Um dieses Ziel zu erreichen, ist am Dienstag bei der Holz-Heizzentrale auf dem Brüggmattareal in Oensingen mithilfe eines mächtigen Mobilkranes ein zweiter Heizkessel angeliefert worden.

Er kann 2000 kW Heizenergie liefern, fast dreimal mehr als der erste Heizkessel, der seit Dezember 2011 in Betrieb ist und Wärme liefert für 360 Wohneinheiten im nahe gelegenen Wohnpark Leuenfeld.

Der Bau dieses Wohnparks war Auslöser dafür, einen Wärmeverbund zu schaffen, der dann als Gemeinschaftswerk der Bürgergemeinde Oensingen und der AEK Energie AG entstanden ist (wir berichteten mehrfach). Die Gesamtinvestitionen betragen gut 9,5 Mio. Franken.

Die beiden ergänzen sich

«Die beiden Heizkessel werden einander ergänzen, beziehungsweise im Einsatz ablösen», erklärt Roger Scheidegger, Leiter Contracting bei der AEK. «Der kleinere Kessel mit einer 750-kW-Leistung deckt den Bedarf in den Sommermonaten ab und die erste Phase der Heizsaison. Ab einem gewissen Bedarf wird er abgeschaltet und der grössere liefert die Wärme alleine.»

Gegen das Frühjahr hin funktioniert es umgekehrt. Entsteht im Winter ein sehr grosser Bedarf, so wird der kleinere Kessel zur Spitzenabdeckung hinzugeschaltet. Bisher diente dazu ein mit Öl betriebener Kessel; er wird weiterhin in Reserve bleiben und bei Revisionsarbeiten an den Holzheizkesseln zum Einsatz kommen. Gerechnet wird mit einer Lebensdauer von 15 Jahren für einen Kessel.

Was die Grösse ausmacht

«Mit dieser Kombination ist es uns möglich, 95 Prozent des Heizenergiebedarfs mit lokalem Holz zu produzieren», führt Roger Scheidegger aus, und fügt nicht ohne Stolz an, dass die Oensinger Heizzentrale mit dem Ausbau zur grössten im Kanton Solothurn geworden ist. «Die Leistung könnte nochmals gesteigert werden. Allerdings ist irgendeinmal die Grenze erreicht, an der das Verhältnis von Heizzentrale und Leitungsnetz noch stimmt.»

Das Leitungsnetz wird derzeit ausgebaut auf rund dreieinhalb Kilometer Länge. Aktuell sind die Leitungsarbeiten in Richtung Dorfzentrum zum Roggenpark im Gang. In einer weiteren Phase folgen Region Bahnhof und Kreisschule Bechburg.

Lokale Wertschöpfung

«Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass beim Unternehmen Fernwärme Oensingen die lokale Wertschöpfung Priorität hat», sagt Roger Scheidegger. «Von den Gesamtinvestitionen von rund 9,5 Millionen Franken fliesst ein grosser Teil zu lokalen Unternehmen in Form von Aufträgen.» Interessant ist der Verbund insbesondere auch für die Bürgergemeinde Oensingen. Als Waldbesitzerin kann sie exklusiv Holzhackschnitzel von lokalen Baumbeständen liefern. Im Endausbau wird jährlich mit einem Volumen von etwa 10 900 Schüttraum-Kubikmetern gerechnet mit einem Wert von rund 380 000 Franken.

Die Heizkessel wurden in der Ostschweiz hergestellt, genauer gesagt in Eschlikon TG bei Schmid Energie Solutions. Es ist ein Schweizer Familienunternehmen, das seit 1936 auf Lösungen im Bereich Holzenergie spezialisiert ist. Die Firma ist mit Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Polen vertreten.

«Anbieter gibt es mittlerweile viele. Und viele sind auch gut», sagt Scheidegger. «Entscheidend für die Wahl ist jeweils, welches Produkt optimal zu den Projektanforderungen – zum Beispiel den lokalen Rohstoffmix – passt. Denn Holzheizung ist nicht einfach gleich Holzheizung.»