Ein Schwimmbadbesuch mitten im Winter ist nicht die Regel. Doch da in Egerkingen die Bauarbeiten vorangehen, ist es Zeit für einen Überblick vor Ort. Der gelbe Kran auf dem Mühlematt-Gelände ist schon von Weitem zu sehen. Arbeiter sägen dicke Holzbalken zurecht und rufen sich Anweisungen zu. Nach Schwimmbad sieht es nur ansatzweise aus. Dennoch wird hier im kommenden Mai ein blitzblankes, neues Freibad vorzufinden sein.

Momentan arbeiten laut Architekt Urs Köpfli, von der auf Schwimmbadplanungen spezialisierten Firma Köpfli GmbH aus Wolhusen, sechs bis zwölf Männer auf der Baustelle. Die meisten stammen vom heimischen Gewerbe. Vor allem Baumeister (Studer Bautechnik AG, Härkingen) und Holzbauer (von Rohr, Egerkingen) sind jetzt gefragt, bestätigt Köpfli. Generalunternehmer ist die Firma Studer.

Dass dennoch nicht immer einheimisches Gewerbe berücksichtigt werden kann, zeigt das Thema Edelstahlbecken. Laut Köpfli gibt es im deutschsprachigen Raum nur etwa sechs spezialisierte Anbieter. Den Auftrag für die Edelstahlbecken hat die Firma Mauchle Pool AG aus Sursee erhalten. Doch warum muss es denn ein Edelstahlbecken sein? «Die Lebensdauer beträgt hierbei 50 bis 60 Jahre, während ein Betonbecken durch die Einwirkung des Chlorwassers bereits nach zehn Jahren eine raue Oberfläche aufweisen kann», so der Architekt. Zudem sei ein Edelstahlbecken leichter zu reinigen.

Zunächst ein Abriss

Das alte Schwimmbecken bestand aus Beton und war bereits mit einer Folie saniert worden. Doch Folien halten laut Angaben nur gerade 15 bis 20 Jahre. Zudem befand sich der Technikraum im Keller des Mühlematt-Komplexes. Als Ersatz wurde nun ein neues Technikgebäude erstellt, unmittelbar neben den Becken. Doch bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, mussten letzten September zunächst die Becken und Beckenumgänge abgerissen werden. Dies dauerte rund 14 Tage und wurde von der Firma Renihold Dörfliger AG, Egerkingen mithilfe der Zivilschutzorganisation Gäu (RZSO) vollbracht. Erst danach erfolgte der Aushub für die Schwimmbecken.

Im Unterschied zum alten Schwimmbad, das bereits 49 Jahre alt war, wird das Neue über drei Becken verfügen: Das Springer-, das Schwimmer- sowie das Nichtschwimmerbecken. Das 3,8 Meter tiefe Springerbecken ist bereits mit Edelstahl ausgekleidet. Die Tiefe entspricht den Vorschriften für das Ein- und Drei-Meter-Sprungbrett, die später montiert werden. Bei den anderen zwei Becken wird momentan die Edelstahlkonstruktion montiert.
Zudem entsteht nord-westlich im Gelände, wo jetzt noch Rasen wächst, ein Spielbach. Eine etwas andere Version eines Planschbeckens. Neu wird es auch eine breite Wasserrutsche geben, die vom Dach des Technikgebäudes in ein weiteres flaches Landebecken führen wird.

Anfang Jahr werden schliesslich die Beckenverbindungsleitungen montiert und die Gräben aufgefüllt. Es wird zudem die Badewassertechnik installiert. «Das Schwimmbad wird termingerecht fertig sein», sagt der Architekt ohne Zweifel, denn: «Da der Rohbau nun schon steht, kann ich dies abschätzen, der Boden ist zudem sehr gut bebaubar», so Köpfli.
Doch es gibt noch viel zu tun. «Ende Februar werden die Becken fertig sein. Anschliessend können die Beckenumgänge, Wege und Plätze erstellt werden», erklärt er. Erst wenn es wieder wärmer wird, könne mit den Umgebungsarbeiten begonnen werden.

Und die Eintrittspreise?

Die Egerkinger Gemeindeversammlung vom Juni 2017 hatte für die Sanierung des Schwimmbades einen Kredit von 3 Mio. Franken gesprochen. Anfänglich war noch die Rede von lediglich 1,8 Mio. Franken für eine Sanierung gewesen. Aufgrund der gravierenden Mängel des alten Schwimmbades, insbesondere der Schwimmbadtechnik, stieg der Budgetbedarf, weshalb der Souverän abstimmen musste. Zwar gab es damals Votanten, die das Projekt als «übertrieben» betitelten, doch auch von «Erhöhung der Standort-Attraktivität» war die Rede.

Es drängt sich nun allerdings die Frage auf, ob nach dem Neubau die Eintrittspreise erhöht werden müssen. «Eine Erhöhung der Eintrittspreise für Einwohner ist nicht vorgesehen. Sicher wird es aber eine weitere Erhöhung der Preise für auswärtige Besucher geben. Diese bezahlen bereits heute mehr als Einwohner für Saisonkarten und Zehner-Abos», erklärte Markus Thommen, Bereichsleiter Bau Egerkingen, auf Anfrage. Letzte Saison kostete ein Saison-Abo für die Einheimischen 60 Franken und für Auswärtige 80 Franken. Neue Preise sind noch nicht bekannt.