Seit Oktober 2013 ist die Swiss Nutrivalor AG im Besitz einer gültigen Bewilligung für einen 20 Millionen teuren Neubau im Industriegebiet von Oensingen.

Im Neubau sollen Schlachtnebenprodukte aus der ganzen Schweiz angeliefert und für den Export konfektioniert werden – und zwar bereits ab Ende 2014 (wir berichteten). Mehrfach ist der Baustart verschoben worden. Gemäss kantonalem Baugesetz kann eine Baubewilligung nach einem Jahr um ein weiteres verlängert werden, dann jedoch verfällt sie. Das wäre im nächsten Oktober der Fall.

Anzeichen für Rückzug?

Und nun, da dieser Zeitpunkt im Oktober am Horizont so langsam in Sicht kommt, und in der Holinden noch immer nichts geschehen ist, machen einmal mehr Gerüchte die Runde, die Verschiebungen seien Zeichen dafür, die Firma wolle sich zurückziehen. Doch Georg O. Herriger, verantwortlich für die Kommunikation bei der Centravo Holding, zu der die Swiss Nutrivalor gehört, dementiert: «Das Projekt war nie gefährdet. Das genaue Datum steht zwar noch nicht fest, aber Mitte Juni werden die Maschinen loslegen mit dem Aushub», erklärt er.

Die Verschiebung komme daher, dass bei der Centravo in Lyss ebenfalls ein grosses, komplexes Bauvorhaben ansteht, und man wollte dieses und jenes in Oensingen bei der Vergabe der Aufträge so koordinieren, dass für die Bauherrin ein Vorteil entsteht.

«Wertschöpfung in der Schweiz»

Die Anlage in Lyss kostet 30 Mio. Franken und wird dazu dienen, tierische Fette und auch Knochen zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten. «Tierisches Fett im Essen war lange verpönt, da zeichnet sich eine Wende ab», sagt Herriger. In der Pharmaindustrie steige der Bedarf an Grundprodukten, die sich aus tierischem Fett gewinnen lassen. «Gegenüber andern Firmen geht Centravo mit den Anlagen in Lyss und Oensingen den umgekehrten Weg: Sie will möglichst viel Wertschöpfung in der Schweiz behalten.» (wak)