2189 Einwohnerinnen und Einwohner zählte Oberbuchsiten Ende letzten Jahres. Zu viel, um mit dem bisherigen Schulraum auszukommen. Dementsprechend musste sich der Gemeinderat mit einer Ergänzung des Platzangebots für die Schule beschäftigen.

Die Resultate liegen nun vor und zeigen: Mit einer Steuererhöhung ist zu rechnen. Kosten doch beide vorgeschlagenen Varianten um die 7 Millionen Franken.

19 Prozent Wachstum

Noch 1900 waren 727 Einwohnerinnen und Einwohner in Oberbuchsiten zu Hause. Dieser Wert stieg durch die rege Bautätigkeit stark an, ja ging regelrecht durch die Decke. Der Kanton rechnete im Jahr 2008 noch mit einem Anstieg bis 2035 auf 1925 Einwohnerinnen und Einwohner. Dieser Wert wurde bereits 2012 erreicht.

Die Gemeinde rechnete in ihrer Planung vor zwei Jahren erst im Jahr 2020/2025 mit den heutigen Bevölkerungszahlen. Beide Werte zeigen, dass Oberbuchsiten rasant wuchs, sodass der Anstieg im Zeitraum von 2006 bis 2015 fast 19 Prozent betrug. Deshalb und weil sich der Bedarf an Schulraum in den letzten Jahrzehnten ebenso verändert, sprich vergrössert hat, muss nun ein neues Schulhaus her.

Der Gemeinde fehlen rund 500 m² Fläche, um einen Schulbetrieb nach den heutigen Anforderungen zu gewährleisten. Dies entspricht ungefähr einer Fläche von 7 Schulzimmern, wie der Gemeinderat in den Abstimmungsunterlagen klar macht. Die durchschnittliche Klassengrösse beträgt heute bereits 23 Kinder.

Der Gemeinderat hat mehrere Varianten geprüft und legt dem Stimmvolk am 27. November nun zwei Varianten vor. Beide Varianten sehen vor, dass beim Schulhaus Steinmatt ein Anbau an das bestehende Gebäude den Raumbedarf der Primarschule abdecken soll. Bei der Variante «Teil-Zentralisierung» bleibt der Kindergarten im Schulhaus Oberdorf.

Dort will der Gemeinderat einen Doppelkindergarten und Räume für Tagesstrukturen erstellen, die weiteren Räume sollen durch die Gemeinde genutzt werden. Der momentan im Einsatz stehende Pavillon wird dabei vollständig ersetzt, da er nicht mehr in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis saniert und den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden könne, wie die Gemeinde in der Abstimmungsbotschaft schreibt.

Die Räume für die Tagesstrukturen werden dabei auf Vorrat gebaut, um später solche einzuführen. Momentan betreibt die Gemeinde lediglich einen Mittagstisch. Bei der Variante «Zentralisierung» soll ein neues Kindergartengebäude am Standort Steinmatt zu liegen kommen. Dies würde freien Raum im Schulhaus Oberdorf bedeuten, welches für nicht-schulische Zwecke gebraucht werden könnte.

Steuererhöhung unumgänglich

Der Gemeinderat sieht beide Varianten als sinnvoll an. Jedoch sprach er sich mit einem Verhältnis von 5 zu 2 für die Variante «Teil-Zentralisierung» aus. Dies weil bei einer Umnutzung des Schulhauses Oberdorf weitere Kosten entstehen würden, welche noch nicht in den Projektkosten verrechnet sind. Insgesamt sei die «Teil-Zentralisierung» günstiger, wie Gemeindepräsident Daniel Lederer auf Anfrage erklärt.

Die Kosten liegen für die Teil-Zentralisierung bei ungefähr 7 Mio. Franken, für die Zentralisierungsvariante bei 6,9 Millionen Franken. Bei beiden Varianten sind verschiedene Kosten eingerechnet. So etwa die Sanierung der Schulanlage Steinmatt für 325 000 Franken oder auch die ganzen Projektierungskosten von 100 000 Franken.

Diese Ausgaben für ein neues Schulhaus haben laut dem Finanzplan der Gemeinde eine Auswirkung auf den Steuerfuss. Ab dem Jahr 2019 rechnet der Gemeinderat mit einem Defizit, wenn der Steuersatz bei den heutigen 115 Prozent bleibt.

Deshalb müsse der Steuersatz spätestens ab 2019 um 5 Prozent angehoben werden, um eine ausgeglichene Rechnung präsentieren zu können. Die Investitionen können dabei nur mit der Aufnahme von Fremdkapital gestemmt werden. «Aus heutiger Sicht müssen wir zirka 5 Millionen Franken aufnehmen», sagt Daniel Lederer.

Die Bevölkerung von Oberbuchsiten wird am 26. Oktober an einer Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle Steinmatt über das geplante Projekt detailliert informiert.