Die Projektwoche der Primarschule Neuendorf stand ganz im Zeichen der Natur und der Beziehung zu ihr. Denn, was nicht verstanden wird, kann auch nicht verantwortungsvoll genutzt oder geschützt werden. Dabei gibt es um uns herum so viel Unbekanntes und Spannendes zu entdecken und Sachen, die nicht wahrgenommen werden. So machten sich 47 Kindergärtner, 141 Schüler mit ihren Lehrpersonen und Helfern auf den Weg, stufengerecht die Natur besser wahrzunehmen, etwas über die Nutzungsmöglichkeiten zu erfahren und die Notwendigkeit ihres Schutzes zu erkennen. Fachleute wie Bauern, Jäger, Ornithologen und Naturschützer haben die Kinder während der Woche begleitet und unterstützt.

Bauernhofbesichtigung

Auf dem Hüslerhof in Egerkingen bei Daniela und Ruth Aregger erfuhren die Kinder viel über die Viehwirtschaft, Poulet-Mast, Getreideanbau. Besonders interessant war dabei die Besichtigung der Hühnerhalle mit 11 000 Küken. Ferner wurden den Kindern der Aufbau des Korns, die Mehlsorten, die Produkte aus Mehl, sowie die heimischen Getreidesorten und zu was sie verarbeitet werden gezeigt. Aber auch der Garten und die Felder wurden erklärt.
Konrad Zeltner vom «Natur- und Vogelschutzverein Neuendorf» erklärte den Schülern vieles über den Lebensraum von Vögeln und Pflanzen. Mit Bildern veranschaulichte er die ökologischen Nischen von fünf Meisenarten. Er weckte er grosses Interesse mit den vielen Zusatzinformationen wie Aussehen, Gewicht, Gesang über den Buchfink, den Teichrohrsänger, die Goldammer, den Rotmilan, den Mäusebussard und den Turmfalken.

Bei der 200-jährigen Traubeneiche auf dem Schlosshubel erfuhren die Kinder etwas über die Grösse des Baumes. Es brauchte 6 Kinder, um den Umfang des Stammes messen zu können. Später wurden gemeinsam verschiedenste Waldgegenstände wie Steine, Tannzapfen Moos, Nüsse, besondere Blätter und vieles mehr im Wald gesammelt und zu einem riesengrossen Kunstwerk verarbeitet.

Die Jagdgesellschaften Born, Gäu, Homberg und Neuendorf vom Hegering Olten-Gösgen-Gäu (OGG) vermittelten den Kindern Informationen über die Aufgaben und Pflichten der Jäger. Dazu erklärten sie ihre Utensilien und wie sie zur Anwendung kommen. Die Kinder erfuhren viel Wissenswertes über Wildtiere, Lebensräume und Jagdhunde. Besonders Interesse weckte Jäger und Falkner Urs Jäggi aus Härkingen mit seinem Wanderfalken. Die Kinder waren sichtlich beeindruckt diesen Vogel aus der Nähe betrachten zu dürfen. «Der Wanderfalke erreicht im Sturzflug eine Geschwindigkeit von bis zu 322 km/h. Damit ist er das schnellste Tier der Welt», so Jäggi. Der Wanderfalke schlägt als Beute kleine und mittelgrosse Vögel ausschliesslich im freien Luftraum und ist somit ein hoch spezialisierter Vogeljäger.

An der Abschlussfeier konnten die Arbeiten der Kinder bewundert werden. Eindrücklich war auch die Darbietung von Hans Döbeli mit seinem Labrador-Hund, der nur mit den Zeichen seines Halters gelenkt wurde. Höhepunkt war, als alle Kinder Volkslieder wie «Im Wald», «Old McDonald» oder «Die Vogelhochzeit» anstimmten. So ging die mit einzigartigen Erlebnissen gespickte Projektwoche, die von tollem Wetter begleitet wurde, zu Ende.