Um den Verkehr nicht aufzuhalten, sah man in der Planung davon ab, eine Fahrbahnhaltestelle zu bauen, wie Benjamin Rogger vom Planungsbüro KFB Pfister AG ausführt. Deshalb wird nun eine Bushaltestellenbucht gebaut. Gestützt wird die neue Haltestelle von einer Böschung. Dies vor allem aus Kostengründen. «Eine Betonstützmauer käme einiges teurer zu stehen», lässt Rogger weiter wissen.

Die zusätzlichen Bauarbeiten, inklusive einer Mittelinsel sollen die Sicherheit an dieser Stelle verbessern. An der südseitigen Bushaltestelle lässt sich in Zukunft trockenen Fusses auf den Bus in Richtung Olten warten, wird doch ein Wartehäuschen erstellt.

Die Situation der neuen Bushaltestellen. Die grün schraffierten Flächen bezeichnen die Bushaltestellen.

Die Situation der neuen Bushaltestellen. Die grün schraffierten Flächen bezeichnen die Bushaltestellen.

Maximal 250 Meter

Wieso wird überhaupt eine neue Bushaltestelle gebaut? «Im Rahmen der letzten Ortsplanungsrevision wurde die Bushaltestelle in die Planung aufgenommen», sagt Markus Thommen, Bereichsleiter Bau von Egerkingen. Nach der Einzonung des Einschlaggebiets wurde das Ziel formuliert, dass die neuen Wohngebiete eine möglichst gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr erhalten.

Doch nicht nur die in den letzten Jahren entstandenen Mehrfamilienhäuser südlich der Oltnerstrasse profitieren, auch für ein grosses Gebiet oberhalb der Strasse ist die Haltestelle gut gelegen. So zum Beispiel für Anwohner der Bühlstrasse oder auch die gesamte Vorstadt, welche über den Fuchsweg eine bessere Anbindung an den öV erhalten.

Nicht nur die Gemeinde darf Wünsche betreffend einer neuen Bushaltestelle an den Kanton machen. Zuweilen wird auch der Kanton selbst aktiv, oder ein Transportunternehmen sieht Potenzial für eine neue Haltestelle an einem Ort.

Heute liegen die beiden bestehenden Haltestellen Zentrum und Thalrich ziemlich genau 1 Kilometer auseinander. Wer genau dazwischen wohnt, läuft also mindestens 500 Meter weit, bis zur nächsten Bushaltestelle. Hier sieht die Grundangebotsverordnung eine maximale Entfernung zur nächsten Haltestelle einer Buslinie vor.

So soll in der Regel eine Luftliniendistanz von 250 Metern nicht überschritten werden. Jedenfalls im nicht ländlichen Raum, dort ist die Distanz auf 500 Meter beziffert, falls ein Gebiet als vom öffentlichen Gebiet erschlossen gelten soll. Egerkingen ist im Richtplan, welcher für diese Regelung entscheidend ist, noch als ländliches Gebiet ausgeschieden. Im neuen Richtplanentwurf ist Egerkingen aber, wenn man denn so will, aufgestiegen und wird als urbaner Raum bezeichnet. Mit der neuen Bushaltestelle würde man dieser Veränderung Rechnung tragen.

«Bielgraben» erhielt den Vorzug

Die neue Haltestelle wird den Namen Bielgraben tragen. Das letzte Wort hatte dabei der Gemeinderat. Eine Benennung nach dem berühmten «Motel» wurde dagegen fallengelassen. Die Bushaltestelle wird aber nicht sofort nach Beendigung der Bauzeit in den Streckenplan aufgenommen, sondern erst mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2016. Bis dorthin gilt es für einen Teil der Egerkinger Bevölkerung, weiterhin den weiten Weg ins Zentrum oder zur Haltestelle Thalrich unter die Füsse zu nehmen.