«Wir sagten unseren Benutzern vor dem Umzug, sie sollten so viele Bücher wie möglich ausleihen», berichtet Evi Scherrer, die Leiterin der Schul- und Gemeindebibliothek Balsthal und sie lacht, «denn alles, was ausgeliehen ist, müssen wir nicht zügeln». Doch man staunt, wenn man den Bibliotheksraum beim Schulhaus Falkenstein heute betritt: Fast der gesamte Bücherbestand ist schon aus den Regalen geräumt, in Kisten verpackt und liegt bereit zum Abtransport, obwohl diese Arbeit erst am Montag dieser Woche begann.

Momentan sind Bibliotheksmitarbeiterinnen Annelies Heutschi und Regula Affolter im vollen Einsatz, Evi Scherrer koordiniert alles. «Wir haben mit diesem Umzug jetzt gleich ein paar ‹Ladenhüter› aussortieren können. Was seit fünf Jahren nicht mehr ausgeliehen wurde, übergeben wir der Pfadi Balsthal für den Flohmarkt im September.»

Seit rund 30 Jahren ist die Schul- und Gemeindebibliothek Balsthal im Raum, gleich neben dem Eingang ins Hallenbad beim Schulhaus Falkenstein untergebracht. «Wir fühlten uns immer wohl hier», sagt die Bibliotheksleiterin. «Doch die Gemeinde braucht Schulraum und deshalb müssen wir raus.» Auf der Suche nach einem Ersatzraum kam die neu gekaufte Liegenschaft der ehemaligen Neuapostolischen Kirche am Mätteliweg 3 gerade recht.

Gute Lage, aber...

«Die ehemalige Kirche liegt für uns sehr günstig, doch hat man beim genaueren Hinsehen festgestellt, dass die Fläche für die Büchergestelle, doch nicht sehr gross ist.» So habe man kurz entschlossen einen Zwischenboden mit einem Treppenaufgang mitten im ehemaligen Kirchenraum einbauen müssen, berichtet Scherrer. «Damit können wir nun die gleiche Anzahl Bücher präsentieren, wie vorher.» Es seien rund 10 Quadratmeter mehr Fläche vorhanden als am alten Ort. Dafür gibt es Parkplätze vor dem Haus, einen grosszügigen Eingangsbereich mit Toiletten (auch behindertengerecht), sowie einen Abstellraum für die Mitarbeiterinnen. «Das hatten wir vorher nicht», freut sich Scherrer.

Ebenso denkt sie an die älteren Leserinnen und Leser, die nun den steilen Rainweg nicht mehr «erklimmen» müssen. Die Einteilung der verschiedenen Büchergruppen wird gleich bleiben wie vorher. «Wir verlegen die Jugendbücher auf den Zwischenboden. Die beliebte Leseecke für die kleineren Besucher wird wieder eingebaut.» Auch am Ausleihsystem wird nichts geändert. «Noch unsicher ist der Platz für die Zeitschriften. Aber bis zur Wiedereröffnung am 4. Juni wird auch diese Frage gelöst sein».