Zukunfts-Projekte

Naturpark Thal setzt drei Vorhaben für mehr Mobilität um

Markus Schindelholz (l.) und Thomas Schweizer in einem der Co-Working-Spaces in der Naturpark-Infostelle

Markus Schindelholz (l.) und Thomas Schweizer in einem der Co-Working-Spaces in der Naturpark-Infostelle

Drei konkrete Vorhaben zur Verbesserung der Mobilität im Thal werden umgesetzt: Ein Co-Working Space, eine Mitfahr-App und Velostationen für eine kommende Schnellbuslinie.

Im vergangenen Mai startete der Naturpark Thal mit der Arbeitsgruppe Raum das Programm «RegioMove» des Büros für Mobilität Bern. Am Informationsanlass in Laupersdorf nahmen rund 40 Personen aus den Thaler Gemeinden teil, um mögliche Zukunftsszenarien für den individual- und den öffentlichen Verkehr zu diskutieren.

Nach zwei Workshops legt der Ausschuss Mobilität der Arbeitsgruppe Raum (siehe Kontext) nun drei konkrete Zukunfts-Projekte vor. «Aus der Startveranstaltung wussten wir, welche Themen Prioritäten haben sollen», sagt Markus Schindelholz, Vorsitzender des Ausschusses Mobilität und im Hauptberuf Geschäftsführer der OeBB.

«Was konkret und zeitnah umgesetzt werden kann, wollten wir sofort angehen; Langfristiges aber nicht aus den Augen verlieren.» Er fasst zusammen: «Wir stehen derzeit vor zwei Herausforderungen, die bedingen, dass rasch Projekte umgesetzt werden. Der Ausbau des Bahnhofes SBB in Oensingen und die damit verbundenen Begleitmassnahmen; sowie die Schliessung des Weissensteintunnels während der Sanierung und dessen Begleitmassnahmen

Arbeiten vor der Haustüre

Als erstes nun ausgearbeitetes Projekt stehen ab sofort in der Geschäftsstelle des Naturpark Thal ein Co-Working-Space mit vier vollausgerüsteten Büroarbeitsplätzen zur Verfügung. Das Arbeiten im Thal soll dadurch gefördert und Pendelwege reduziert werden. Thomas Schweizer, Projektleiter beim Naturpark Thal erklärt: «Die Plätze können tage- oder wochenweise gemietet werden. Ein Schnuppertag ist kostenlos.

Ein einzelner Tag kostet 30 Franken, ein Tag pro Woche 100 Franken im Monat.» Damit sollen Arbeitsmöglichkeiten quasi vor der Haustüre angeboten werden, denn die beiden wissen: «Home-Office ist manchmal nicht die richtige Alternative, dem Pendlerverkehr auszuweichen. Oft braucht man das professionelle Umfeld, gerade auch, wenn man als Einmann-Betrieb arbeitet.» Co-Working Spaces sind da genau richtig. «Wir könnten uns vorstellen, in Zukunft auch Vermittlungsstelle für weitere solche Räume im Thal zu werden», sagt Schweizer, denn er weiss, dass es in der Region weitere mögliche Räume gibt.

Angebote zum Mitfahren machen

Ein zweites Zukunftsprojekt, welches nun zügig angegangen werden soll, ist die Entwicklung einer Mitfahr-App für Thaler Pendler. «Die Idee stammt aus der Gemeinde Welschenrohr, die aufgrund der Weissensteintunnel-Sanierung sehr an einem entsprechenden Angebot für die Bevölkerung interessiert ist», führt Schindelholz aus. «Die Frage, wie die Auslastung von Personenwagen gesteigert und damit der Verkehr reduziert werden kann, gehört zu den dringendsten Anliegen der Mobilität der Zukunft», sagt Schweizer.

Es gebe bereits verschiedene Mitfahr-Apps auf dem Markt, doch noch sei für das Thal nicht die Richtige gefunden, respektive adaptiert worden. Zwei wichtige Fragen seien zu klären: Wer mitgenommen werden will und wer ein Mitfahren anbietet, soll sich vorher kennenlernen können. Und es soll eine Entschädigungsregelung geben.

Schweizer: «Derzeit läuft die Evaluierung. Wir gehen davon aus, dass wir im zweiten Quartal des nächsten Jahres eine entsprechende App anbieten können.» Schindelholz sagt, dass aus seiner Sicht diese Mitfahr-App keine Konkurrenz für den öffentlichen Verkehr darstelle. «Es geht in erster Linie darum, den Verkehr zu reduzieren und die Transportzahl pro Auto von heute 1,1 Personen zu erhöhen.»

Eine Schnellbuslinie durchs Thal

Das dritte Vorhaben ist zweiteilig und tangiert den Veloverkehr und den öffentlichen Verkehr. «Wir stellen fest, dass die sogenannte ‹letzte Meile› in unserer Region ein Problem darstellt, weil die Siedlungen sehr weitläufig sind», erklärt Schweizer. Wie kommt also ein Pendler am schnellsten von seinem Wohnhaus zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof? «Immer mehr nutzen dafür ihr Velo», sagt Schindelholz.

«Am OeBB-Bahnhof Balsthal und in der Thalbrücke stellen wir eine unglaubliche Velo-Zunahme fest». Deshalb sei es wichtig, hier wettergeschützte und sichere Abstellplätze zu installieren. «Aber auch in allen den anderen Thaler Gemeinden soll die Velofahrt zum Bus dank sinnvollen Veloabstellplätzen gefördert werden», begründet Schweizer. Umso mehr der Kanton solche Projekte mit bis zu 50 Prozent mitfinanziere.

Gleichzeitig soll eine PostAuto Schnellbuslinie während der Sanierung des Weissenstein-Tunnels lanciert werden. Damit ist gemeint, dass ein eigentlicher Pendler-Bus während bestimmten Zeiten lediglich auf der Thalstrasse unterwegs ist und die Haltestellen in den Dörfern zum Teil nicht anfährt.

«Wir stellen uns vor, dass die Pendler per Velo von ihrem Haus zur Busstation im Dorfzentrum oder zu den Busstationen an die Thalstrasse fahren, wo sie ihr Gefährt sicher deponieren können.» Schindelholz wie auch Schweizer wünschen sich, dass die schnellere Bus-Verbindung auch nach der Sanierung des Weissensteintunnels beibehalten oder sogar noch ausgebaut werden kann und damit den Individualverkehr aus und ins Thal zu reduzieren.

Und es gibt noch mehr Zukunftsprojekte, die mittelfristig angeschoben werden sollen: ein attraktiverer Veloweg durchs Thal und Elektro-Tankstellen.

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