Oberbuchsiten

Neue Liste #Mybuchste soll junge Leute motivieren, für den Gemeinderat zu kandidieren

Junge Gemeinderäte gesucht: Wer interessiert ist aber keine politischen Agenden folgen will, der kann über #Mybuchste als Gemeinderat kandidieren.

Junge Gemeinderäte gesucht: Wer interessiert ist aber keine politischen Agenden folgen will, der kann über #Mybuchste als Gemeinderat kandidieren.

In Oberbuchsiten gibt es eine neue Wahlplattform: #Mybuchste, eine Liste ohne Verbindung zu den Dorfparteien. Damit will der Gemeinderat Jonas Motschi politisch interessierte Bürger für das Amt eines Gemeinderates gewinnen. Denn zukünftige Rücktritte der jetzigen Räte sind absehbar.

Oberbuchsiten will mehr Vielfalt in die Gemeinderatswahlen im kommenden April bringen. Eine überparteiliche Gruppe hat dafür die Wahlplattform #Mybuchste ins Leben gerufen: Damit will sie mehr und vor allem jüngere Einwohner für das Amt eines Gemeinderates begeistern. Jonas Motschi, Gemeindevizepräsident von Oberbuchsiten, engagiert sich an vorderster Front für das Projekt.

«Wir haben grosse Mühe, Leute zu finden, die in den Gemeinderat wollen», sagt Motschi auf Anfrage. Die amtierenden Räte würden ihren Rücktritt hinauszögern, um einen guten Übergang zu ermöglichen. Doch das sei derzeit schwierig. Der letzte Wechsel beispielsweise fand Anfang 2019 mit dem Rücktritt von Gemeinderat Hanspeter Schrenk während der laufenden Legislatur statt. Sein Amt übernahm damals Sandrina Berger, die bis heute das jüngste und das einzige weibliche Mitglied der Räte ist. 

Fehlende Identifikation mit den Parteien

Das Problem sei, dass viele Interessierte zwischen 20 und 40 Jahren sich nicht mit einer Partei identifizieren können. Sie wollen sich nicht für kantonale oder nationale Parteiprogramme verpflichten, so Motschi. Er nennt seine Partei, die CVP als Beispiel. Weil das Interesse abnimmt, werde die Ortspartei nächstes Jahr keine Liste mehr einreichen. «Die Leute wollen sich nicht mehr schematisieren lassen», sagt Motschi. Und das sei die entscheidende Hürde.

Bis anhin konnten sich solche Parteilose über die Freie Liste zur Wahl stellen. Doch seit 2017 steht niemand mehr auf dieser, weswegen nun die neue Wahlplattform als Alternative dienen soll. «Das Ziel ist es, mindestens eine Liste für die Wahlen im April einzureichen», sagt Motschi. Er sei zuversichtlich. Vergangene Veranstaltungen hätten gezeigt, dass durchaus Interesse vorhanden seiin der Gemeinde. Das Mitwirkungsverfahren zur Ortsplanungsrevision im August beispielsweise war mit rund 50 Personen gut besucht. «Die Leute interessieren sich für die Gemeinde und stellten spannende Fragen», sagt Motschi. Er plane, in den kommenden Monaten direkt auf mögliche Kandidaten zuzugehen und sie für eine Kandidatur zu motivieren.

Gemeinderat zu sein, ist zeitaufwändig

Es sei ihm aber auch klar, dass das Amt eines Gemeinderates zeitaufwändig ist. Diese Zeit müsse man haben. Schliesslich trifft sich der Gemeinderat zu rund 25 Sitzungen pro Jahr, plus Vor- und Nachbereitungszeit für die Unterlagen. «Aber ich denke, wenn man ein wenig Interesse an den Fragestellungen hat, dann ist das Motivation genug», sagt Motschi und will Interessierten damit die Angst vor dem Amt nehmen. Es sei wichtig, dass frische Ideen und Gedanken eingebracht werden. Schliesslich seien die älteren Räte auch noch für Ratschläge und Hilfestellungen da.

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