Naturkosmetik
Natürlich schön – mit Thaler Produkten

Naturkosmetik ist ein wachsender Trend und wird auch in der Region produziert. Die Sonnengold-Produkte aus Aedermannsdorf zum Beispiel.

Rebekka Balzarini
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Brigitta Röösli-Huber (Mitte) und ihre Tochter Rahel (rechts) vom Sonnehuus Aedermannsdorf erklären der Redaktorin Rebekka Balzarini (links) wie die Sonnengold-Produkte funktionieren.

Brigitta Röösli-Huber (Mitte) und ihre Tochter Rahel (rechts) vom Sonnehuus Aedermannsdorf erklären der Redaktorin Rebekka Balzarini (links) wie die Sonnengold-Produkte funktionieren.

Bruno Kissling

Die Haut so pflegen und schützen, dass sie sich selber regeneriert: Das ist das Ziel der Sonnengold-Produkte, die in der gleichnamigen Manufaktur in Aedermannsdorf hergestellt werden. Schon seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Brigitta Röösli-Huber mit Hautpflege.

Bei der Arbeit als Pflegefachfrau im Spital fiel ihr damals auf, dass viele Patienten Hautprobleme hatten. Sie vermutete als Ursache dahinter den regelmässigen Gebrauch von Seife und aggressiven Salbenzusätzen und fing fortan an, ihre eigenen Pflegeprodukte zu entwickeln.

Info: Naturkosmetik

Der Markt für Naturkosmetik in der Schweiz wächst. Es gibt allerdings keine einheitliche rechtliche Definition dafür, was «Naturkosmetik» genau auszeichnet.

Als Naturkosmetik werden Produkte bezeichnet, die aus «natürlicheren» Rohstoffen hergestellt sind als herkömmliche Kosmetika. Grundsätzlich gilt, dass bei Naturkosmetik darauf geachtet wird, dass die Inhaltsstoffe mineralischer, tierischer oder pflanzlicher Herkunft sind.

Die wichtigsten Stoffe sind Öle wie Mandelöl oder Olivenöl, Fette wie Sheabutter und Kakaobutter und Wachse wie Bienenwachs oder Beerenwachs, Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone und synthetische Duftstoffe werden nicht verwendet.

Da es keine einheitlichen Regeln für Naturkosmetik gibt, existieren verschiedene Gütesiegel. Diese werden auf Basis regelmässiger Prüfungen vergeben, die Prüfungskriterien unterscheiden sich aber teilweise erheblich.

«Mein erstes Produkt war ein Reinigungskonzentrat», erinnert sie sich. Dafür schaute sie den Spitalapothekern über die Schultern und setzte sich mit Chemikern zusammen. «Damals war ich überzeugt, dass bestimmte Inhaltsstoffe in einigen Pflegeprodukten bald verboten werden», erinnert sich Brigitta Röösli-Huber.

Möglichst biologisch und regional

Fast 30 Jahre später sind die laut Röösli-Huber schädlichen Inhaltsstoffe immer noch in herkömmlichen Produkten enthalten. Darum hat sie ihre eigenen Alternativen dazu entwickelt. Im Sonnehuus in Aedermannsdorf stellt sie zusammen mit ihrem Team Naturkosmetik her. Sie verwendet dabei möglichst viele biologische Produkte aus der Region. «Immer ist das allerdings nicht möglich», bedauert sie. Etwa Avocado-Öl sei im Thal natürlicherweise nicht vorhanden. «Aber bei Heilpflanzen und Blumen ist es einfach, sie in der Nähe zu finden».

Das spezielle an Sonnengold-Produkten sei, dass sie ohne Konservierungsmittel und Emulgatoren auskommen, erklärt Röösli-Huber. Vor allem Emulgatoren seien für die Haut problematisch. Wenn eine Bodylotion Emulgatoren enthalte, dann bleiben diese auf der Haut und verbinden sich mit dem Hautfett.

«Wenn wir später unter der Dusche stehen, dann werden so nicht nur die Emulgatoren, sondern gleich noch unser pflegender Schutzmantel weggespült. Dabei gibt es keine bessere Pflege als das eigene Hautfett». Und sie setzt auf die natürliche Kraft von Pflanzen. «In herkömmlichen Produkten ist Chemie enthalten, die die Wirkstoffe von Pflanzen imitieren. Dabei wäre der natürliche Wirkstoff besser für die Haut».

Kosmetik ist ein Familien-Projekt

An den Gebrauch von Naturkosmetik muss man sich erst gewöhnen. Die Haut braucht Zeit, um sich umzustellen. Das gilt auch für Sonnegold-Produkte, gerade bei der Anwendung. «Die Kunst ist es, nicht zu viel zu benutzen», sagt Röösli-Huber. «Eine Tube Balsam kann mehrere Tuben normaler Creme ersetzen.» Und da die Konservierungsstoffe fehlen, sollte man nicht oder nur beschränkt auf Vorrat einkaufen. Einige Produkte sind sogar im Kühlschrank am besten aufgehoben.

Die Sonnengold-Produkte finden Anklang. Mittlerweile vertreibt die gleichnamige Manufaktur die verschiedenen Artikel in einem Online-Shop, ist immer wieder auf Märkten anzutreffen, wie auch am kommenden Samstag am Naturpark-Märet. Um den Kunden die Vorzüge der eigenen Produkte aufzuzeigen, können sie dort auch einige Produkte ausprobieren, etwa eine Handpflege, wie Brigitta Röösli-Huber erzählt. «Manche Kunden kommen nur deshalb an unserem Stand vorbei», sagt sie.

Neben neuen Kundenkontakten soll in Zukunft auch ein verbessertes Marketing den Verkauf vorantreiben. Dabei hilft die ganze Familie mit: «Unser Sohn hat zum Beispiel ein wunderschönes Sonnengold-Logo entworfen», freut sich Brigitta Röösli-Huber.