«Schutzwaldprojekt Ravellen
Oensingen erhält eine temporäre Seilbahn

Um die Holzarbeiten zum «Schutzwaldprojekt Ravellen» auszuführen, wird eine 250 Meter lange Seilbahn für den Transport montiert.

Bruno W. Heiniger /Mathias de Rivo
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Voraussichtlich ab dem 26.Januar fährt drei Tage lang eine «Seilbahn» den Berg hoch.

Voraussichtlich ab dem 26.Januar fährt drei Tage lang eine «Seilbahn» den Berg hoch.

Bruno Kissling

Die verschiedenen Sturmereignisse in der Vergangenheit, die Baumkrankheit Eschenwelke und die jüngsten Trockenheitsschäden haben gezeigt, dass einzelne Bäume im Gebiet Ravelle in Oensingen nicht mehr standfest und vital sind. Dadurch gefährden sie Waldbesucher.

Um einen stabilen und vitalen Wald zu gewährleisten, ist deshalb ein Holzschlag unumgänglich. Der ganze Perimeter ist als Schutzwald ausgeschieden und schützt zudem auch vor Steinschlag. Ein Drittel der gefällten Bäume werden im Bestand belassen, das heisst diese Bäume stoppen auch die in Bewegung kommenenden Steine.

Installationsplatz auf der «Ebeni»

Ein Teil der Holz-Arbeiten in diesem Gebiet ist bereits im letzten Frühling ausgeführt worden. Ab Montag, 18. Januar, wird die Arbeit fortgesetzt. Ausgangspunkt für diese umfangreichen Holzschlagarbeiten ist die Geländeterrasse vor der Ravelle, genannt «Ebeni». Diese grössere Grünfläche bietet die Möglichkeit der Einrichtung des Installationsplatzes.

Nach erfolgtem Start der Holzschlagarbeiten durch den Forstbetrieb am kommenden Montag wird während rund sechs Arbeitstagen vermehrt der Motorsägen-Lärm in der näheren Umgebung zu hören sein. In dieser Zeit werden vorerst die schon vorgängig markierten Bäume geschlagen.

Danach erfolgt die Aufstellung und Einrichtung einer rund 250 m lange Seilbahn, was mindestens einen Arbeitstag benötigt. Die eigentliche Holzverschiebung mit der «temporären Seilbahn» wird gegen drei Tage in Anspruch nehmen. Selbstverständlich wird nach diesem Holzfalleinsatz auch das betroffene Wanderwegenetz von Ästen geräumt und gesäubert, ebenfalls wird auf der «Ebeni» der Installationsplatz zurückgebaut.

Die Wanderwege, welche durch das vorgesehene Holzschlaggebiet führen, können ab kommenden Montag im Waldgebiet zwischen Schloss/Schlosswäldli und dem Ravellenweg voraussichtliche bis Ende Februar nicht mehr benützt werden. Die Bevölkerungwird gebeten, die entsprechenden Abschrankungen zu beachten und sich an die Vorgabe der Massnahmen zu halten. Auch soll man sich auf keinen Fallausserhalb der Arbeitszeiten ins Holzschlaggebiet begeben.

Die Projektherrschaft/Ansprechpartner zu diesem Schutzwaldprojekt Ravellen obliegt dem Forstbetrieb der Bürgergemeinde Oensingen.

Wie ein Schutzwald entsteht

Im vergangenen Jahrzehnt wurde unterhalb der Ravellenfluh festgestellt, dass das Siedlungsgebiet durch Steinschlag gefährdet ist. Entsprechend wurde ein entsprechendes Schutzwald-Projekt ausgearbeitet. Dieses umfasst den Wald am Fuss der Ravellenfluh. Es sieht vor, in gefährdeten Gebieten Vorkehrungen zu treffen, damit Naturgefahren wie Lawinen, Erosionen oder eben «Steinschläge» verhindert oder abgebremst werden.

Da bauliche Massnahmen sehr kostenintensiv sind, wird versucht, zwischen Felswand und dem Siedlungsgebiet eine Schutzwirkung aufzubauen. Einzelne Bäume werden dazu etwas höher abgesägt als üblich. So bilden diese hohe Stöcke bis zum Aufkommen ausreichender Jungbäume Hindernisse für herunterrollende Steine und haben somit noch immer eine Schutzfunktion. Aus demselben Grund werden vereinzelt Stämme schräg zur Falllinie liegen gelassen.