Neuendorf ist wohl eine der letzten grösseren Gemeinden der Region, bei welcher das Gemeindeschreiberamt, die Finanzverwaltung und die Gesamtleitung der Gemeindeverwaltung in einer Person vereint sind.

Dass die Grenzen dieses Systems längst erreicht, respektive überschritten sind, erkannte der Gemeinderat bereits vor zwei Jahren. Deshalb setzte er zur Entlastung von Gemeindeverwalterin Regula Steccanella Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung für die Protokollführung an Gemeinderatssitzungen ein.

Gemeindeverwalterin fällt aus

Von einer Organisationsanalyse der Gemeindeverwaltung, wie sie bereits für die Schulhausabwarte und den Werkhof durchgeführt wurden, sah der Gemeinderat damals wegen der hohen Kosten von rund 18'000 Franken ab. Der Rat beschloss stattdessen im März 2015, die Aufgabenstellungen und Abläufe selbst zu analysieren, um danach allfällige Schritte für eine Neuorganisation der Gemeindeverwaltung in die Wege zu leiten.

Auf diesen Beschluss musste der Gemeinderat aufgrund aktueller Ereignisse zurückkommen, wie Gemeindepräsident Rolf Kissling an der letzten Ratssitzung erwähnte. Die von Gemeinderat durchgeführten Abklärungen auf der Gemeindeverwaltung seien durch den Abgang von zwei langjährigen Mitarbeiterinnen erschwert worden und deshalb ins Stocken geraten.

Diese Stellen hätten zwar wieder besetzt werden können, die neuen Mitarbeitenden benötigten aber eine gewisse Anlaufzeit, um sich einzuarbeiten. In dieser schwierigen Phase sei vor rund einem Monat auch noch der krankheitsbedingte Ausfall von Gemeindeverwalterin Regula Steccanella dazugekommen. Vor Ende September werde sie ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen können, informierte Kissling den Gemeinderat.

Rasche Lösung im Visier

Aufgrund der nun eingetreten Situation beschloss der Rat, die Pumag Consulting AG mit der Analyse und der Unterbreitung eines Vorschlages zur Neustrukturierung der Verantwortungsbereiche und Abläufe der Gemeindeverwaltung zu beauftragen. Vorstellbar wäre ein Bereichsleitungsmodell mit den Sparten Finanzen, Gemeindeschreiber, Schule und Bau/Planung, wie Kissling bemerkte.

Die Arbeiten der Pumag werden von einer internen Fachgruppe begleitet. Ziel sei, möglichst rasch eine praktikable und effiziente Lösung für die Gemeindeverwaltung zu finden, so der Gemeindepräsident.

Kantonale Ansätze

Der Gemeinderat beschäftigte sich ferner mit der am 30. Juni 2016 von der Gemeindeversammlung zurückgewiesenen Gebührenregelung für Anlassbewilligungen. Für die Bewilligung von Anlässen sind seit Anfang 2016 die Gemeinden zuständig. Die Rückweisung erfolgte, weil die vorgeschlagenen und auf einer Empfehlung des Einwohnergemeindeverbandes basierenden Anlassbewilligungsgebühren teilweise als zu hoch erachtet wurden.

Diskutiert wurde im Rat, welche Ansätze für die Bewilligung von Anlässen bis zur Verabschiedung des erwähnten Reglements durch die Gemeindeversammlung im Dezember 2016 verrechnet werden sollen. Der Rat beschloss nach eingehender Beratung, bis 31. Dezember 2015 die unter der Zuständigkeit des Kantons verwendeten Ansätze anzuwenden. Allfällig zu viel bezahlte Gebühren sollen rückerstattet werden.

Das Gesuch des Bezirksfeuerwehrverbandes Gäu für eine unentgeltliche Nutzung der Dorfhalle im kommenden Jahr für die 100-Jahr-Feier des Verbands, wurde vom Rat mit Verweis auf das Reglement abgelehnt.