Bahnhof wird neu gestaltet
OeBB stellt ab September in Balsthal einige wichtige Weichen

Ab September dieses Jahres wird der Bahnhof in Balsthal neu gestaltet und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Dabei geht es nicht nur um das Bahnhofgebäude, sondern auch um die unmittelbare Umgebung.

Peter Wetzel
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So wird der neue Bahnhof mit Warteraum, Kiosk und modernen WC-Anlagen dereinst aussehen.

So wird der neue Bahnhof mit Warteraum, Kiosk und modernen WC-Anlagen dereinst aussehen.

«Primärer Auslöser für die Erneuerungen sind behindertengerechte und kundenfreundliche Um- und Einsteigemöglichkeiten sowohl bei der Bahn wie auch beim Busverkehr gewesen», erwähnt Ruedi Freiermuth, Präsident des Verwaltungsrates der OeBB AG. In die Planung seien natürlich auch städtebauliche und verkehrstechnische Aspekte eingeflossen.

Claudia Wintsch, Architektin bei ZSB Architekten SIA in Oensingen, führt aus, dass das über 100 Jahre alte Bahnhof-Hauptgebäude ostseitig von den Büroanbauten befreit werde. Der in der neuen Planung vorgesehene Wartebereich, der mit einer dreieckförmigen Überdachung versehen wird, soll den Bahn- mit dem Busbetrieb räumlich verbinden.

In dem sich unter dem Dreieckdach befindenden, pavillonartigen Neubau werden ein moderner Kiosk und eine neue WC-Anlage untergebracht. Heinz Kamber, Geschäftsführer der OeBB AG, freut sich darüber: «Bei gesellschaftlichen Anlässen, welche die OeBB anbietet, können künftig die sanitären Anlagen sicherer und schneller erreicht werden.» Das alte WC-Häuschen auf der Nordseite des Bahnhofplatzes werde abgebrochen. Weiter kann der jetzige Wartesaal und damit auch die Schalterhalle auf der östlichen Seite des Bahnhofgebäudes über eine überdachte Rampe rollstuhlgängig erreicht werden.

Grosse Veränderungen wird es auch auf dem Bahnhofplatz geben. Um einen reibungslosen, auf die Wenderadien optimal ausgerichteten Busverkehr für drei bis vier Linien zu erreichen, werden die sogenannten Buskanten in einer «Sägezahn-Anordnung» aufgereiht. Weiter wird das erste Bahngeleis rückgebaut, um die Platzverhältnisse zu verbessern. Der Velo- und Mofastand wird nach Süden an die Geleise verlegt. Dieser soll teilweise mit abschliessbaren Boxen bewirtschaftet werden. Der Skulptur in der Mitte des jetzigen Wendeplatzes wird ebenfalls ein neuer Standort zugewiesen. Der neu gestaltete Platz wird autofrei sein.

Während der Bauzeit, die bis Juni 2014 dauern soll, müssen Provisorien für den Kiosk, den Busverkehr sowie den Billettautomaten geschaffen werden. Die Projektkosten betragen 2,8 Mio. Franken. Ein grosser Teil davon entfällt auf Tiefbauarbeiten (Bus- und Bahnperrons). Bund und Kanton leisten zusammen Finanzierungsbeiträge von einer Mio. Franken. Das Baugesuch ist bei der örtlichen Baukommission eingereicht worden.

Ruedi Freiermuth betont, dass die vorgesehene Erneuerung der Mobilitätsstrategie des Kantons entspreche. Diese weise dem Bahnhof Balsthal weiterhin eine wichtige Zentrumsfunktion zu. Claudia Wintsch erläutert zudem, dass das Projekt mit dem Bundesamt für Verkehr und dem Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) des Kantons vorbesprochen worden sei. Auch die Fachstelle «Barrierefreier öffentlicher Verkehr» habe das Projekt begutachtet.

Der Verwaltungsrat der OeBB sei überzeugt, dass die Normalspurbahn dem Thal noch viele Jahrzehnte als Verkehrsträger dienen werde. Denn: «Wer abseits lebt, arbeitet und produziert, sich mehrheitlich aber in den Zentren versorgt, schult und auch arbeitet, muss verkehrstechnisch optimal erschlossen sein.» Deshalb werde alles in die Wege geleitet, dass im Jahr 2023 eine Konzessionserneuerung möglich wird, so Verwaltungsratspräsident Freiermuth. Die OeBB sei dem OeV-Thal verpflichtet und bleibe zur Wahrung der Thaler Prosperitätschancen nebst der Strasse ein unverzichtbarer Verkehrsträger.

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