beurteilt und das energiepolitische Programm erarbeitet. Dieses soll durch den Gemeinderat am 22. August verabschiedet werden.

Gewichtige Projekte umgesetzt

Die Projektbegleitung erfolgt seit Sommer 2011 durch den Energiestadtberater und Umweltnaturwissenschaftler Patrick Bussmann. Bis dato liegen die jährlich verfassten Ergebnisse der Energiestatistik Oensingen 2006 bis 2016 sowie der Energiebericht kommunalen Gebäude und Anlagen 2016 vor.

Als herausragendes Projekt erwähnt der Gemeinderat den mit Holzschnitzel betriebenen Wärmeverbund. Er ist seit Dezember 2011 in Betrieb. Als weiteren Markstein wurde der Betrieb des Ortsbusses auf dem Gemeindegebiet hervorgehoben. Dessen Fortführung nach Ablauf der dreijährigen Pilotphase Ende 2016 wurde von der Gemeindeversammlung deutlich beschlossen (wir berichteten). Weiter zu den wichtigen Projekten gezählt wird der Wasserverbund zwischen den Gemeinden Oensingen und Balsthal sowie der Bau des Sportzentrums Bechburg mit Multifunktionshalle im Minergiestandard.

Um die Kosten für die Umsetzung des energiepolitischen Programms bis 2020 abzudecken, sollen 2017, 2018 und 2019 jeweils 13'000 Franken sowie 2020 21'000 Franken ins Budget aufgenommen werden. Die Leiterin Finanzen wurde mit der Umsetzung beauftragt. Für die Energiestadt-Aktivitäten 2017 bis 2020 sind ferner folgende Budgetposten vorgesehen: Mitgliederbeitrag Energiestadt 3'000 Franken pro Jahr; Jahresberichte (Oensingen und kommunale Gebäude und Anlagen) 3'000 Franken pro Jahr; Energiestadtberatung, Expertisen (max.) 7'000 Franken pro Jahr; Re-Audit 2020 15'000 Franken.

Der Gemeindepräsident wurde beauftragt, die Re-Zertifizierung bei der Labelkommission zu beantragen. Die Übergabe des Labels soll am 2. November in Balsthal stattfinden. (eva)