Wolfwil

Nur die Katze getraut sich nicht mit den Greifvögeln in die Manege

Seit sechs Jahren verfüttert Friedrich Frey am Siedlungsrand in Wolfwil bei Bedarf Schlachtabfälle an Greifvögel und erzeugt dabei ein Schauspiel der besonderen Art.

In Zeiten wie diesen, wenn der Boden gefroren oder mit Schnee bedeckt ist, haben es die Greifvögel bei der Nahrungssuche oft sehr schwer. So bleiben oft nach harten Wintern stark reduzierte Bestände an Mäusebussarden, Milanen, Falken und Eulen zurück. Dafür überleben unter dem Schnee viele Mäuse, welche ihnen als Futter hätten dienen sollen. Weil danach zu wenig Greifvögel die Nagetiere bejagen, können letztere sich in der Folge explosionsartig fortpflanzen.

Friedrich Frey bemühte sich in den vergangenen Jahren unter Mithilfe einer Metzgerei und eines regionalen Schlachthauses darum, dass mindestens die Taggreife im Aaregäu nicht zu verhungern brauchen.

Täglich um 11.45 Uhr legt er auf einem vom Schnee befreiten Rasen südlich seines Hauses Schlachtabfälle - vorwiegend  Innereien - aus. Für gewöhnlich dauert es dann eine Stunde, bis sich die ersten Greife zur Fütterung erscheinen.

Bis zu fünf Mäusebussarde besetzen darauf die Futterstelle am Boden und ebenso viele Rotmilane, welche niemals landen würden, erhaschen ihre Stücke im rasanten Vorbeiflug. Ab und zu erscheint von der nahen Aare auch eine grosse Mittelmeermöwe. Erst wenn diese drei Arten genug gefressen haben, erscheinen zum Schluss auch Elstern und Raben und gelegentlich auch eine Katze, welche sich aber während der Flugschau nicht in die Manege getraut.  

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