Faustball

Neuendörfer sieht Chancen auf WM-Gold bei 25 Prozent

Schlüsselspieler in der Schweizer Nationalmannschaft: Kevin Nützi. (Archiv)

Schlüsselspieler in der Schweizer Nationalmannschaft: Kevin Nützi. (Archiv)

EM-Gold, EM-Silber und einen zweiten Platz an den World Games hat er bereits in seinem Palmarès. Ab Samstag geht der Neuendörfer Kevin Nützi an der Faustball-Weltmeisterschaft im argentinischen Cordoba auf Gold-Jagd.

Die Chancen, dass die Schweiz am Ende des Turniers ganz oben steht, liegen seiner Einschätzung nach bei 25 Prozent. Der grosse Favorit heisst Deutschland, Österreich und Brasilien traut Nützi eine Überraschung zu. «Unsere Chancen auf den Titel sind so gut wie nie zuvor. Eine Medaille wäre ein Erfolg, der WM-Titel die Krönung.

Den letzten Schliff für die WM holte sich das Schweizer Nationalteam anfangs November im Trainingslager in der Südtürkei. «Bei perfekten Bedingungen», wie Kevin Nützi berichtet.

Als grössten Trumpf der Equipe sieht der 25-Jährige die Ausgeglichenheit des Kaders. Dieses sei so stark wie noch nie, so Nützi, der seit 2012 das Weisse Kreuz auf der Brust tragen darf. «Alle zehn Spieler des Teams sind wichtig. Jeder Einzelne kann Entscheidendes dazu beitragen, dass wir ein positives Resultat nach Hause bringen.»

Bisheriges Karrierehighlight

Insgesamt 15 Nationen steigen in Cordoba ins Rennen um den WM-Titel. In der Gruppe A trifft die Schweiz morgen Sonntag auf Namibia und Deutschland, am Montag warten die USA und der Gastgeber Argentinien.

Auf die vier Gruppenspiele folgt die Double-Elimination-Runde mit einem Sieger- und einem Verlierertableau. Das Besondere am Modus: Bei einer Niederlage ist das Turnier noch nicht zu Ende, erst nach der zweiten Pleite muss ein Team seine WM-Träume endgültig begraben.

Highlights hat Kevin Nützi, der in der NLA seit zwei Saisons für Oberentfelden aufläuft, während seiner Karriere bereits einige erlebt: «Die World Games in Kolumbien waren extrem eindrücklich und unvergesslich.

Aber auch die EM im letzten Jahr praktisch vor der eigenen Haustüre.» Nicht zu vergessen die EM 2012 in Schweinfurt, als sich die Schweiz überraschend den Titel sicherte. Trotzdem wird dies alles während der nächsten Woche in den Schatten gestellt, denn: «Eine WM ist das Grösste für jeden Sportler und sicher der bisherige Höhepunkt meiner Karriere.»

Das WM-Abenteuer startete für Kevin Nützi am Mittwoch. Via Madrid flog die Schweizer Delegation nach Argentinien. Nützi rechnet sich nicht viel Zeit aus, um etwas vom Land und der Umgebung zu sehen.

Das Sightseeing wird sich wohl auf die Sportplätze und das Dorf Posoda Pfullendorf, wo das Hotel des Schweizer Teams steht, beschränken. Ein kleines, ruhiges Dorf, so Nützi. «Wir wohnen in einem Hotel mit 15 Zimmern. Fast alles ist aus Holz, man fühlt sich vom ersten Moment an wohl.»

Warm werden müsse das Team dagegen zuerst mit den Sportplätzen. «Die sind nicht in einem so guten Zustand, wie wir es uns gewohnt sind», erklärt Nützi. Doch auch dies wird die Euphorie im Schweizer Team kaum bremsen können. «Wir haben monatelang auf diesen Event hin trainiert und können den Start kaum erwarten.»

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