Holderbank

Neue Abstimmung über Kreis-Primarschule: «Kampf für die Schule ist es wert»

Am Donnerstag entscheidet die Gemeindeversammlung, wie es mit der Schule weiter gehen soll.

Am Donnerstag entscheidet die Gemeindeversammlung, wie es mit der Schule weiter gehen soll.

Motion verlangt neue Abstimmung über Kreis-Primarschule Balsthal-Holderbank: Am Donnerstag entscheidet die Gemeindeversammlung, wie es mit der Schule weiter gehen soll.

Weil die Jahrgänge der schulpflichtigen Kinder in Holderbank Jahr für Jahr kleiner werden, prüfte die Gemeinde eine engere Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Balsthal. Dies vor allem mit Blick auf die Aufrecherhaltung der Qualität der Schule, die wegen der stetig kleineren Jahrgänge immer öfter Klassen zusammenlegen musste.

Eine Arbeitsgruppe mit Daniel Eggiman vom Volksschulamt sowie Vertretern der Schulen von Holderbank und Balsthal präsentierte im September 2015 ein Modell, um dieser Problematik zu begegnen. Dieses sah vor, dass die 1. und 2. Primarschulklasse in Holderbank bleiben, während die Kinder ab der 3. Klasse die Schule in Balsthal besuchen.

Gemeinversammlung sagte Nein

Von den Gemeinderäten der beiden Gemeinden wurde die vorgeschlagene Kreis-Primarschule Balsthal-Holderbank als gut befunden und zuhanden der Gemeindeversammlungen verabschiedet. In Holderbank stiess dieser Entscheid an der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember aber auf erbitterten Widerstand.

Dass die Gemeindefinanzen jährlich um 90 000 Franken entlastet würden, liess die Gegnerschaft nicht gelten. Für sie war es wichtiger, dass die Schule im Dorf bleibt. Auch das Argument der Befürworter, der Unterricht von zusammengelegten Klassen stelle die Lehrkräfte vor grosse Herausforderungen, reichte nicht aus, um die Gegner zum Einlenken zu bewegen.

Allerdings schafften sie es offenbar, einen Teil der Versammlungsbesucher derart zu verunsichern, dass sich diese in der Abstimmung der Stimme enthielten. Von den 85 Simmberechtigten votierten 31 für die Zusammenarbeit der Schule mit Balsthal, 40 sprachen sich dagegen aus und 14 enthielten sich der Stimme.

Gegnern nicht das Feld überlassen

Christoph Ackermann und Monika Leuenberger sind überzeugt, dass es im Dorf durchaus eine Mehrheit gibt, die eine Zusammenarbeit der Primarschulen Holderband und Balsthal begrüssen würde. Deshalb haben die beiden die Motion «Wiedererwägung Kreis-Primarschule Balsthal-Holderbank» eingereicht.

Ob die Motion als erheblich erklärt wird, entscheidet am kommenden Donnerstag erneut die Gemeindeversammlung. Allerdings will Ackermann diesmal den Gegnern nicht einfach das Feld überlassen, wie der 44-Jährige erklärt.

«Die Gegner haben im Vorfeld der letzten Versammlung einfach besser für ein Nein geworben.» Sein Engagement begründet Ackermann mit seinem zweieinhalbjährigen Sohn und den anderen Kindern im Dorf. Sie sollen eine qualitativ gute Schulausbildung in einem gesunden sozialen Umfeld bekommen.

Das sei in Holderbank wegen der geringen Anzahl Schüler nicht möglich. Im Jahrgang seines Sohnes gebe es nur drei Kinder und zwei davon seien Mädchen. «Nicht gerade ideal wenn man bedenkt, dass ganze Jahrgänge zusammengelegt werden müssen, um auf eine normale Klassengrösse zu kommen», findet Ackermann.

2016/17 wird mit 52 Kindern gerechnet

Gemeindepräsident Urs Hubler gibt Ackermann recht. Ihm sei bekannt, dass im kommenden Schuljahr 2016/17 die dritte, vierte, fünfte und sechste Klasse zu einer einzigen Klasse mit insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler zusammengelegt werden müssten. Im kommenden Schuljahr wird mit insgesamt 52 Kindern gerechnet. 16 im Kindergarten, 20 in der ersten bis dritten Klasse sowie 16 in der vierten bis sechsten Klasse.

Die erwähnten 20 Kinder, gemessen an den Anforderungen im Schulbereich, altersgerecht und adäquat zu unterrichten, sei für die Lehrkräfte fast nicht möglich, gibt Gubler zu bedenken. Deshalb unterstütze er die Motion und hoffe natürlich, dass diese erheblich erklärt werde.

Diese Hoffnung hegt auch Motionärin Monika Leuenberger. Sie habe Verständnis für Leute, welche Teile der Schule nicht auslagern wollten. «Vor ein paar Jahren wäre ich wohl auch noch dagegen gewesen», sagt die 43-jährige Leiterin einer Waldspielgruppe.

Inzwischen besuchten zwei ihrer drei Kinder Schulen ausserhalb des Dorfes und sie sehe, wie sich diese positiv entwickelten. Die Zusammenarbeit mit der Primarschule in Balsthal habe nur Vorteile.

Zudem werde die Schule ja nicht geschlossen, der Kindergarten sowie die erste und zweite Klasse blieben erhalten. «Eine ideale Basis, um eine Tagesschule aufzubauen, die auch von Eltern aus Balsthal genutzt werden könnten», so Leuenberger.

Für die Kreis-Primarschule Balsthal-Holderbank sei sie, weil das der richtige Weg für Holderbank sei. «Der Kampf für die Schule ist es wert». Die Chancen für das Projekt an der Gemeindeversammlung schätzt Leuenberger als gut ein. «Wenn die Unentschlossenen diesmal Ja sagen, könnte es klappen».

An der Gemeindeversammlung nicht vertreten sein wird am Donnerstag das Volksschulamt. «Die Gemeindebehörden haben uns darum gebeten und das akzeptieren wir natürlich», so Eggimann.

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