Am 23. September wird auf Beschluss der Gemeindeversammlung an der Urne entschieden, ob die Einwohnergemeinde die Halle der Brunner Transport AG erwerben darf, um darin den Werkhof zentral unterzubringen. Der Investitionskredit für den Kauf der Liegenschaft an der Hirsackerstrasse 26 und die Einrichtung des Werkhofs beträgt 2,915 Mio. Franken. Diese Zeitung wollte von Gemeindepräsident Fabian Gloor wissen, weshalb der Gemeinderat diese Lösung favorisiert.

Herr Gloor, warum braucht die Gemeinde einen neuen Werkhof?

Fabian Gloor: Es ist seit Jahren bekannt, dass sich der aktuelle Werkhof an der Hauptstrasse 88 am falschen Standort befindet und auch nicht mehr zonenkonform ist. Hinzu kommt, dass Gerätschaften und Material des Werkshofs verzettelt an fünf Standorten gelagert werden, was umständlich und teuer ist. Eine Zusammenlegung bedeutet eine Kostenersparnis und wäre in jeder Hinsicht eine Verbesserung.

Könnte man nicht warten, bis die finanziell angespannte Lage der Gemeinden wieder im Lot ist?
Gerade weil der Gemeinderat sich der finanziellen Lage bewusst ist, ist er von dieser Lösung überzeugt. Nichts machen und gar nichts investieren kommt am Schluss deutlich teurer zu stehen. Das trifft auch in diesem Fall zu. Wenn wir den Werkhof am heutigen Standort mittelfristig weiter betreiben wollen, müssen Sanierungen für 500'000 Franken getätigt werden.

In dieser Halle an der Hirsackerstrasse 26 soll der Werkhof der Einwohnergemeinde zentral untergebracht werden. bko

In dieser Halle an der Hirsackerstrasse 26 soll der Werkhof der Einwohnergemeinde zentral untergebracht werden. bko

Warum wird der Werkhof nicht wie vorgesehen auf dem Marti-Areal gebaut, zumal die Gemeinde genau dieses Land dafür gekauft hat?
Als dieses Areal erworben wurde, bestand diese Absicht, das ist richtig. Inzwischen ist klar, dass beim kantonalen Projekt «Entlastung Oensingen» die Entlastungsstrasse über das Areal führen wird. Obwohl die genaue Linienführung der Strasse noch nicht bekannt ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Neubau des Werkhofs tangiert sein wird. Und weil der neue Werkhof eine Fläche von rund 4000 m2 beanspruchen würde, dürfte es schwieriger und teurer werden, diesen auf dem insgesamt 6839 m2 grosse Areal zu realisieren. Ein Neubau würde Kosten von 5,4 Mio. Franken verursachen. Der Kauf der Brunner-Halle und die Einrichtung des Werkhofs an der Hirsackerstrasse 26 ist also in jedem Fall günstiger.

Geht die Gemeinde dabei kein finanzielles Risiko ein, schliesslich hat die Halle mit Baujahr 1979 ein gewisses Alter?
Die Halle befindet sich in einem allgemein guten Zustand, wie sich bei der Schätzung der Liegenschaft zeigte. Bestätigt wurde diese Einschätzung auch durch unsere Leiter Bau und Werkhof. Der Gemeinderat will für den Werkhof keine Luxuslösung, sondern einen Zweckbau. Sollten wider Erwarten verdeckte Mängel auftreten, wäre, wie im Obligationenrecht vorgesehen, der Verkäufer haftbar.

Was spricht insgesamt für den Kauf der Halle an der Hirsackerstrasse?
Den Werkhof an einem zentralen und zonenkonformen Standort zu betreiben macht Sinn und rechnet sich auch wirtschaftlich. Die kostensparende Wirkung würde rasch auf der Ausgabenseite spürbar werden. Die freiwerdenden Objekte, welche der Werkhof heute nutzt, könnten der Vermietung oder dem Verkauf zugeführt werden. Interessenten gibt es bereits und unter Umständen resultieren nur noch geringe oder gar keine Nettokosten. Davon, dass sich die Halle bestens für den Werkhof eignet, kann sich die Bevölkerung morgen Samstag beim Tag der offenen Tür ein Bild machen. Ich hoffe, dass davon rege Gebrauch gemacht wird.

Was geschieht, wenn die Stimmberechtigen den Kredit verweigern?
Ich würde das sehr bedauern. Ich hoffe natürlich, dass wir mit unseren starken Argumenten die Bevölkerung vom Projekt überzeugen können. Wenn das nicht gelingt, würde ein Neubau und bis zum Vorliegen eines Projekts die Weiterführung des Werkhofs an der Hauptstrasse 88 mit den erwähnten Kosten weiterverfolgt.

Was bedeutet ein Nein des Souveräns für das Projekt Unterdorf, welches den Abriss des Werkhofgebäudes vorsieht?
Das Projekt wird in jedem Fall weitergeführt werden, es müssten aber sicherlich Anpassungen vorgenommen werden oder es würde zumindest zu Verzögerungen kommen.

Welche Wahlempfehlung gibt der Gemeinderat ab?
Der Gemeinderat hat das Geschäft einstimmig verabschiedet. Dies mit dem Ziel, langfristig die beste und kostengünstigste Lösung für den Werkhof umzusetzen.