Die von 36 Stimmberechtigen besuchte Gemeindeversammlung musste vor dem Budget 2017 über einen Nachtragskredit über 60 000 Franken für die Sanierung einer Wohnung in der Gemeindeliegenschaft Gallihaus befinden. Das Haus wurde vor 31 Jahren gebaut, im Spätsommer zog eine Erstmieterin aus einer Wohnung aus.

Statt die Wohnung bis zum Neujahr leer stehen zu lassen, beschloss der Gemeinderat, diese bereits in diesem Jahr umfangreich zu sanieren. Da die Kosten die Kompetenz des Rates überschritten, musste die Gemeindeversammlung den Nachtragskredit genehmigen. Dieser wurde einstimmig und ohne Wortbegehren verabschiedet. Die Wohnung ist bereits per 1. Januar wieder vermietet.

Wasserversorgung im Minus

Finanzverwalterin Sandra Bürki erläuterte das Budget 2017, welches ein Defizit von 21 535 Franken vorsieht. Bei der Spezialfinanzierung Wasser rechnet man mit einem Aufwandüberschuss von 1990 Franken. Nach dem neuen Rechnungsmodell HRM2 muss das alte Verwaltungsvermögen binnen zehn Jahren abgeschrieben werden.

Da in der Wasserversorgung recht viel investiert wurde, bewilligte der Kanton eine Verlängerung dieser Frist um acht Jahre. Die Spezialfinanzierung Abwasser sieht einen Ertragsüberschuss von 1257 Franken vor, diejenige des Abfalls einen solchen von 12 870 Franken.

Grenzen bei Investitionen gesetzt

Im Kommenden Jahr sollen rund 280 000 Franken investiert werden. Gemeindepräsident Bruno Born erklärte, dass grundsätzlich mehr Bedarf vorhanden sei. Aufgrund des Finanzplans und der vom Kanton angeordneten Schuldenbremse nach HRM2 liege die Obergrenze für Investitionen in etwa diesem Bereich.

Deshalb wurde auch die geplante neue Heizung im Gallihaus zurückgestellt. Dafür sind wieder 50 000 Franken für die Sanierung einer weiteren Wohnung, 117 000 Franken für den Strassenunterhalt, 60 000 Franken für die Entwässerung sowie 43 000 Franken für die Wasserversorgung vorgesehen. Das Budget wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Neue Stelle gab zu reden

Anlass zur Diskussion gab einzig die Vorlage zur Schaffung einer neuen Stelle für die Gemeindearbeit. Bruno Born informierte, dass die Abwartin im Schulhaus ihre Stelle per Ende März 2017 gekündigt hat.

Dies, und weil die Arbeit des Präsidenten der Werkkommission ein Ausmass angenommen hat, welches nicht mehr im Nebenamt zu bewerkstelligen ist, hat den Gemeinderat dazu bewogen, die Personalstruktur in der Gemeinde zu überdenken. Deshalb hat sich ein Ausschuss daran gemacht, den Bedarf in der Gemeinde aufzulisten.

Dabei ging man von einer Lohnsumme von 55 000 Franken aus, welche heute schon für verschiedene Aufgaben ausgegeben wird. Die zu bewilligende Stelle liegt bei einem Pensum von 80 Prozent und würde Mehrkosten in der Höhe von 30 000 Franken verursachen.

Eingerechnet dabei sind die Kosten für ein Fahrzeug, Sozialleistungen und Stellvertretung. Nicht in den Aufgabenbereich kämen die Schneeräumung sowie die Ablesung der Wasserzähler.

Einigkeit bei der Abstimmung

Aus der Versammlung kam die Frage, ob eine Kooperation mit einer Nachbargemeinde geprüft worden sei, was der Gemeindepräsident verneinte und anfügte, dass der Einkauf von Dienstleistungen oftmals teurer käme als eine Direktanstellung. Ein anderer Votant meinte gar, dass in der letzten Zeit vieles im Argen lag, sodass man das Pensum sogar erhöhen sollte.

Um den Präsidenten der Werkkommission zu entlasten, müsste die neu eingestellt Person diesen an Bausitzungen vertreten können, deshalb sei es von Vorteil, wenn Kenntnisse im Bereich Tiefbau vorhanden wären. Weil auch die Reinigung von Schul- und Gemeindehaus in den Aufgabenbereich fallen, wäre es durchaus möglich, die Stelle im Jobsharing zu vergeben, das die Anforderung doch recht vielfältig und anspruchsvoll ist.

Nach intensiven und konstruktiven Diskussionen kam die Versammlung schliesslich einstimmig überein, die neue Stelle wie vom Gemeinderat vorgeschlagen mit einem Pensum von 80 Prozenten zu bewilligen. (rfa)

Aedermannsdorf: Budgetvergleich