Gemeindeversammlung Welschenrohr

Nur Pfarrhaus-Anbau gab kurz zu reden

In das links neben der Theodulskirche stehende Pfarrhaus werden in den kommenden Monaten zwei Wohnungen eingebaut.erwin von arb

In das links neben der Theodulskirche stehende Pfarrhaus werden in den kommenden Monaten zwei Wohnungen eingebaut.erwin von arb

Die Kirchgemeindeversammlung sprach sich für die angestrebte Fusion mit Gänsbrunnen aus und bewilligte einen Kredit von 520 000 Franken für den Umbau des Pfarrhauses.

Anno 1720 wurde Gänsbrunnen von Welschenrohr getrennt und zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben»; so steht es in der Chronik geschrieben. Bereits 1628 wurde die Kirche in Gänsbrunnen geweiht. Sie diente als Schutz gegen die Wiedertäufer im angrenzenden Jura und war als Filial-Kapelle von Welschenrohr abhängig. Der Pfarrer zu Rohr war verpflichtet, je am dritten Sonntag oder Feiertag des Monats den vollständigen Gottesdienst mit Messe, Predigt und Religionsunterricht in Gänsbrunnen zu halten.

Fast 300 Jahre später wird der Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden angestrebt. Gänsbrunnen zählt noch 20 Katholiken, ein erspriessliches Pfarreileben und eine eigenständige Kirchenorganisation kann nicht mehr aufrechterhalten werden.

Der Kirchgemeinderat von Gänsbrunnen sieht in einer Fusion eine zukunftsgerichtete Lösung, die den Erhalt der eben erst mit einem Aufwand von 1,1 Mio Franken renovierten Kirche St. Joseph gewährleistet. Finanziell wird Welschenrohr nicht zusätzlich belastet, denn die Kirchenrenovation konnte ohne Fremdverschuldung abgeschlossen werden. Die bisherige Zusammenarbeit auf pastoraler Ebene soll nun rechtlich festgeschrieben werden.

Am Mittwoch führten nun die beiden Kirchgemeinden gleichzeitig ausserordentliche Versammlungen durch. Dabei ging es um das Eintreten auf eine Fusion. In Welschenrohr folgten 15 Stimmberechtigte der Einladung. Die Zustimmung erfolgte ohne Diskussion und Gegenstimmen. Auch Gänsbrunnen führte die Versammlung durch. Präsident Robert Haefeli konnte nur gerade drei Stimmberechtigte begrüssen, die auch einstimmig Eintreten beschlossen.

Zusammenschluss erfolgt 2017

Dies ist der erste Schritt, denn am 5. Juni erfolgt eine Urnenabstimmung in den beiden Gemeinden. Zustimmen müssen schliesslich auch der Regierungsrat und der Kantonsrat. So hofft man, den Zusammenschluss zur Römisch-katholischen Kirchgemeinde Welschenrohr-Gänsbrunnen auf Beginn des Jahres 2017 in Kraft setzen zu können – 297 Jahre nach der Trennung.

Zwei Wohnungen werden eingebaut

Seit bald zwei Jahren steht das Welschenrohrer Pfarrhaus leer. Ob je wieder ein Pfarrer einzieht, ist ungewiss. Eine Vermietung war nicht möglich. Wohl fehlte es nicht an Interessenten. Für viele waren Haus und Umschwung zu gross. Mögliche Mieter entsprachen nicht den Vorstellungen des Kirchenrates. «Die gesamte Anlage mit Kirche, Pfarrhaus, dem Altem Friedhof, dem Pfarreiheim und dem neuen Begegnungsplatz soll in der jetzigen Form erhalten bleiben», erklärte Robert Vogt, Präsident der Kirchgemeinden.

Somit entschied sich der Kirchgemeinderat für den Schritt nach vorne. Mit einem Aufwand von 520 000 Franken soll das Pfarrhaus in ein Wohnhaus mit modernem Standard umgebaut werden. Architekt Conrad Sidler (Balsthal) stellte das Projekt vor. Auf der Westseite ist ein Anbau geplant, der den Zugang zu den beiden Wohnungen und dem Kellergeschoss ermöglicht. Die Südseite erhält einen Balkon.

Im Innern werden die Räume neu verteilt und gestaltet, die sanitären und elektrischen Anlagen erneuert. Einige kritische Stimmen liessen sich verlauten. Darf man die Fassade eines altehrwürdigen Gebäudes aus dem Jahr 1848 mit modernen Anbauten verändern? Auch finanzielle Überlegungen spielten eine Rolle. Wird die Investition nicht zu einer Belastung für die Kirchgemeinde, wenn die Wohnungen eventuell leer stehen.

Genügt die Bausubstanz? Präsident, Verwalter und Architekt gelang es, die Bedenken zu zerstreuen. In der Abstimmung sprachen sich von den 15 anwesenden Stimmberechtigten 10 für und 4 gegen das Projekt aus. 

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