Neuendorf
Jetzt ist klar, wie das neue Pfarreiheim in Neuendorf aussehen soll: Es gibt ein längliches, eingeschossiges Gebäude aus Holz

Derzeit plant die römisch-katholische Kirche Neuendorf ein neues Pfarreiheim. Am Donnerstag stellte der Kirchgemeinderat die eingereichten Projekte an einer Vernissage hervor – und präsentierte den Sieger.

Rahel Bühler
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Das Siegerprojekt stammt vom Deitinger Architekturbüro Luna Productions und umfasst ein eingeschossiges Holzgebäude.

Das Siegerprojekt stammt vom Deitinger Architekturbüro Luna Productions und umfasst ein eingeschossiges Holzgebäude.

zvg

Ortsbauliche Situation, Konstruktion, Funktionalität: Diese drei Kriterien haben entschieden, wie das neue Pfarreiheim der römisch-katholischen Kirche Neuendorf aussehen wird. Es soll südöstlich der Kirche am Chilchweg gebaut werden.

Am Donnerstagabend hat der Kirchgemeinderat an einer Vernissage die fünf eingereichten Projekte vorgestellt – und das Siegerprojekt präsentiert. Plakate, Visualisierungen und Modelle schmückten den Raum im Untergeschoss des Neuendörfer Feuerwehrmagazins. Hinter der Vernissage stecke der Transparenzgedanke, wie Beat Klauenbösch nach dem Ende des offiziellen Teils erklärte:

«Wir wollten der Öffentlichkeit zeigen, welche Projekte eingegangen sind und nach welchen Kriterien wir sie beurteilt haben.»
Beat Klauenbösch

Beat Klauenbösch

Bruno Kissling

Wir, das ist ein Gremium aus zehn Personen. Darunter Architekten, Landschaftsarchitekten, Vertreter des Kirchgemeinderats, aber auch künftige Nutzende.

Während des Submissionsverfahrens haben sich fünf Architektenteams mit eigenen Vorschlägen beworben. Die Ausgangslage war demnach für alle die gleiche: «Die Kirchgemeinde möchte ein zweckmässiges Pfarreiheim errichten, in dem sich die Mitglieder zu spirituellen, aber auch weltlichen Anlässen treffen können.

Bei Anlässen soll es möglich sein, bis zu 150 Personen komfortabel zu verpflegen», steht beispielsweise im Anforderungskatalog der Kirchgemeinde. Der Neubau soll Räume für Besprechungen, Gesangsproben, Gemeindeversammlungen, Vorträge und Bastelarbeiten bieten. Und ein warmes und wohnliches Ambiente soll die Nutzenden zum Verweilen einladen.

Wichtiges Kriterium: Anlässe sollen gleichzeitig stattfinden können

Im Unterschied zu anderen Submissionsverfahren schrieb hier der Kirchgemeinderat vor, wie viel das zu bauende Pfarreiheim kosten darf. Alle Teams hätten sich an diese Vorgabe gehalten, führte Architekt Pius Flury aus. Mit Landschaftsarchitektin Marlies David stellte er die Projekte vor.

Wichtig war der Kirchgemeinde weiter, dass die Räume gleichzeitig genutzt werden können. Also, dass zum Beispiel im Saal ein Anlass stattfinden kann, während in einem der Nebenräume gebastelt wird. Währenddessen sollen sich alle Teilnehmenden in der Küche verpflegen können. Diese Priorität wurde in den Ausführungen von Marlies David und Pius Flury mehrmals deutlich.

Daran scheiterten denn auch mehrere Projekte. Bei mehreren war die Küche nur durch den grossen Saal zu erreichen. Somit wäre es fast unmöglich, mehrere Räume des neuen Pfarreiheims gleichzeitig zu nutzen. Eines der eingereichten Projekte sei etwas zu nüchtern, wie es David formulierte. «Wir wollen eine warme Stube. Das ist in diesem Projekt nicht der Fall.» Bei einem anderen Vorschlag kritisierte Flury den Eingang: «Man weiss nicht genau, wo er ist, weil sich Türe und Fenster im Aussehen ähneln.» Als positiv erachtete das Gremium aber mehrfach die grossen Vorplätze, die zum draussen Verweilen einladen würden.

Das Siegerprojekt von Luna Productions verfügt über einen grossen, gedeckten Vorplatz.

Das Siegerprojekt von Luna Productions verfügt über einen grossen, gedeckten Vorplatz.

zvg

Das Beurteilungsgremium zeigte sich schliesslich beeindruckt über die eingereichten Projekte. «Die Teams machten es uns nicht leicht», bilanzierte David. Am Ende machte das Rennen schliesslich der Vorschlag der Deitinger Architekten Luna Productions: Es ist ein eingeschossiges Gebäude aus Holz mit einem Firstdach. Auch verfügt es über einen grossen, gedeckten Vorplatz, der zum Beispiel für Apéros gebraucht werden könne.

Das Pfarreiheim bilde ein Ensemble mit der Kirche, sagte Flury. Es überzeuge durch die ortsbauliche Präzision, die gute Funktionalität und das qualitative Aussenraumkonzept. Die Gebäudestruktur ermögliche, die Räume flexibel anzuordnen. «Die Raumorganisation erfüllt die funktionalen und betrieblichen Anforderungen sehr gut», steht im Abschlussbericht. Doch auch hier gäbe es noch Verbesserungspotenzial, wie Flury sagte: «Vor allem die Auffindbarkeit des Gebäudezugangs muss noch verbessert werden.» Zudem soll die Westfassade anders gestaltet werden.

Der Standort.

Der Standort.

Bruno Kissling

Einweihung ist im Frühling 2024 geplant

Zur Vorgeschichte: Seit der Schliessung des Restaurants Kreuz in Neuendorf fehlt dem Dorf ein Saal für Vereinsanlässe. Die römisch-katholische Kirche möchte diesem Problem nun mit einem neuen Pfarreiheim Abhilfe schaffen. Natürlich sei der Neubau vor allem für kirchliche Anlässe gedacht. Wenn es aber zeitlich drinliege, sollen auch andere Vereine aus dem Dorf zum Handkuss kommen. So formulierte es Kirchgemeinderat Beat Klauenbösch im vergangenen Juli.

An der Rechnungsgemeindeversammlung vom Juni 2022 soll dann der Baukredit gesprochen werden. Mit dem Bau beginnen könne man bestenfalls im Spätsommer oder im Herbst, so Klauenbösch. Die Einweihung des neuen Pfarreiheims sei für Frühling 2024 geplant.

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