Geschäftsbericht 2012

Noch Potenzial: Oensinger Landreserve reicht für 8000 Einwohner

In der Dorfmitte von Oensingen sind nur noch kleinere Flächen unbebaut, das Zeughausareal (eingefärbt) würde Potenzial bieten.

In der Dorfmitte von Oensingen sind nur noch kleinere Flächen unbebaut, das Zeughausareal (eingefärbt) würde Potenzial bieten.

Aktuell wohnen in Oensingen 5963 Personen. Der Gemeinderat schätzt, dass die gesetzte Einwohnerzahl von 7500 während den kommenden zehn Jahren erreicht wird. Der Kauf des Zeughausareals könnte für noch mehr Platz sorgen.

Alleine durch Nutzung des vorhandenen Zonenpotenzials, also ohne dass weiteres Bauland eingezont wird, könnte Oensingen «mühelos den Stand von 8000 Einwohnern erreichen». So steht es im Geschäftsbericht 2012 der Einwohnergemeinde. Aber – zumindest aus heutiger Sicht – werde es so weit nicht kommen, denn der Gemeinderat hat bei der laufenden Ortsplanungsrevision das strategische Ziel von 7500 Einwohnern gesetzt.

Der Rat geht davon aus, dass es kaum zehn Jahre dauern werde, bis diese Zahl erreicht ist. Gestern Donnerstag stand die Einwohnerzahl bei 5963 (inklusive Wochenaufenthalter).

Verdichten gegen innen

Bei der Ortsplanungsrevision, mit der sich der Gemeinderat im Jahr 2012 sehr intensiv beschäftigt hat, sind Regelungen und Absichten des Gesetzgebers in Bezug auf Verdichten des Wohnraums gegen innen zu beachten. Aus diesem Grund liess der Rat die spezialisierte Firma Metron das Potenzial von Oensingen abklären, woraus dann das eingangs erwähnte Baulandpotenzial resultierte.

Allein im Siedlungsinnern sind noch unbebaute Flächen vorhanden für etwa 350 Einwohner, in den Reservezonen für weitere 400.

Ein Auge auf das Zeughausareal

Sollte sich die Gemeinde entschliessen, das Zeughausareal zu kaufen, so ist dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen, dann würde dies innerhalb des bestehenden Siedlungsraums weiteres, enormes Potenzial schaffen. Gemäss Auswertung der Entwicklungsstrategie von 2010 stand nämlich die gesamte Parzelle zum Verkauf, aktuell ist sie nicht mehr aufgeführt.

Doch – wie ernst sind denn die Absichten, das rund 28 000 Quadratmeter grosse Areal zu kaufen? «Zurzeit haben wir keine konkreten Absichten», antwortet Gemeindepräsident Markus Flury, der auch der Planungskommission vorsteht. «Aber sollte die Besitzerin Armasuisse dieses Landstück einmal verkaufen wollen, so wüssten wir gerne Bescheid. Diesen Wunsch hat die Gemeinde deponiert.»

Dabei gehe es nicht in erster Linie um einen Kauf, «das wäre schon allein vom Landpreis her eine teure Sache», führt Flury aus. «Da könnten noch massive Kosten hinzukommen, falls der Boden irgendwelcher Art belastet ist.»

Autos ab ins Untergeschoss

Weitere Grundsatzentscheide hat der Gemeinderat gefällt in Bezug auf neue Industrie- und Gewerbebauten. Um den Landverschleiss einzudämmen, sind diese grundsätzlich zu unterkellern. Betriebe, die viel Raum brauchen, aber wenige Arbeitsplätze bieten, haben schlechte Karten. Denn pro Arbeitsplatz sind nicht mehr als 150 bis 200 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zugelassen.

Die Autos der Angestellten müssen unterirdisch oder auf dem Dach parkiert werden. Nur die absolut nötigen Besucherparkplätze sind oberirdisch gestattet. Diese Massnahme musste Swiss Nutrivalor für ihren geplanten Neubau im Industriegebiet bereits umsetzen. Und schliesslich sollen Vorschriften erlassen werden, wonach in der Gewerbe- und Industriezone alternative bzw. erneuerbare Energie zum Einsatz kommt.

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