Ortsplanrevision

Oberbuchsiten erhält auf dem Rainacker ein neues Quartier

Oberbuchsiten will weiter langsam wachsen und braucht deshalb neue Wohngebiete.

Oberbuchsiten will weiter langsam wachsen und braucht deshalb neue Wohngebiete.

Rund 50 Personen nahmen an der Mitwirkungs-Infoveranstaltung zur Ortsplanrevision Oberbuchsiten teil. Auf die geplante Umzonung des Rainackers wurde jedoch nicht nur positiv reagiert.

Die hohe Lebensqualität in Oberbuchsiten hat dazu geführt, dass das Dorf in den letzten zehn Jahren rasant von 1900 auf fast 2300 Einwohner gewachsen ist. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Gemeindepräsidenten Daniel Lederer stellte dann Daniel Schneitter vom Oensinger Ingenieurbüro BSB und Planer an der Infoveranstaltung zum Mitwirkungsverfahren für die Ortsplanrevision die Frage: «Wo wollen wir hin?»

Der Gemeinderat habe die Vorgabe von einem Prozent für das zukünftige Wachstum und die Richtzahl von 2650 Einwohnern für das Jahr 2035 definiert. «Dieses Wachstum kann nicht alleine durch eine gewünschte Verdichtung südlich der Hauptstrasse erreicht werden. Deshalb sieht die neue Ortsplanung die Umzonung des Rainackers vor. Aus der untergenutzten Gewerbezone mit Wohnnutzung, aus dieser attraktiven Fläche am Dorfeingang, soll eine Wohnzone mit stillem Gewerbe werden. Dreigeschossigkeit ist denkbar», sagte der Ingenieur.

Ein paar kritische Stimmen wurden laut

Die Ortsplanung sieht auch eine Einzonung der Husmatten in die Bauzone W2 vor. Die Reservezonen Bifang und Dürracker sollen ebenfalls zu Bauzonen werden, weil diese freien Flächen rundherum verbaut sind. «Als Kompensation werden alle anderen Reservezonen der Landwirtschaftszone zugeordnet», sagte Schneitter. Dies betrifft auch die Reservezone für öffentliche Bauten beim Schulhaus – welches gerade vergrössert wird.

«Das macht doch keinen Sinn, wenn wir so weiterwachsen werden und wir das Schulhaus schon bald noch einmal vergrössern müssen», war ein Votum aus dem Plenum. «Das künftige Wachstum ist beim Schulhausbau bereits eingeplant», versicherte Schneitter. «Bei der Auszonung wird niemand entschädigt, aber in ein paar Jahren wird das Land wieder eingezont und dann ein Mehrwert abgeschöpft. Das ist nicht in Ordnung», meinte ein anderer Oberbuchsiter.

Auf dem revidierten Ortsplan ist auch eine fast nicht erkennbare Zickzack-Linie durch die Felder im Westen des Dorfes zu finden. Das sei eine Umfahrungsstrasse, mit welcher vor allem der Schwerverkehr vom Dorf weggehalten werden soll, erklärte der BSB-Ingenieur. «Oensingen baut eine Umfahrungsstrasse nach Süden, und wir machen dasselbe. Das gibt ein Hauseckenrennen für Lastwagen», war ein weiteres Votum aus der Bevölkerung. Zudem würde eine gemeinsam geplante Umfahrungsstrasse viel weniger des fruchtbaren Landwirtschaftslandes vernichten. Gemeindepräsident Daniel Lederer wies darauf hin, dass eine solche Umfahrungsstrasse in der Kompetenz des Kantons liege und es noch keine konkreten Pläne gebe.

Nach zwei Stunden beendete der Gemeindepräsident die Veranstaltung, und er forderte alle dazu auf, sich an der Mitwirkung zu beteiligen. Die Dokumente der neuen Ortsplanung liegen auf der Gemeindeverwaltung auf. Die Frist für die öffentliche Mitwirkung läuft bis am 18. September. «Eingaben müssen schriftlich in Papierform an die Einwohnergemeinde geschickt werden», erklärte Lederer. Ein Mail reiche nicht. Zwei öffentliche Sprechstunden ohne Voranmeldung sind auf Dienstag, den 25. August, und Donnerstag 10. September, von 17 bis 19 Uhr angesetzt. Im Winter wird die Revision öffentlich aufgelegt, und es wird möglich, Rechtsmittel einzulegen.

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