Not macht erfinderisch: Dieses Sprichwort trifft in besonderer Weise auf Egerkingen zu. In der Gemeinde wird nämlich wegen der regen Bautätigkeit der Schulraum knapp. Bereits ab dem Schuljahr 2019/2020 müssen aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen sämtliche Klassen doppelt geführt werden. Bevor aber ein neues Schulhaus gebaut wird, möchte der Gemeinderat die vorhandenen Raumreserven in der Gemeinde ausschöpfen.

Modulbauweise wird favorisiert

Ideen dafür lieferten die Kommission für öffentliche Bauten und der Schulleiter. Diese schlugen dem Gemeinderat unter anderem vor, im alten Feuerwehrmagazin mit Baujahr 1934 an der Kleinfeldstrasse 4 neue Schulräume zu schaffen. Platz finden könnten auf der Grundfläche des bestehenden Gebäudes zwei Werkräume im Obergeschoss sowie Raum für eine Kindergartenabteilung im Erdgeschoss.

Favorisiert wurde vom Gemeinderat die Verwendung von vorfabrizierten Massivbau-Modulen, welche auch eine rasche Realisierung ermöglichen würden. Ersten Schätzungen zufolge wird mit Kosten von etwa 1,8 Millionen Franken gerechnet.

Die Verwendung solcher Module in Leichtbauweise soll auch für eine mögliche Aufstockung des Mitteltrakts des Kleinfeldschulhauses geprüft werden. Allerdings müsste vorgängig abgeklärt werden, ob die Statik des Schulhauses, dessen Fassade aktuell saniert wird, eine solche Aufstockung überhaupt zulässt. Auch ein Komplettausbau des Dachgeschosses über dem heutigen Kindergarten soll geprüft werden.

Hauswartwohnung wird umgebaut

Bereits spruchreif war hingegen die Umnutzung der Hauswartwohnung beim Mühlemattschulhaus an der Sportstrasse. Für die Umgestaltung der leer stehenden 3-Zimmerwohnung in ein Lehrerzimmer sowie in einen Raum für die Sozialarbeit sprach der Gemeinderat einen Kredit von 40'000 Franken. Die Arbeiten sollen so schnell als möglich ausgeführt werden.

Der Rat beauftragte die Kommission für öffentliche Bauten mit der Einholung von Informationen und Offerten für die noch offenen Projekte. Ziel bleibt, das Gesamtprojekt für die Schulraumerweiterung mit Kreditantrag der Gemeindeversammlung vom 26. Juni vorzulegen. Ansonsten müsste eine ausserordentliche Gemeindeversammlung angesetzt werden, wie Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi erwähnte. Mit den beschriebenen Projekten wäre der Schulraumbedarf aus Sicht des Rates für die nächsten zehn Jahren abgedeckt.

Neuer Fussgängerstreifen

Der Gemeinderat verabschiedete ferner den Bau eines Fussgängerstreifens mit Kosten von 25'000 Franken an der Bahnhofstrasse beim Knoten Einschlag-/Gartenstrasse nahe dem Gemeindehaus. Die Planung dieses Fussgängerstreifens erfolgte, weil ein solcher an dieser Stelle von der Bevölkerung als nötig erachtet wird, wie an der Orientierungsversammlung der Gemeinde zu Tempo 30 bemerkt wurde.

Dessen Notwendigkeit war im Rat denn auch unbestritten. Diskutiert wurde lediglich, ob die dazu gehörende Mittelinsel mit Blick auf den im Jahr 2022 geplanten Ausbau der Bahnhoftrasse als Provisorium realisiert werden soll.

Die in Erwägung gezogene Verwendung einer Mittelinsel aus Kunststoff wurde verworfen, weil die konventionelle Ausführung mit der Versetzung von Randsteinen nur unwesentlich teurer zu stehen kommt. Zudem wäre die Insel aus Kunststoff nicht behindertengerecht gewesen, was ein Risiko in Bezug auf die Haftung bei Unfällen zur Folge gehabt hätte. Realisiert wird der Fussgängerstreifen nach der Gutheissung des Projekts durch den Kanton.

Arbeitsvergaben für Schwimmbad

Der Gemeinderat hat an seinen Sitzungen vom 28. Februar und 21. März die Arbeiten für die drei wichtigsten Arbeitsgattungen für den Umbau des Schwimmbades vergeben. Die Ausführung des Edelstahlbeckens im Betrag von 733'954 Franken wurde an die Mauchle Pool AG aus Sursee, vergeben, die Badewassertechnik für netto 509'820 Franken an die Firma Bafilco AG aus Winterthur, welche bereits die heute vorhandene Technik betreut. Die Vergabe der Baumeisterarbeiten im Betrag von 424'295 Franken erfolgte an die Studer Bautechnik AG in Härkingen.