Thal-Gäu
Nicht alle Kindertagesstätten stossen auf gleich viel Interesse

Die Kindertagesstätten der Adda Kita GmbH laden zum Tag der offenen Tür ein. Es soll den Eltern eine Gelegenheit geben, die Kitas zu erleben und zu prüfen ob die Chemie für und ihre Kinder sie an diesem Ort stimmt.

Monika Kammermann
Drucken
Teilen
Angelica Fischer leitete die Kinderkrippe Chräienäscht Egerkingen. HR. Aeschbacher

Angelica Fischer leitete die Kinderkrippe Chräienäscht Egerkingen. HR. Aeschbacher

Mit der Eröffnung der Kindertagesstätte (Kita) Falkenburg in Balsthal im Oktober 2013 (wir berichteten) ist die Adda Kita GmbH nun auch im Thal vertreten. Nebst Balsthal gehören die Kitas Drachenburg in Oensingen, Cino in Oberbuchsiten und Chräienäscht in Egerkingen dazu.

Am nächsten Samstag, 25. Januar, öffnen die Kitas ihre Türen für alle interessierten Personen. Weiter kann auch die Kita Kinderdach in Hägendorf besichtigt werden, die jedoch unabhängig ist.

«Wir wollen unter anderem die Adda Kita GmbH vorstellen, zeigen, wer wir sind und dass wir zusammengehören», erklärt die 28-jährige Marion Schellenberg, Geschäftsführerin der GmbH.

«Das war sehr enttäuschend»

Ausser in Oensingen in der Drachenburg, die mit zwei Gruppen voll belegt ist, sind überall noch Plätze zu vergeben – besonders in Balsthal. Im Gegensatz zu Oensingen gebe es hier für die Eltern mit geringem Einkommen keine Betreuungsgutscheine.

«Dieser Entscheid der Gemeinde war sehr enttäuschend für uns», bedauert Schellenberg. Doch: «Wir haben auch nie eine offizielle Mitteilung erhalten, dass wir überhaupt die 12'000 Franken zugute hätten», erzählt die Geschäftsführerin.

Aus Erfahrung wisse man, dass Kindertagesstätten mit zwei Gruppen à 24 Kindern rentabel sind. Aktuell ist die Falkenburg mit acht bis neun Kindern belegt, angemeldet sind etwa 22 – also weit vom Ziel entfernt. Momentan bezahlten die Eltern den vollen Preis von durchschnittlich 100 Franken pro Tag inklusive Mahlzeiten.

Die Balsthaler Kita war auch als Entlastung für Oensingen gedacht, da diese zuvor ihre Kinder oft dort in Betreuung gaben. Die restlichen Thaler Gemeinden sind wohl noch etwas zurückhaltend.

Laut Petra Meister, ausgebildete Fachfrau Betreuung und Kita-Leiterin Falkenburg, werden vor allem Balsthaler Kinder betreut. Die Frauen sind sich einig, dass wohl noch ein Umdenken stattfinden müsse in Sachen Fremdbetreuung der Kinder.

Viel mehr Flexibilität

Nebst Schellenberg ist Heinz Bläsi noch Geschäftsführer. Er ist als Sozialpädagoge vor allem die Kontaktperson für Eltern, Behörden und Ämter. Schellenberg kümmert sich in erster Linie um die administrativen Arbeiten.

Für alle Beteiligten hat der Zusammenschluss klare Vorteile, wie Marion Schellenberg ausführt: «Seither sind wir viel flexibler – im Personal und in den Betreuungsplätzen. Die Praktikanten und Lernenden haben die Möglichkeit, die Standorte zu wechseln.

Aber auch Eltern können vorübergehend ausweichen, falls ihre Wunsch-Kita besetzt ist.» Auch die 22-jährige Petra Meister schätzt es, dass Ressourcen gemeinsam genutzt werden. «Rund einmal monatlich treffen sich alle Kita-Leiterinnen. Wir tauschen uns aus und besprechen die Programme», erzählt Meister.

Auch telefonisch kontaktiere man sich regelmässig. Momentan sei man in Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts, das für alle Standorte gelten soll. «Dieses wird den einzelnen Leiterinnen jedoch genügend Freiraum in der Ausgestaltung lassen.»

Die Kita erleben

So ein Tag in der Kita kann zwischen 6.30 und 7 Uhr beginnen und abends zwischen 18 und 18.30 Uhr enden. Während dieser Zeit erhalten die Kinder ein «Zmorge, Zmittag und Zvieri» – gekocht werde selber.

Dazwischen wird viel gespielt – vor allem auch draussen. «Das ist uns wichtig. Wir sind regelmässig im Wald unterwegs oder besuchen auch Bauernhöfe», erzählt Meister. Im Mai soll dafür auch ein Aussenspielplatz in der Falkenburg errichtet werden, der zum Teil gesponsert wird.

Am Tag der offenen Tür soll den Eltern ein umfassender Einblick in die Kita ermöglicht werden – so das erklärte Hauptziel. «Oft haben die Eltern Bedenken oder Angst, ihre Kinder Fremden zu übergeben, was absolut verständlich und normal ist», weiss Petra Meister aus Erfahrung.

«An diesem Tag wollen wir bei den Eltern diese Hemmschwelle abbauen. Gleichzeitig können sie die Kita erleben und auch prüfen, ob die Chemie für sie und ihre Kinder an diesem Ort stimmt.»

Aktuelle Nachrichten