Thal-Gäu
«Nervigen» Autofahrer mit «Pistole» bedroht

Arcun D. * musste sich vor dem Amtsgerichtspräsident des Amtgerichtes Thal-Gäu wegen Vergehens gegen das Waffengesetz verantworten. Sein «Beretta»-Feuerzeug sieht aus wie eine Pistole und muss deshalb dem Waffengesetz unterstehen.

Drucken
Teilen
Ein solches Feuerzeug in Form einer Beretta führte Arcun D. mit.

Ein solches Feuerzeug in Form einer Beretta führte Arcun D. mit.

zvg

Der 27-jährige Mazedonier war vor rund einem Jahr mit seinem Auto auf der Gäustrasse in Egerkingen unterwegs, als ihm von hinten ein Renault Clio zu nahe kam. Im Gäupark-Kreisel soll es zu einem «Gerangel» zwischen den zwei Autofahrern gekommen sein. Als der Renault-Fahrer nach dem Kreisel versuchte zu überholen, war für Arcun D. das Mass des Erträglichen überschritten. Der im Gäu wohnhafte Mann zückte eine Pistole und bedrohte damit aus dem Seitenfenster seines Autos den Renault-Fahrer.

Als Arcun D. mit seinem Auto bei sich zu Hause vorfuhr, wartete dort schon die Polizei auf ihn. Auf die Waffe angesprochen, erklärte der gelernte Automechaniker, dass es sich dabei lediglich um ein Feuerzeug in Form einer Pistole der Marke Beretta handle. Als Begründung für sein Handeln gab Arcun D. zu Protokoll, dass ihn der Renault-Fahrer genervt habe.

Er habe nicht gewusst, dass es strafbar sei, das Imitat einer Waffe mitzuführen, erklärte der Angeklagte auf Walsers Nachfrage. Nicht mehr erinnern konnte er sich vor Gericht an die von ihm im Polizeiprotokoll mit Unterschrift bestätigten Szenen während der Autofahrt in Egerkingen. Er habe die «Beretta» nie selbst in der Hand gehabt. Und mitgeführt habe er diese nur wegen eines in seiner Obhut befindlichen Kindes. «Es hat gerne damit gespielt», so der Angeklagte. Die Polizei sei wohl bei ihm aufgetaucht, weil das Kind die «Waffe» für andere sichtbar in die Höhe gehalten habe, versuchte sich Arcun D. herauszureden.

Verteidiger Ronny Scruzzi erklärte, dass sich sein Mandant mit der von der Staatsanwaltschaft ausgesprochenen Strafe nicht abfinden könne. Laut Strafbefehl soll Arcun D. wegen Vergehen gegen das Waffengesetz eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 90 Franken bezahlen, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. Sein Mandant habe das Feuerzeug vor über 10 Jahren erworben, so Scruzzi. Dass das Waffengesetz am 12. Dezember 2008 dahingehend verändert worden sei, dass Waffenimitate, welche nicht von echten unterschieden werden können, Waffen gleichgestellt wurden, habe sein Mandant nicht mitbekommen.

Der vom Gericht aufgebotene Waffenexperte der Kantonspolizei liess keinen Zweifel daran, dass das «Beretta»-Feuerzeug wie eine echte Waffe aussieht und deshalb klar dem Waffengesetz untersteht.

Nach kurzer Beratung bestätigte das Gericht das Strafmass der Staatsanwaltschaft wegen Vergehens gegen das Waffengesetz. Arcun D. sei sich sehr wohl bewusst gewesen, dass sein Feuerzeug wie eine echte Waffe aussieht und dieses an jenem Tag auch entsprechend eingesetzt. (eva)

Name von der Redaktion geändert

Aktuelle Nachrichten