Matzendorf

Neubau der Turnhalle wird 1,1 Millionen Franken teurer als erwartet

Schlicht, zweckmässig und schnörkellos: So präsentiert sich der Innenraum der projektierten Sporthalle.

Schlicht, zweckmässig und schnörkellos: So präsentiert sich der Innenraum der projektierten Sporthalle.

Die Matzendorfer Gemeindeversammlung hat einen Zusatzkredit von 1,1 Millionen Franken für den Neubau der Sporthalle mit 63 zu 50 Stimmen angenommen.

So drückend und heiss die Luft im Pfarreisaal war, so waren es auch die Diskussionen an der Gemeindeversammlung in Matzendorf. 116 Stimmberechtigte nahmen teil und diskutierten engagiert mit. Im Mittelpunkt stand die neue Sporthalle. Traktandiert war ein Zusatzkredit in der Höhe von 1,1 Mio. Franken für den Neubau der Sporthalle, der schliesslich angenommen wurde.

Vorschnell gehandelt

Patrick Kamber, Präsident der Sporthallenkommission, erläuterte die Sachlage. Man sei im Juni 2013 zu schnell mit dem Baukredit in der Höhe von 2,5 Mio. an die Bevölkerung gelangt. Es hätten schlicht zu wenig Daten vorgelegen. Zudem wollte man das Geld lieber in den Bau als in die Planung investieren.

Schliesslich habe man mit anderen Projekten wie dem Schulhaus nur gute Erfahrungen gemacht und sich davon etwas blenden lassen. Kamber schloss seine Ausführungen mit der Konklusion, dass man das Geld für einen Bau mit diesem Detaillierungsgrad sowieso hätte ausgeben müssen, egal welches andere Vorgehen man gewählt hätte.

Die involvierten Architekten und Baumanager sehen dies ähnlich. Philippe Bürgler und Matthias Anderegg erklärten, dass die Kostenvorgabe der Gemeinde für die Planung sehr eng war.

Man habe sich zudem an falschen Referenzobjekten orientiert. Klarerweise hätten man zuerst einen Planungskredit einholen müssen, bevor man über den Baukredit gesprochen hätte. Nun sei aber alles bis zum letzten Plättli geplant und die Bevölkerung könne sicher sein, dass sie mit der geplanten Version eine kostengünstige Konstruktion bekomme.

Bedenken ernst genommen

Gemeindepräsident Marcel Allemann betonte, ihm und dem Gemeinderat sei sehr wichtig ist, dass die Bedenken der Bevölkerung erst genommen werden. Er sprach den im Projekt involvierten Personen sein Vertrauen aus.

Man habe ehrlich, hart aber fair diskutiert Allemann stellte vier Finanzpläne vor, auch solche mit und ohne Sporthalle. Es gelte zwischen den kontroversen Punkten wie attraktives Leben für Jung und Alt, keine Mehrbelastung und Werterhalt etc. abzuwägen.

Nicht zu unterschätzen sei, dass die Schülerzahl (vor allem in der Oberstufe) zunehmen werde, das Vereinsleben sehr ausgeprägt sei und man schliesslich als Standort des Zweckverbandes Kreisschule Thal auch gewisse Verantwortungen wahrnehmen müsse. Zudem zahle der Kanton nur noch in diesem Jahr Subventionen.

Heftiger Gegenwind

Aus den Reihen der Versammlung wehte den Antragstellern ein heftiger Gegenwind entgegen. Eine derartige Fehleinschätzung der Baukosten durch die Verantwortlichen sei nicht haltbar.

Kein Privater würde in diesem Stil wirtschaften. Die Architekten hätten durch eine derart massive Überschreitung der ersten Kostenschätzung (rund 50%) ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Man solle sich zudem bewusst sein, dass die Pro-Kopf-Verschuldung ausgeprägt sei und der Wirtschaftsindex im Thal im kantonalen Vergleich sehr schlecht sei. In naher Zukunft stünden Investitionen an, die der Bevölkerung ebenfalls wichtig seien.

Im Übrigen sei das Projekt nicht zu Ende gedacht, fehlen doch Parkplätze für grössere Anlässe. Aber auch andere Stimmen waren zu vernehmen, welche die gut fünfzig Jahre alte Sporthalle nicht durch eine kosmetische Auffrischung behandelt haben möchten.

Diese Halle habe ihren Dienst erwiesen, entspreche aber nicht mehr den gültigen Standards. Zudem diskutiere man nun schon länger über eine neue Halle, weshalb man es nun wage könne, dem Zusatzkredit zuzustimmen. Das geschah dann mit 63 zu 50 Stimmen.

Erfolge vermeldet

Den restlichen Anträgen wurde ebenfalls zugestimmt: Statutenänderung Zweckverband Kreisschule Thal, Kredit für neue Heizung im alten Bezirksschulhauses sowie Kredit für die Arztsuche.

Abschliessend informiert Marcel Allemann noch über die aktuellen Highlights in der Gemeinde. So sei das neue Coop sehr gut gestartet. Die weiteren Ladenbetreiber würden die Koexistenz schätzen.

Nun liege es an der Bevölkerung, dass die Geschäfte auch erfolgreich bestehen können. Das neue Leckortungssystem für das Wasserleitungsnetz bewähre sich. Bereits dreizehn Lecks wurden geortet, die man nun Schritt für Schritt reparieren könne.

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