Geht es nach Fahrplan, so wird ab 15. Dezember dieses Jahres alle halbe Stunde ein Ortsbus ab Bahnhof Nord durch Oensingen kurven: montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr, samstags bis 17 Uhr. Die Haltestellen sind bestimmt, die Preise stehen fest (siehe Box und Plan unten). Die dreijährige Testphase könnte also beginnen. Was es jetzt noch braucht, ist die Zustimmung der Gemeindeversammlung am 24. Juni. Denn die Gemeinde soll für die drei Jahre der Testphase einen Zuschuss zahlen, über deren Höhe man im Moment keine Angaben machen will, diese sei von zu vielen Faktoren abhängig, die noch nicht bekannt sind. Hauptsache sei, dass nun ein immer wieder geäusserter Wunsch erfüllt werden kann.

Schnee auf der Testfahrt

Als sich eine Delegation von Postauto Schweiz AG, Gemeinde und Kanton eines Morgens auf eine Besichtigungstour aufmachte, hatte es geschneit. Das sei gar nicht schlecht, meinte der Chauffeur, dann werde einem besser bewusst, wie «högerig» Oensingen zum Teil ist. Vonseiten der Gemeinde wurde versichert, dass die Strecken für den Ortsbus prioritär geräumt würden.

Es zeigte sich ferner, dass zwar vorgesehene Haltestellen für Busbenützer ideal wären, nicht aber, um mit dem Fahrzeug anzuhalten. Kompromisse waren hier ebenso gefragt wie bei der Streckenführung. Denn die Strecke misst immerhin 7,7 Kilometer und länger als 15 Minuten sollte die Fahrzeit nicht dauern.

Diese und weitere Faktoren werden nun in einer dreijährigen Testphase mit den Bedürfnissen der Bevölkerung abgestimmt. Dass man auf den Ortsbusbetrieb wartet, zeigte – stellvertretend – die Aussage einer Frau, die dem Bus auf der Besichtigungstour ausweichen musste: «Endlich fährt ein Bus durch dieses lange Dorf.» Das Konzept für den Pilotbetrieb basiert auf den Ergebnissen der Bevölkerungsumfrage.

Oft zu Fuss unterwergs

786 Fragebogen gingen ein, das entspricht rund einem Drittel der Oensinger Haushalte. Die Oensinger sind gemäss Umfrage innerhalb der Gemeinde überdurchschnittlich oft zu Fuss unterwegs, per Auto in der näheren Umgebung. Mehr als die Hälfte könne sich vorstellen, den Ortsbus zu nutzen. Dies hauptsächlich in den Hauptverkehrszeiten morgens, mittags und abends sowie am Samstag. Als Hauptziele genannt werden das Zentrum und der Bahnhof zum Umsteigen auf den Fernverkehr.

Weniger Elterntaxi?

Neben dem Berufs- bzw. Pendlerverkehr dürfte auch der Transport von Schülerinnen und Schüler zum Schulhaus Oberdorf einen wesentlichen Bestandteil ausmachen. Die Route wird daher morgens und mittags extra angepasst. Es würde ganz dem Wunsch des Gemeinderats entsprechen, dass die Eltern dann davon absehen, ihre Kinder mit dem privaten Auto zur Schule zu bringen.

Einwohnerinnen und Einwohner haben bis zum 24. April Gelegenheit, sich zum Projekt Ortsbus zu äussern, weitere Informationen gibt es unter www.oensingen.ch.