Mitfahrplattform

Naturpark Thal ortet grosses Potenzial im Hitchhike-Projekt

Die Initianten wollen mit dieser Plattform der prekären Stausituation in der Klus entgegenwirken.

Die Initianten wollen mit dieser Plattform der prekären Stausituation in der Klus entgegenwirken.

Vor rund einem halben Jahr lancierte der Naturpark Thal das Hitchhike-Projekt. Dieses stösst im Thal auf Akzeptanz. Was die Mitfahrplattform bewirkt, lässt sich noch nicht sagen.

Möglichst viele graue Punkte sollen es sein. Sie zeigen an, wie viele Nutzer sich auf der Mitfahrplattform Hitchhike registriert haben.

Ein halbes Jahr ist verstrichen, seit der Naturpark Thal das Hitchhike-Projekt ins Thal brachte. Nach Luzern und Zug war es die dritte Region, die auf das Start-up von einer Gruppe Ingenieure der Hochschule Luzern setzte. Seither hat der Naturpark Thal einen veritablen Kommunikationsmarathon hinter sich: Er war bestrebt, die Plattform bei der Bevölkerung bekanntzumachen. «Hitchhike ist im Thal bekannt und verfügt über eine gute Akzeptanz», zieht Projektleiter Thomas Schweizer Bilanz.

Aber wie lässt sich der Projekt-Erfolg messen? Abgesehen von den grauen Punkten, welche die Anzahl der registrierten Nutzer anzeigen, eben kaum. «Wir werden nie sagen können, jetzt haben wir 500 Fahrten ermöglicht», sagt Schweizer. Zählen lässt sich nur die Anzahl «Matches». Will heissen: Wie oft kam es zu einem Austausch der Kontaktdaten zwischen den Nutzern. Ob dies dann effektiv zu einer Fahrgemeinschaft führt, wird nicht über Hitchhike erfasst. Genauere Erkenntnisse über den Projektstand erwartet der Naturpark im Sommer. Dann liegt eine Auswertung der Hochschule Luzern vor. In dieser werden verschiedene Carpooling-Plattformen europaweit analysiert.

Die elf Hitchhike-Treffpunkte im Thal plus Oensingen im Online-Tool (in Gelb)

Die elf Hitchhike-Treffpunkte im Thal plus Oensingen im Online-Tool (in Gelb)

Welschenrohrs Idee eines «Mitfahrbänkli»

Das Potenzial ist von Hitchhike gross, dass es mithelfen kann, im Thal Mobilitätsprobleme zu lösen. Der Fakt, dass in der Schweiz im Pendlerverkehr durchschnittlich 1,1 Personen ein Fahrzeug belegen, wirkt sich in der engen Klus zu Spitzenzeiten in jeweils langen Staus aus. Hitchhike soll helfen, die Auslastung im Privatverkehr zu verbessern. Fahrgemeinschaften sollen nicht nur den Stau, sondern auch CO2-Emissionen reduzieren und ermöglichen eine Kosteneinsparung. Die Verkehrssituation im Thal wird zusätzlich strapaziert, wenn der Weissensteintunnel ab Juni 2021 während 18 Monaten saniert wird und gesperrt bleibt. «Bis die Tunnelsanierung ansteht, kann sich die Plattform einspielen», sagt Schweizer.

Im Jahr 2018 hatte die Gemeinde Welschenrohr die Idee, ein «Mitfahrbänkli» oder eine eigene Mitfahr-App einzurichten. Zur gleichen Zeit fand in Laupersdorf ein Regiomove-Workshop vom Büro für Mobilität statt. Dabei ergab sich, dass im Thal eine Nachfrage nach Mitfahrangeboten besteht, wie Schweizer berichtet. Der Naturpark erarbeitete anschliessend mit dem Thaler Mobilitätsausschuss eine Lösung für die gesamte Region. Auch in der breiten Öffentlichkeit findet das Projekt grossen Rückhalt. So kann der Naturpark Thal dank zahlreicher Sponsoren und Unterstützung der Gemeinden das Projekt selbsttragend finanzieren.

Schwachpunkt: Die spontanen Fahrten

Auch Projektleiter Schweizer hat sich auf der Plattform registriert. Für seine Fahrten von Basel nach Balsthal, die er heute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegt, habe er aber noch keine Fahrgspänli gefunden. Das Mitfahrangebot auf Hitchhike konzentriert sich derzeit vor allem auf den Raum Thal bis in die Städte Olten und Solothurn. «Die Plattform kann am Ende nur durch Nutzer angekurbelt werden», sagt Schweizer. «Je mehr Personen ihre Fahrten auf Hitchhike ausschreiben, desto grösser ist die Chance für alle, eine passende Fahrgemeinschaft zu finden.» Spontane Fahrten vermag das Hitchhike-System derzeit nicht wunschgemäss abzudecken. Für diesen Schwachpunkt müsse noch eine Lösung gesucht werden, so Schweizer. Eine Nutzerin gab in einem Probanden-Interview etwa an: «Aufgrund meiner Arbeit muss ich flexibel bleiben und kenne die Zeit meiner Rückfahrt oft erst kurzfristig.»

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