Welschenrohr
Naturpark Thal soll eigenes Hotel bekommen

Der Unternehmer Fredy Grimm will in seiner Wohngemeinde Welschenrohr ein Hotel mit bis zu 80 Zimmern und Wellnessbereichen bauen. Das gemäss den Planern in das Natur- und Landschaftbild eingebettete Hotel soll rund 20 Millionen Franken kosten.

Erwin von Arb
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Hotelprojekt von Fredy Grimm in Welschenrohr
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Auf dem Areal mit dem Wäldchen links im Bild soll das Hotelprojekt in Welschenrohr realisiert werden.
Im Gebiet Mittlerfeld soll das neue Hotel entstehen
Über diese Zufahrtstrasse könnte das hinter dem Wäldchen geplante Hotel mit bis zu 80 Zimmern und Wellnessbereichen erfolgen.

Hotelprojekt von Fredy Grimm in Welschenrohr

zvg

Ein Hotel, das den Naturpark Thal als solchen aufwerten soll, will der Unternehmer Fredy Grimm in seiner Wohngemeinde Welschenrohr realisieren. Entstehen soll dieses nordöstlich des Dorfes an einer Hanglage. Das ambitiöse Projekt sieht den Bau eines Hotels mit 60 bis 80 Zimmern und Wellnessbereichen vor.

Eine von ihm in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie habe gezeigt, dass es ein Bedürfnis und damit eine wirtschaftliche Grundlage für ein solches Hotel gebe. Gleichzeitig würden 30 Arbeitsplätze entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 20 Mio. Franken. Auch Investoren soll es schon geben, wie der 76-jährige erwähnt. Im besten Fall will Grimm das Hotel zwischen 2020 und 2022 eröffnen.

«Mit Leuchtturmcharakter»

Noch nicht endgültig definiert ist die Architektur sowie die für das Hotelprojekt benötige Fläche. Grimm verweist in diesem Zusammenhang an Mark W. von Weissenfluh, den Verfasser der erwähnten Studie. Der Inhaber und Geschäftsführer der VWP Consulting GmbH ist selbst Hotelier und hat in der Vergangenheit verschiedene Gastrobetriebe mit neuen Konzepten wieder zum Laufen gebracht. Das nun angedachte Hotel habe das Potenzial eines Leuchtturmprojektes, betont von Weissenfluh.

Das neue Hotel soll sanft in die natürliche Umgebung eingebettet werden. «Die Architektur wird dem Natur- und Landschaftsbild untergeordnet», so von Weissenfluh. Konkrete Pläne oder eine Visualisierung gibt es noch keine. Architektonisch wolle man sich am Juvet Landscape Hotel in Norwegen orientieren . «Wir wollen dieses Konzept nicht kopieren, sondern eine Form finden, die zum Naturpark Thal passt», bemerkt Weissenfluh mit Verweis auf die grösste Klippe bei der Umsetzung, die Bewilligung durch den Kanton.

Hotelzone soll geschaffen werden

Diese Einschätzung wird vom Gemeinderat Welschenrohr vollumfänglich geteilt. Er musste am Montagabend den Grundsatzentscheid fällen, ob er für die in der Landwirtschaftszone liegende Parzelle eine Umzonung in eine Hotelzone in Betracht ziehen möchte. Dies wurde vom Rat einhellig unterstützt. Die Arbeiten dafür sollen aber erst aufgenommen werden, wenn konkretere Angaben über das Projekt vorliegen.

Begeisterung löst das Projekt bei Bruno Born, dem Präsident des Vereins Region Thal aus. «Das wäre ein absolutes Highlight für den Naturpark, da sind sich Bernhard Studer, der Geschäftsführer des Vereins Region Thal, und ich einig.» Allerdings werde es wohl schwierig werden, das Amt für Raumplanung für dieses Projekt zu gewinnen, bemerkt Born.

Kanton tritt auf die Bremse

Bernhard Straub, Chef vom kantonalen Raumplanungsamt, tritt denn auch nicht wirklich überraschend auf die Euphoriebremse. «Ein Hotel an so einem exponierten Ort mitten in der Landschaft dürfte kaum eine Chance auf eine Bewilligung haben», sagt er. Zum Projekt selbst wollte sich Straub nicht näher äussern.

Dies sei erst möglich, wenn Fakten auf den Tisch gelegt würden. Bis jetzt gebe es nur eine eher diffuse informelle Anfrage, die vor über einem Jahr über die kantonale Wirtschaftsförderung eingereicht worden sei. «Wir haben damals vorgeschlagen, zuerst einmal leer stehende Gebäude im Naturpark Thal auf ihre Eignung für ein allfälliges Hotel zu prüfen.» Seither herrsche Funkstille.

Frühere Projekte von Fredy Grimm

Seit rund 35 Jahren sorgt Fredy Grimm immer wieder mit regionalen Ideen für Schlagzeilen. So machte er sich bereits Anfang der 1980er-Jahre stark für Projekte, mit denen er dem Thal im Allgemeinen und seiner Wohngemeinde Welschenrohr im Speziellen Impulse vermitteln wollte.

Beispielsweise als Initiant für einen Balmbergtunnel als Entlastungsmassnahme gegen den befürchteten Schwerverkehr im Zusammenhang mit dem Ausbau der Thalstrasse zur Transjurane (Anschluss des Kantons Jura an das Nationalstrassennetz).

Oder mit der Idee, den Raum Welschenrohr als Naherholungsgebiet zu fördern mit der Schaffung eines Campingplatzes mit Stellplätzen für Wohnwagen, Wohnmobile und kleine Bungalows.

Doch weder der Balmbergtunnel noch der Campingplatz kamen zustande. Erfolgreich war und ist Fredy Grimm hingegen als Geschäftsmann mit seiner 1990 gegründeten Grico-Druck AG in Welschenrohr. (bn)

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