Schulevaluation
Oberbuchsiter Schule weist gravierende Mängel auf

Eine externe Evaluation des Schulbetriebs in Oberbuchsiten zeigt: In zwei Bereichen stehen die Ampeln auf Rot. Anlass zur Sorge geben Schulführung, Elternkontakte und Qualitätsmanagement.

Alois Winiger
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Die Schulanlage Steinmatt in Oberbuchsiten.

Die Schulanlage Steinmatt in Oberbuchsiten.

Bruno Kissling

Wird in einer Schule eine Ampel auf Rot gestellt, so bedeutet das, ein Bereich ist nicht funktionsfähig, es muss sofort gehandelt werden. In Oberbuchsiten sind sogar mehrere Bereiche betroffen. Wie in anderen Gemeinden auch, wurde dort die Schule durch die Fachstelle Externe Schulevaluation der Pädagogischen Hochschule FHNW auf ihre Funktionstüchtigkeit und auf die Wirksamkeit ihres Qualitätsmanagements geprüft.

Expertinnen und Experten machten dazu Schulbesuche, befragten Eltern, Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen und die Schulleitung (vergleiche Textbox).

Wann greift die kantonale Schulaufsicht ein?

Was sind die Ziele der Externen Schulevaluation? Im Rahmen der Externen Schulevaluation (ESE) wird in einer Schule überprüft, inwieweit sie die Qualitätsanforderungen erfüllt. Sie besteht aus drei Elementen:

- Überprüfung der Grundfunktionen der Schule (Ampelevaluation);

- Erfassung und Beurteilung des schultypischen Profils;

- Evaluation eines von der Schule ausgewählten Themenschwerpunktes.

Die Ampelevaluation ist ein Teil der externen Schulevaluation. Sie überprüft die grundlegenden Anforderungen, die an eine funktionsfähige Schule gerichtet werden. Die Ergebnisse werden in den Ampelfarben Grün, Gelb und Rot ausgedrückt.

Grüne Ampel: Die Schule funktioniert im überprüften Bereich.

Gelbe Ampel: Der überprüfte Bereich ist nur teilweise funktionsfähig.

Rote Ampel: In diesem Bereich liegen erhebliche Defizite vor.

Wenn eine Schule in einer der sieben überprüften Grundfunktionen eine rote Ampel erhält, so muss das beanstandete Qualitätsdefizit unter Beaufsichtigung der kantonalen Behörden möglichst rasch beseitigt werden. Nach zwei Jahren folgt eine Nachkontrolle. Der mit einer gelben Ampel beurteilte Bereich muss von den verantwortlichen Personen besonders aufmerksam beobachtet werden.

Dass Ampeln auf Rot gestellt werden, kommt gemäss Monitoringbericht der Fachstelle Externe Schulevaluation der Pädagogischen Hochschule FHNW eher selten vor. Von den 58 Schulen, die 2014 evaluiert worden sind, haben lediglich vier Schulen eine rote Ampel verpasst bekommen. Als ein Grund für die Verbesserung wird genannt, dass der Personalführung deutlich mehr Gewicht gegeben werde. (mgt/wak)

Nicht alles im roten Bereich

Festzuhalten ist, dass die Oberbuchsiter Schule nicht nur rote oder gelbe Ampeln aufzuweisen hat, sondern auch grüne, wie Gemeindeschreiberin Beatrice Unold im Bericht aus dem Gemeinderat ausführt. «Beim Schul- und Unterrichtsklima sowie der Erfüllung der Betreuungs- und Aufsichtsfunktion stehen die Ampeln auf Grün. Die Kinder zeigten sich bei den Befragungen zufrieden und fühlen sich wohl im Kindergarten und in der Primarschule.»

Anlass zur Sorge geben Schulführung, Elternkontakte und Qualitätsmanagement. Da wurden gravierende Defizite festgestellt, die Ampeln stehen auf Rot. Diese Mängel sind durch einen detaillierten Massnahmenplan, der gemeinsam mit der kantonalen Schulaufsicht ausgearbeitet wird, möglichst rasch zu verbessern. Im Bereich «Arbeitsklima für die Lehrpersonen» steht die Ampel auf Gelb. Es sind Defizite vorhanden, die von der Schule selbst behoben werden können. Hier greifen die kantonalen Behörden nicht direkt ein.

Zu spät reagiert?

Warum hat man denn in Oberbuchsiten nicht schon früher reagiert? «Das sagt sich im Nachhinein immer relativ leicht», antwortet Sarah Koch, zuständig im Gemeinderat für das Ressort Bildung. Tatsache sei, dass in den vergangenen Jahren im Dorf ein allgemeines Unbehagen über die Schule vorhanden war und sich immer mehr hochschaukelte. «Das war auch mir bekannt, als ich vor knapp anderthalb Jahren in den Gemeinderat kam und das Ressort Bildung übernahm.

Aber Genaues wusste ich noch nicht und wollte zuerst meine eigenen Erfahrungen sammeln.» Da sei es gelegen gekommen, dass die externe Schulevaluation anstand, bei der jeder Bereich einzeln durchleuchtet wird. «Wenn man Fakten schwarz auf weiss vor sich hat, so kann man handeln, und das werden wir jetzt tun.» Als eine der Massnahmen sei man übereingekommen, dass der seit mehreren Jahren amtierende Schulleiter nur noch bis Ende des laufenden Schuljahres 2014/2015 bleibt. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben worden.

Aufatmen im Dorf

«Wir müssen uns aber auch bewusst sein», betont Sarah Koch, «dass die Schule und die Person, die neu die Schulleitung übernehmen wird, Zeit und Unterstützung von allen Seiten braucht, um den Massnahmenplan gemäss externer Schulevaluation umzusetzen. Die Schule soll wieder volles Vertrauen erhalten.» Das müsse erarbeitet werden. Feststellen dürfe man aber bereits jetzt, dass ein Aufatmen durchs Dorf gegangen ist.

Die Sofortmassnahmen

Der Gemeinderat hat gestützt auf die vorliegenden Resultate Sofortmassnahmen eingeleitet. Als nächster Schritt wird eine Massnahmenplanung erarbeitet. Die Schulleitung wird für das noch laufende Schuljahr 2014/15 durch ein prozess- und zielorientiertes Coaching Unterstützung erhalten.

Ein sehr erfahrener Coach unterstützt zusammen mit der kommunalen Aufsichtsbehörde und der kantonalen Schulaufsicht die Schulleitung. Hinzu kommt eine mittel- bis langfristige strategische Planung. Auf Beginn des neuen Schuljahres 2015/16 wird ein neuer Schulleiter gesucht. Die Ausschreibung der Stelle ist in die Wege geleitet.