Oensingen
Neuer Vorstand für die Solothurner Raiffeisenbanken

Der Vorstand des Solothurner Verbands der Raiffeisenbanken (RVSO) war 2014 für die Amtsdauer von zwei Jahren gewählt worden. Deshalb standen an dessen ordentlichen Generalversammlung vom Dienstag die Wahlen im Zentrum: Neu wurden Giancarlo Grifone, Beat Leuenberger und Marcel Zollinger in den Vorstand gewählt.

Urs Amacher
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Der neue Vorstand RVSO: von links Giancarlo Grifone, Beat Leuenberger, Dagmar Adam, Präsident Rolf Kissling, Rebecca Baumann und Marcel Zollinger.

Der neue Vorstand RVSO: von links Giancarlo Grifone, Beat Leuenberger, Dagmar Adam, Präsident Rolf Kissling, Rebecca Baumann und Marcel Zollinger.

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Für eine neue Amtszeit stellte sich Präsident Rolf Kissling, Rechtsanwalt und Gemeindepräsident von Neuendorf, zur Verfügung. Auch die beiden Bisherigen, Dagmar Adam-Dietschi (Raiffeisenbank RB Oberes Gäu-Aare, Kestenholz) und Rebecca Baumann (RB Wasseramt Mitte, Derendingen) erklärten sich zum Weitermachen bereit.

Hingegen verzichtete Andreas Anderegg (Vorsitzender der Bankleitung Wasseramt Mitte) nach fünf Jahren Engagement im Leitungsteam auf eine erneute Wahl. Vizepräsident Bruno Studer (RB Niedergösgen-Schönenwerd-Eppenberg), der neun Jahre dem Vorstand des RVSO angehört und ihn 2013/14 ad interim geführt hatte, sowie Finanzchef Stephan Julier (RB Wasseramt Mitte) traten ebenfalls nicht mehr an. Präsident Rolf Kissling würdigte ihre Mitarbeit im Vorstand.

Drei neue Mitglieder

Da drei Vorstandsmitglieder den Rücktritt bekannt gegeben hatten, musste der Vorstand gleich zur Hälfte neu bestellt werden. Die Versammlung wählte deshalb Giancarlo Grifone (Vorsitzender der Bankleitung der RB Solothurn), Beat Leuenberger (Vorsitzender der Bankleitung RB Däniken-Gretzenbach) und Marcel Zollinger (Vorsitzender der Bankleitung Recherswil-Gerlafingen-Koppigen) in globo in den Vorstand. Wie angestrebt sind damit die Regionen Solothurn-Lebern, Niederamt und Wasseramt-Bucheggberg wieder im Vorstand vertreten.

In seiner Präsidialansprache erinnerte Rolf Kissling daran, dass sich die Finanzbranche gegenwärtig mit mehreren schwierigen Faktoren gleichzeitig herumschlagen müsse, Stichworte: Tiefe Zinsen, Regulierungen oder verändertes Kundenverhalten dank IT. Die als Genossenschaften strukturierten Raiffeisenbanken mit ihrer grossen Zahl von Geschäftsstellen erwarben sich eine einzigartige Vernetzung mit der Kundschaft. «Es gilt, auf die wachsenden Kundenbedürfnisse einzugehen und die Dienstleistungen weiterhin kompetent und innert nützlicher Frist anzubieten. Mit dem eingeschlagenen Weg haben die Raiffeisenbanken eine erfolgreiche Zukunft», ist Kissling überzeugt.

Seit über 100 Jahren unterwegs

Der Solothurner Verband der Raiffeisenbanken mit bald 110 Jahren sei der älteste, aber keineswegs der aktivste Regionalverband, musste Kissling feststellen. Der RVSO bildet das Bindeglied zwischen den zwanzig lokalen Banken und Raiffeisen Schweiz und erfüllt wichtige Funktionen in der Berufsbildung, Werbung und Kommunikation. Weitere Aktivitäten wären durchaus zu prüfen, beispielsweise eine halbjährliche Konferenz der Verwaltungsratspräsidenten, um Erfahrungen auszutauschen, oder eine verbesserte Vernetzung mit staatlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsstellen.

Christian Poerschke, Geschäftsleitungsmitglied von Raiffeisen Schweiz, brachte die Grüsse aus dem St. Galler Hauptsitz. Auch er sprach die Herausforderungen an, denen sich die Lokalbanken stellen müssen. Die schwindende Zinsmarge könne durch wachsende Volumen ausgeglichen werden. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und der wachsenden Regulierung ist dem Konkurrenzdruck standzuhalten, nicht nur von anderen Banken, sondern von digitalen Vertriebskanälen und branchenfremden Anbietern. «Die Negativzinsen werden wir nicht an die Kunden weiterverrechnen», beruhigte Poerschke die Raiffeisenleute im Oensinger Bienkensaal. Er betonte auch, dass zwar ein Geschäftsstellenabbau stattfindet, gleichzeitig werden aber neue eröffnet oder die Dienstleistungen anderswo erbracht. Im vergangenen Jahr erhöhte die Raiffeisengruppe die Zahl der Mitarbeitenden um 300 Personen.

Das grösste Kapital ist die Motivation und Kompetenz der Mitarbeitenden. Verbandspräsident Rolf Kissling und Dagmar Adam, Chefin des Ressorts Ausbildung im Vorstand des RVSO, konnten nicht weniger als 16 Mitarbeitenden zum erfolgreichen Abschluss einer zusätzlichen Ausbildung gratulieren und mit einem Präsent belohnen.

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