Am 27. Oktober ist der Oensinger Ehrenbürger und alt Bürgerpräsident Urs Berger im Alter von 79 Jahren verstorben. Geboren wurde er am 26. April 1938. Nach seinen Schuljahren in Oensingen absolvierte er die Lehre als Kaufmann bei der Jura in Niederbuchsiten.

Später arbeitete er bei der Von Roll AG in der Buchhaltung. Die Frucht AG war eine weitere Station (natürlich in der Buchhaltung) in seiner beruflichen Tätigkeit, ehe er sich selbstständig machte und dabei mit Weinen aus aller Welt handelte.

Seine Liebe und Verbundenheit zur Bürgergemeinde begann schon im frühen Alter von 23 Jahren als Mitglied bei der Rechnungsprüfungskommission. Von 1965 bis 1977 folgte der Einsitz im Bürgerrat. Im Herbst 1977 hatte Urs Berger das Präsidium der Bürgergemeinde übernommen, welches er danach 36 Jahre innehatte.

Meilensteine gesetzt

Vor vier Jahren hatte er sich entschlossen, kürzerzutreten. Jedoch ganz hatte Urs Berger die Bürgergemeinde nie verlassen, denn bis zu seinem Ableben war er noch Mitglied der Forstkommission. Da zu seiner Passion auch der Aktienhandel gehörte, managte er weiterhin unter anderem auch höchst erfolgreich Vermögen der Bürgergemeinde.

Urs Berger war ein Visionär und gleichzeitig auch ein Macher. Meilensteine, die er in den letzten Jahrzehnten gesetzt hatte, waren unter anderem die Initiierung der ersten Holzschnitzel-Heizungen in Oensingen, die Zusammenlegung des Fortsreviers Oensingen–Oberbuchsiten, der Bau des Forstwerkhofes Brüggmatt, die Lancierung des Projektes Alterswohnungen, der Neubau des Bürgerhauses auf dem Roggen, die Photovoltaikanlage auf dem neuen Werkhofdach sowie die massgebende Förderung des Wohn-Entwicklungsschwerpunktes Leuenfeld. Ein grosses Anliegen war Urs Berger immer auch das der Bürgergemeinde gehörende Bergrestaurant Roggen. Leider fand sein 20 Jahre dauernder Kampf für eine bessere Strasse auf den Roggen beim Kanton kein Gehör.

Erfolgsbeteiligung am Kieswerk

Das weitaus grösste und wichtigste Projekt in der Ära Berger war die Kiesgrube Aebisholz. Als gewiefter Rechner und unternehmerisch denkender Mann erkannte er die Perspektive dieses Geschäftes, und schaffte es, die Bürgergemeinde angemessen am Erfolg des Kieswerks zu beteiligen.

Die finanzielle Basis für die prosperierende Bürgergemeinde war damit für Jahrzehnte gelegt. Ebenfalls zukunftsträchtig und nachhaltig ist das unter Führung von Urs Berger zusammen mit der AEK realisierte Holz-Heizkraftwerk, mit dem zahlreiche Oensinger Gebiete mit Heizwärme versorgt werden.

Urs Bergers Lebenskreis hat sich nun geschlossen, doch sein immenses und uneigennütziges Engagement wird in den Werken der Bürgergemeinde weiterleben. Urs Berger hinterlässt vor allem auch in den Familien der Söhne Thomas und Christof eine grosse Lücke, denn er war ein stets grosszügiger und Anteil nehmender Vater, Schwiegervater und Grossvater. (bwh/who)