Balsthal
Neue Mosti am neuen Platz

Was die Mitglieder des Obst- & Gartenbauvereins am neuen Standort der Mosterei im Hunzikerhof in Balsthal investiert und geleistet haben, darf sich sehen lassen.

Peter Wetzel
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Einsatz an der Presse, dem Herzstück der Mosterei.

Einsatz an der Presse, dem Herzstück der Mosterei.

Peter Wetzel

Freude allenthalben am Tag der offenen Tür. «Unser neuer Standort beim Hunzikerhof ist geradezu ideal: Die Anfahrt und die Parkierungsmöglichkeiten für die Anlieferung sind optimal, unter dem riesigen Vordach kann bequem ein- und ausgeladen werden und die Lärmimmissionen für die Umgebung sind gering.» Diese Meinung vertraten alle befragten Mitglieder des OGV. Die Mosti passe gut ins Konzept der sich ebenfalls beim Hunzikerhof befindenden Wertstoffsammelstelle. In der ehemaligen Scheune ist eine moderne, nach neusten Hygienevorschriften eingerichtete Mosterei entstanden.

Aus der Not eine Tugend

Die OGV-Mitglieder suchten sich diesen neuen Standort nicht freiwillig aus. Sie mussten für die Mosterei einen neuen Ort finden, nachdem bekannt wurde, dass die Einrichtung am alten Standort in der alten Litzi geräumt werden muss, weil das Gebäude abgebrochen wird. Im Hunzikerhof, welcher der Gemeinde gehört, wurde man schliesslich fündig. Mit grossem Engagement und vielen Eigenleistungen entstand ein wahres Bijou. Beim Betreten der Mosti ist nicht mehr viel von den ehemaligen Ställen und der Tenne zu sehen. Auffallend sind die neuen Wände, Fenster, Decken, Tore sowie der Boden, in den diverse Leitungen eingezogen werden mussten. Auch eine saubere WC-Anlage gehört heute zu einer modernen Kundenmosterei. Nicht zu vergessen ist natürlich das Herzstück, die Mostpresse. Hier können die verschiedenen Stufen der Mostherstellung mitverfolgt werden.

Die Mosti am neuen Standort läuft bereits seit September letzten Jahres. Man habe 23 000 Liter Most für rund 250 Kunden aus der Region hergestellt, berichtet OGV-Präsident Philipp Tschan. Der grösste Teil sei pasteurisiert worden. Wegen der angekündigten Apfelschwemme in diesem Jahr rechne man heuer mit noch grösseren Mengen. «Unser Anliegen ist, das Naturprodukt Most den jungen Leuten vermehrt zugänglich und bekannt zu machen. Diese umweltfreundliche und nachhaltige Getränkeproduktion passe auch gut in die diesbezüglichen Anstrengungen des Naturparks Thal.»

Da ist noch eine Vision

Der Mostereibetrieb – von Anfang September bis Mitte November – könne nicht nur mit Vereinsmitgliedern aufrechterhalten werden. Eine Gruppe von sechs Personen werde für das Mosten eingesetzt, eine andere für das Pasteurisieren. Vereinsmitglied Heinz Feldmann hat bezüglich der Weiterentwicklung der Mosti eine Vision: «Mit der Anschaffung einer Bandpresse könnte man noch viel rationeller arbeiten.» Übrigens: Was von den geschnetzelten und ausgepressten Äpfeln übrig bleibt, nennt man Trester. Dieser wird nicht etwa der Grünabfuhr mitgegeben, sondern als Tierfutter in der Landwirtschaft verwendet. Auch die Jäger sind Abnehmer dieser vitaminreichen Zusatzkost.