Lostorf
Nicht nur die Müllabfuhr war ein Problem für die Maifest-Organisatoren

Der Jahrgang 1996 ist bereit für die Nacht auf den 1. Mai. Aussenstehende sehen das Fest der Stäcklibuebe als Endprodukt, jedoch nicht die ganze Arbeit dahinter. Ein Blick hinter die Kulissen in Lostorf.

Tijana Nikolic
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Das Gerüst wird zusammengebaut
4 Bilder
Vorbereitungen fürs Maifest in Lostorf
Jetzt kommt die Plane drüber

Das Gerüst wird zusammengebaut

Bruno Kissling

Praktischerweise organisierte die Gemeinde Lostorf bereits letztes Jahr im September ein Jungbürgerfest, bei dem alle aktuellen Stäcklibuebejahrgänger offiziell in die Gemeinde der Stimmberechtigten aufgenommen wurden. Dies war der ideale Ausgangspunkt, um ein Organisationskomitee der Stäcklibuebe und -meitli aufzustellen. «Ohne das Jungbürgerfest wäre es schwierig gewesen mit allen Jahrgängern Kontakt aufzunehmen. Denn dieses Jahr sind wir 63 Personen», erzählt Nadine Summer, Mitglied des diesjährigen Organisationskomitees.

Ungefähr 30 Jugendliche halfen bis heute aktiv bei den Vorbereitungen mit. Andere, die nicht immer Zeit hatten, verkauften als Ausgleich dafür beispielsweise einen Teil der diesjährigen Kleber oder verkauften Kuchen. «Letztlich sind wir zehn Personen, die sich seit letzten September regelmässig am Mittwochabend zur Sitzung des OK treffen», so Nadine Summer weiter.

«Roter Faden» endlich vorhanden

Anfangs sei alles etwas schwierig gewesen, da es keine Vorlagen vom Vorjahr gegeben habe. «Zum Glück waren die Stäcklibuebe von 2013 etwas vorbildlicher als die vom letzten Jahr. Sie hatten nämlich noch ihre Ordner von damals.»

Danach sei endlich ein «Roter Faden» vorhanden gewesen und die Jahrgänger fingen an, alle im Ordner aufgeführten Punkte abzuarbeiten. «Wir haben Gruppen gemacht und diesen verschiedene Aufgaben zugeteilt. Jeder wusste danach, was er zu tun hatte.» Die Aufgaben seien unter anderem das Besorgen des Layout der Aufkleber, die Sponsorensuche oder das Organisieren und Aufstellen des Festzeltes gewesen. Es gebe so viel zu berücksichtigen.

«Wir bemerkten erst bei der letzten Sitzung, dass die Müllabfuhr jeweils am Donnerstagabend kommt. Was für uns nicht sehr vorteilhaft ist, da unser Fest erst am Freitagmorgen zu Ende ist. Also mussten wir uns mit der Müllabfuhr einigen. Nun dürfen wir die Müllsäcke beim Werkhof deponieren, bis die nächste Abfuhr stattfindet», sagt Nadine Summer. Glücklicherweise seien die Einwohner von Lostorf in dieser Hinsicht sehr zuvorkommend.

Eine weitere Hürde waren die Auflagen der Gemeinde. Denn leider kam es in den letzten Jahren zu sehr vielen Sachbeschädigungen während der Zeit des Maifestes und deswegen mussten einige neue Regeln aufgestellt werden.

«In den Auflagen wird festgelegt, dass unser Fest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai stattfinden muss. Andere Nachbarsdörfer wie zum Beispiel Stüsslingen müssen vorher oder nachher feiern. Weiter musste eine Kaution von 2000 Franken hinterlegt werden, falls es zu Sachbeschädigungen kommen sollte. Während des ganzen Abends müssen zwei Securitasmänner mit einem Hund anwesend sein. Gedruckte Werbung für unser Fest darf nur in Lostorf gemacht werden», erklärt Nadine Summer. Seit einigen Jahren sei – im Gegensatz zu früher – auch verboten, während des Maifestes Gartensachen mitgehen zu lassen und auf dem Dorfplatz zu deponieren. Diese seien in der Vergangenheit nämlich vermehrt kaputtgemacht oder weggeworfen worden. In Niedergösgen etwa werde dieser «Brauch» jedoch immer noch praktiziert.

Die Maibäume werden von den Jahrgängern selber entrindet und mit einem Traktor ins Dorf transportiert. Geplant seien zwei grosse Bäume von zehn Metern Höhe und dann jeweils 13 kleine Bäume für jedes Mädchen des Jahrgangs, das aktiv bei den Vorbereitungen mitgeholfen hat. «Die beiden grossen Bäume werden beim Denner an den Strassenrändern aufgestellt. An beiden wird ein grosses, von uns selbstbemaltes Plakat befestigt.»

Vor allem auf die beiden grossen Bäume werde während der ganzen Nacht abwechslungsweise aufgepasst. «Früher wurden die Bäume geklaut, damit sie von den Jugendlichen im eigenen Dorf aufgestellt werden konnten. Heute werden die Bäume nur noch gefällt und kaputtgemacht. Ich finde das sehr schade», sinniert die 19-Jährige.

Stäcklibuebe als neuer Verein

Nach dem Fest kommt das Aufräumen: «Wir haben abgemacht, um 10 Uhr morgens mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. Alle, die gefeiert haben, müssen auch beim Aufräumen helfen.» Die Jahrgänger haben aus dem Organisationskomitee der Stäcklibuebe einen Verein gegründet. «Da wir bei den Vorbereitungen fast keine Dokumente vom Vorjahr hatten, dachten wir uns, den nächsten Jahrgängern damit einen Gefallen zu tun. Neben einer abgeschlossenen Haftpflichtversicherung haben wir zusätzlich noch ein Bankkonto eingerichtet. So kann das eingenommene Geld viel einfacher verwaltet werden und alle haben den Überblick über die Finanzen.»

An so viel Eigenverantwortung seien alle gewachsen und hätten einen grossen Schritt in die Erwachsenenwelt gemacht, meint Nadine Summer abschliessend.