Die Einwohnergemeinde Oensingen besitzt seit vielen Jahren in Bellwald das Ferien- und Lagerhaus Wilera. Unzählige Oensinger Schülerinnen und Schüler haben dort Ferienwochen verbracht, sodass dieses Haus zu einem Identitätspunkt vieler Oensinger geworden ist. In den Legislaturzielen 2017 der Einwohnergemeinde wurde aber festgehalten, dass über die Zukunft des Ferienhauses definitiv bestimmt werden soll. Soll das Haus verkauft oder weiter vermietet werden lautet die Frage, über die sich der Ressortleiter Sicherheit und Natur zusammen mit der Bellwald-Kommission Gedanken machen muss. Dies auch, weil der bestehende Mietvertrag mit den Immobilien und Sportbahnen Bellwald ISB per 1. Januar 2021 ausläuft. Ebenfalls verlangt die ISB eine Mietzinsreduktion.

Erst einmal sei eine in Bellwald ansässige Firma damit beauftragt worden, eine Schätzung der Liegenschaft durchzuführen, um einen möglichen Verkaufswert zu eruieren, wurde der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung informiert. Weiter informierte Ressortleiter Bruno Locher: «Das Haus liegt am Ortsrand von Bellwald und wird vorwiegend fremdvermietet, wobei die Einwohnergemeinde Oensingen das Haus für zwei Wochen für die Schulen und eine Woche für die Kirchgemeinde beanspruchen. Diese Lager werden von den Organisatoren und Schulen sehr geschätzt und sind vielfach ausgebucht.»

Kommission ist gegen Verkauf

Auch wenn der Innenausbau aus dem Jahr 1978 nicht mehr den allerneuesten Standarts entspräche, sei das Haus dank regelmässiger Investitionen in einem guten Zustand, betonte Locher. Er und die Bellwaldkommission seien der Ansicht, dass das Haus nicht veräussert werden soll und weiterhin durch eine aussenstehende Institution verwaltet und vermietet werden solle. Oensingen erhält bis anhin rund 55'000 Franken an Mieteinnahmen. Auch solle man auf die Forderung einer Mietzinsreduktion nicht eintreten, da die Zahlen belegen, dass das Haus gewinnbringend vermietet werden kann.

Locher erklärte aber auch, dass man dem Vernehmen nach von zwei möglichen Kauf- und Mietinteressenten ausserhalb der ISB gehört habe. Gemeinderat Theodor Hafner (FDP) stellte infrage, ob die Einwohnergemeinde grundsätzlich im Besitz einer solchen Liegenschaft sein müsse. Ein Verkauf würde der angespannten Finanzlage von Oensingen entgegenwirken. Georg Schellenberg (SVP) meinte, für ihn lägen noch zu wenig greifbare Fakten und Zahlen auf dem Tisch, um über die Zukunft des Hauses zu entscheiden. Gemeindepräsident Fabian Gloor (CVP) gab zu Bedenken, dass der Markt für eine solche Liegenschaft doch sehr klein sei. Er jedoch glaube, dass 1,5 bis 2 Mio. Franken für das Haus zu bekommen wären – im Gegensatz zum Schatzer, der auf 1 Mio. Franken kam.

Hafner stellte den Antrag, eine aussenstehende Immobilienfirma sei zu beauftragen, das Objekt zum Kauf oder zur langfristigen Vermietung auf dem Markt anzubieten. Für Oensingens Verwaltung sei es unmöglich, schon wegen der Distanz, dieses Haus zu bewirtschaften – darin waren sich alle Ratsmitglieder einig.

Der Gemeinderat beauftragte sodann den Ressortleiter Sicherheit und Natur damit, bis Ende September 2019 Vorgaben und die Kosten eines Nachtragskredits vorzulegen, damit idealerweise eine Walliser Immobilienunternehmen beauftragt werden könne, die weitere Vermietung oder den Verkauf des Objekts zu prüfen. Spätestens anfangs nächsten Jahres möchte der Gemeinderat diesbezüglich einen Entscheid treffen.

Konflikte zwischen LKW und Velo

Der Gemeinderat diskutierte über Verkehrsmassnahmen bei der Zufahrtsstrasse zum Kieswerk Aebisholz. Es entstehen Konfliktbereiche zwischen Gruben- und Langsamverkehr auf diesen Zufahrten. Es sei besonders für Schüler gefährlich, die mit dem Velo von Kestenholz herkommen und ihre Wege mit dem Kies-Lastern teilen müssen. Schwierig sei die Breitfeldstrasse und das Einmünden in und von der Jurastrasse.

Daher verabschiedete der Rat eine Grundsatzvereinbarung über die Erschliessung der Kiesgrube, die zwischen den Parteien Kieswerk Aebisholz AG, den Einwohnergemeinden Oensingen und Kestenholz sowie dem Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn geschlossen wird. Ebenso sollen die Kosten im Auge behalten werden. Das kantonale Amt wird ein Vorprojekt der neuen Erschliessungsstrasse ausarbeiten und zur Diskussion vorlegen.