Balsthal
Nachwuchs des Jugendblasorchesters bereitet Freude

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 4. Jugendblasorchester-Lagers des Solothurner Blasmusikverbandes begeisterten am Abschlusskonzert in Balsthal.

Hans Blaser
Merken
Drucken
Teilen
Fabienne Lehmann spielt ein Solo auf dem Waldhorn.

Fabienne Lehmann spielt ein Solo auf dem Waldhorn.

Hans Blaser

Die Organisatoren hatten diesmal Mühe, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das vierte Jugendblasorchester-Lager zusammenzubringen. Sie mussten Vereine und Jugendformationen richtiggehend beackern. Schliesslich haben sie dem musikalischen Leiter Niki Wüthrich trotzdem einen ausgeglichenen Klangkörper bereitstellen können. Davon konnte sich das Publikum in Balsthal, schon beim ersten der beiden Konzerte überzeugen lassen.

Niki Wüthrich entschied sich für einen klassischen Beginn mit einem Marsch. Gewählt hat er den «JBW Marsch». Den schrieb Mario Bürki 2009 zum Jubiläum der Jugendband Wegenstettertal. In die gleiche Kategorie der noch jungen, aber bereits arrivierten Komponisten wie Bürki gehört Marco Nussbaumer. In Mümliswil aufgewachsen und dort Dirigent ist er noch näher an der Solothurner Blasmusikszene.

Mit seiner gefälligen «Redwood Ouverture» musste das Orchester sein wirkliches Können offenbaren. Diese Auftragskomposition trägt den Untertitel «Am Rotenbaum». Das ist ein Geländepunkt, wo man eine sensationelle Aussicht auf die Berner Alpen bis zum Mont Blanc haben soll. Dort findet regelmässig ein mehrtägiger Musikanlass statt. Das erklärt die stellenweise dünn instrumentierten Stellen im Werk, die wohl nicht zufällig an Volksmusik erinnern. Nussbaumer ist aber auch Mitglied des Organisationsteams und sass als Trompeter auf der Bühne.

Soloauftritt der Hornistin

Gerade sein klarer und kraftvoller Klang half mit, aus John Powells Musik zu einem US-Computer-Animationsfilm aus dem Jahr 2010 ein Konzerterlebnis zu machen, wie das im Kino nicht möglich ist. Nach diesem «How to train your Dragon» passte Jacob de Haans «Pacific Dreams» hervorragend. Das eröffnete Thiemo Wandel aus Wangen die Möglichkeit zu einem Solo. Das liess sich der junge Oboist nicht entgehen und erledigte seine Aufgabe sicher.

Der deutsche Hornist Franz Strauss (1822–1905) ist heute deutlich weniger bekannt als sein Sohn Richard. Er war eben mehr der Hornist und Musiklehrer und weniger der Komponist. Er hat aber einige Werke hinterlassen, die von den Waldhornisten geschätzt und gespielt werden. Von Waldhornisten können viele Musikvereine nur träumen. Im Orchester hatte es sogar vier. Dazu noch eine Waldhornistin. Sie war es, die mit einem imposanten Soloauftritt einen Höhepunkt schaffte.

Mit dem Opus 13 von eben diesem Strauss «Thema und Variationen» begeisterte Fabienne Lehmann das Publikum. Sie spielt seit neun Jahren bei den Young Harmonists Balsthal. Sie hatte also beim ersten Konzert einen Heimauftritt. Im Publikum sass auch ihr Musiklehrer Andreas Kamber. Angesichts des Schwierigkeitsgrades war er sehr zufrieden mit ihrem Vortrag. Ob sie bei ihm in der Pause bloss Ratschläge oder auch Kritik abholte, wissen nur die
beiden.

Kolumbianische Zwischentöne

Auch im zweiten Konzertteil stand ein Solistenvortrag an. Doch waren es diesmal gleich vier Solisten. Zum Jahr der Klarinette schrieb Mario Bürki ein Solo für Klarinetten-Quartett, das er nicht ohne Grund «Latin Woods» nannte. Die Absicht Bürkis (der eigentlich selber ursprünglich ein Blechbläser ist) war es, die Klarinette von ihrer schönsten Seite zu zeigen.

Er lässt das Quartett, bestehend aus drei Klarinetten in B und einer Bassklarinette über weite Strecken allein agieren. Zeitweise wird es begleitet, gerne von Perkussion, aber gelegentlich auch von Saxofon- oder Trompetentönen – ein Souvenir von seinem Aufenthalt in Kolumbien.

«Skyfall» als zweite Zugabe

Weit besser als das Eröffnungsstück «Sonnentanz» passte «Songs from the Catskills» in den zweiten Konzertteil. In diesem im April 2011 uraufgeführten Werk beschreibt Johann de Meij die Landschaft des Naturschutzreservates Catskill mit dort verbreiteten Klängen, die ihren Ursprung teils in Irland und Schottland haben.

Nicht den beschaulichen Sommernachmittag, an den Markus Götz beim Komponieren gedacht haben will, sondern jugendlichen fast etwas ungestümen Drang vermittelte «Funky Afternoon», mit dem das Programm abschloss. Eine erste Zugabe bot Wüthrich mit einem Stück aus den beiden Ohrwürmern «Pink Panther» und «Flintstones». Den Vorhang fallen liess er schliesslich mit dem James-Bond-Titel «Skyfall».