Welschenrohr
«Niemand musste im Winter frieren»: Erste Heizperiode mit Bravour bewältigt

Die Heizanlage des Wärmeverbunds Welschenrohr hat den ersten Härtetest überstanden. Die Heizanlage bewältigte die Extremsituation mit –18° C mit Bravour.

Walter Schmid
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Das Schnitzelsilo mit automatischem Silodeckel fasst 200 Kubikmeter Schnitzel.

Das Schnitzelsilo mit automatischem Silodeckel fasst 200 Kubikmeter Schnitzel.

Walter Schmid

«Der Wärmeverbund hat sich in der ersten Heizperiode bestens bewährt, niemand musste im Winter frieren», stellte Heizungsingenieur Roger Kaufman aus Oensingen fest. Tatsächlich bewältigte die Anlage Extremsituationen mit –18° C mit Bravour. Dabei wurden elektronisch gesteuert auch die beiden Ölheizungen im Mehrzweckgebäude zugeschaltet.

In der ehemaligen Postgarage konnte die Heizzentrale eingerichtet werden, ein Glücksfall, steht sie doch in der Nähe des Mehrzweckgebäudes und der Schulhäuser, verfügt über gute Zufahrten und liegt zentral im Versorgungsgebiet. Holz ist die Primärenergie, als Schnitzel dient es zur Energiegewinnung. Im angebauten Silo mit automatischen Silodecken fasst es gegen 200 Kubikmeter Schnitzel. Der jährliche Verbrauch liegt bei 1900 bis 2300 Kubikmeter, was etwa 1200 bis 1600 Ster Holz entspricht. Spitzenzeiten können zusätzlich mit der Ölheizung im Mehrzweckgebäude abgedeckt werden. Geplant ist der Anschluss der bestehenden Solaranlage, die vor allem im Sommer viel Heisswasser produziert.

Weiterer Ausbau möglich

Die installierte Gesamtleistung beträgt beim Endausbau 1000 bis 1200 Kilowatt. Die Abgase werden durch einen Elektrofilter gereinigt und die Werte entsprechen den Vorgaben der Luftreinhalteverordnung. Auffallend ist jeweils die Dampffahne aus dem Kamin, die weniger Schadstoffe als eine herkömmliche Holzheizung eines Einfamilienhauses enthalten soll. Die Anlage ist auch im Sommer in Betrieb, damit der Bezug von Warmwasser gewährleistet ist.
Das Verlegen der Rohre für die verschiedenen Stränge stiess im dicht besiedelten Zentrum auf einige Hindernisse wie Querung der Dünnern und der Hauptstrasse, Trottoirs, Gärten, Hausplätze. Heute sind die Spuren der Grabarbeiten verschwunden, 1400 Meter Fernleitungen sind verlegt und 27 Gebäude mit rund 1000 Kilowatt angeschlossen. Noch bleibt für einen weiteren Ausbau eine Kapazität von rund 25 Prozent. Interessenten sind bereits vorhanden, wobei immer der Aufwand und die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Wälder aus Region liefern Holz

«Die Wälder der Region liefern genügend Holz für all die Heizzentralen im Thal. Der Wärmeverbund Welschenrohr schloss einen Liefervertrag mit der Forstbetriebsgemeinschaft hinteres Thal ab, welche die Holzlieferungen sicherstellt», bestätigte Beat Allemann, Präsident des Wärmeverbundes. Benjamin Brunner übernimmt das Häckseln und den Transport der Holzschnitzel. Er ist verantwortlich, dass das Silo immer genügend gefüllt ist. Die Verrechnung erfolgt nicht über das Volumen, sondern über den Heizwert der Schnitzel mit dem Forstkreis.
Die Heizanlage hat den Härtetest im ersten Winter bestanden. Die Bezüger der Fernwärme zeigen sich sehr zufrieden mit den Erfahrungen der ersten Heizperiode. «Mit der Heizung hast du nichts mehr zu tun,» meinte Gerhard Allemann von der Dünnernstrasse: kein Öl bestellen, kein Kaminfeger, kein Brennerservice, keine Ölfeuerungskontrolle, keine Tankrevision.