«Gesunde Gemeinde»l
Neun Thaler-Gemeinden für Jugendschutz ausgezeichnet

Gemeinden des Bezirks Thal wurden für den Preis «Gesunde Gemeinde» nominiert. Am Mittwoch wurden sie mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Josef Tschan-Studer
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In Vertretung der Thaler Gemeinden nahmen (v.l.) Gerhard Ackermann, Armin Kamenzin und Josef Tschan die Zertifikate aus den Händen von Claudia Hametner entgegen, sie ist Mitarbeiterin des Schweizerischen Gemeindeverbandes.

In Vertretung der Thaler Gemeinden nahmen (v.l.) Gerhard Ackermann, Armin Kamenzin und Josef Tschan die Zertifikate aus den Händen von Claudia Hametner entgegen, sie ist Mitarbeiterin des Schweizerischen Gemeindeverbandes.

Zur Verfügung gestellt

Der Preis «Gesunde Gemeinde» versteht sich als Anreiz für vorbildliche Konzepte kommunaler Gesundheitsförderung und Prävention. Zugleich ist er die Anerkennung für beispielhafte Programme und Massnahmen im Jugendschutz. Erstmals wurde die Auszeichnung im Jahr 2013 vergeben. Im Fokus stehen die aktive Gestaltung gesunder Lebensbedingungen sowie Massnahmen, die Bevölkerung zu gesundheitsbewusstem Verhalten zu bewegen (siehe separate Textbox).

37 Gemeinden bewarben sich

Auf die zweite Ausschreibung hin haben sich 37 Gemeinden mit ihren teils gemeinsamen Programmen gemeldet. Die vier regionalen Fachjurys nominierten den Bezirk Thal mit seinen neun Gemeinden Aedermannsdorf, Balsthal, Gänsbrunnen, Herbetswil, Holderbank, Laupersdorf, Matzendorf, Mümliswil-Ramiswil, Welschenrohr zusammen mit sieben weiteren Gemeinden und Städten.

Kein Nachweis – keine Bewilligung

Der Kern der Richtlinien, welche die Thaler Gemeinden als verbindlich erklärt haben, lautet: Keine Veranstaltungen ohne Massnahmen zum Jugendschutz. Organisatoren erhalten nur dann die Bewilligungen für die Benützung des öffentlichen Raums und der Gemeindeanlagen, wenn sie nachweisen, dass sie Massnahmen zur Einhaltung des Jugendschutzes getroffen zu haben.

Dazu gehören Alterskontrollen an Eingang und Ausschank, Jugendschutzplakate, Jugendschutzbändel, etc.

Der Veranstalter verpflichtet sich, neben alkoholischen Getränken, die ausschliesslich durch Erwachsene abgegeben werden dürfen, eine Auswahl an nichtalkoholischen Getränken auszuschenken. Ferner trifft der Veranstalter Massnahmen zur Verminderung von Littering und zur Verhinderung der Weitergabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche. Dazu eignen sich, den Verkauf von alkoholischen Getränken «über die Gasse» zu vermeiden oder die Verwendung eines Mehrwegsystems mit Depot.

In jeder Thaler Gemeinde ist eine Person für den Jugendschutz zuständig. Bei den Richtlinien hat man sich auf diejenigen abgestützt, die von Jugendschutz Solothurn, Blaues Kreuz und Suchthilfe Ost erarbeitet worden sind, und natürlich auf die gesetzlichen
Vorgaben. (pd/wak)

Die nationale Jury wählte daraus vier Preisträgerinnen aus: Die Städte Genf und Prilly sowie die Gemeinde Stäfa und den Gemeindeverbund Appenzell-Ausserrhoden. Am Mittwoch wurden im Haus der Kantone in Bern die nominierten Gemeinden und Städte mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Der Preis wird getragen von: Bundesamt für Gesundheit, Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Gesundheitsförderung Schweiz, Schweizerischer Städte- sowie Gemeindeverband, Schweizerische Gesundheitsstiftung Radix.

Ein Meilenstein

«Die Nomination stellt einen Meilenstein auf unserem teils beschwerlichen Weg dar», äusserte sich Armin Kamenzin, der als Gemeindevertreter von Matzendorf in der Gruppe «Gemeinden handeln Thal» mitarbeitet und mit seinen Kollegen Gerhard Ackermann, Lauperdorf, und Josef Tschan, Mümliswil, an der Preisverleihung anwesend war. «Denn es brauchte einiges, bis bei Vereinen und Organisatoren der Gedanke für einen aktiven Jugendschutz und einen massvollen Umgang mit Alkohol rüber gekommen ist», betont Kamenzin.

Im Jahr 2010 unterzeichneten alle Thaler Gemeinden die entsprechende Vereinbarung, in diesem Bereich aktiv zu werden und bekannten sich somit klar zu einer regionalen Sucht- und Alkoholpolitik sowie einem einheitlichen Vorgehen. Ziel war und ist es, die gemeinsame Verankerung der lokalen Alkohol- und Suchtprävention zusammen mit den beteiligten Gemeinden, der Politik, der ansässigen Institutionen und Vereinen. Begleitet wird das Programm von der Fachstelle Suchthilfe-Ost GmbH aus Olten.

Ausreisser schwer zu verhindern

Besonders wirksam sind die klaren Vorgaben und Verantwortlichkeiten bei Bewilligungen von Veranstaltungen über die ganze Region sowie Testkäufe bei Alkoholverkaufsstellen. «Hier konnten wir feststellen, dass seit der Einführung des neuen Polizeigesetztes auf Januar 2014 die Leute viel sensibler geworden sind», führte Armin Kamenzin weiter aus.

Denn seit diesem Datum gibts bei Verstössen nicht nur Ermahnungen, sondern fehlbare Personen und Organisationen können auch gebüsst werden. Allerdings: Ausreisser lassen sich trotzdem nicht verhindern, wie bekannt geworden ist. Vereinzelt mussten «unsägliche Saufgelage» registriert werden.

Gar nichts davon gewusst

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist «Gemeinde handeln Thal» an der Gewerbeschau Thal in Balsthal vom vergangenen Mai. Viele Thaler wussten gar nicht, dass eine solche Gruppe existiert und dass sich die Gemeindebehörden aktiv am Jugendschutz beteiligen. Während den drei Tagen konnten die Gemeindevertreter insgesamt über 260 längere Gespräche über das Programm und den Jugendschutz führen, über 2400 Geschenke und Broschüren verteilen und so auf die Alkohol- und Suchtprävention aufmerksam machen. (pd/wak)