Wolfwil

Nachsteuern sorgen für guten Abschluss

Klare Sicht auf Wolfwil: Die an der Gemeindeversammlung präsentierte Flugaufnahme vom Dorf wird bestaunt.

Klare Sicht auf Wolfwil: Die an der Gemeindeversammlung präsentierte Flugaufnahme vom Dorf wird bestaunt.

Die Wolfwiler Gemeindeversammlung nimmt den ausserordentlich positiven Rechnungsabschluss erfreut zur Kenntnis. Einnahmen von Nachsteuern im Betrag von rund 1,6 Mio. Franken plus die dazu aufgelaufenen Verzugszinsen hatten zum Ergebnis geführt.

Eigentlich hat Wolfwil seine Finanzen sehr gut im Griff. «Betrachtet man die Rechnung 2014 exklusiv der ausserordentlichen Einnahmen, wäre es ziemlich genau eine Punktlandung mit einer Abweichung von weniger als 1 Prozent gegenüber den budgetierten Werten», stellte Gemeindepräsident Georg Lindemann an der Rechnungsgemeindeversammlung am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle in Wolfwil befriedigt fest.

Der Gemeindepräsident sprach damit auch an, was den finanziellen Abschluss des Jahres 2014 aus dem Gleichgewicht gebracht hatte: Einnahmen von Nachsteuern im Betrag von rund 1,6 Mio. Franken plus die dazu aufgelaufenen Verzugszinsen von rund 420 000 Franken – und das bei einem gesamten Steueraufkommen von rund 7,4 Mio. Franken. Damit ist auch klar, dass sich die Schale des finanziellen Gleichgewichts zugunsten der Einwohnergemeinde gehoben hat. Dennoch hätten sich die Behörden sehr diszipliniert an das Budget gehalten und damit zum Ergebnis beigetragen, wie Finanzverwalterin Jolanda Misteli betonte, als sie die Rechnung präsentierte.

Nahwärmeverbund im Minus

Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings in die durchweg positiven Abschlüsse gefallen. Der Nahwärmeverbund musste einen Aufwandüberschuss von 15 972 Franken ausweisen – wegen des milden Winters 2013, wie Verbundspräsident René Wyss das Ergebnis begründete. Dieses nahmen die 37 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung ebenso diskussionslos zur Kenntnis wie die Resultate der übrigen Rechnungen. Sie genehmigten alle einstimmig. Einstimmmig genehmigt wurden auch die Nachtragskredite im Gesamtumfang von 418 877 Franken.

An der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember 2014 wurde der Finanzplan 2015–2019 vorgestellt. Er habe damals gesagt, es gebe immer wieder Ereignisse, die man nicht voraussehen könne, erinnerte Rolf Kissling-Viehmann, Präsident der Finanzkommission. Er habe damals nicht geahnt, wie schnell sich seine Aussage der Vorsicht bewähren würde, meinte er. Er zeigte die Auswirkungen der ausserordentlichen Nachsteuereinnahmen auf den Finanzplan auf. Klar ist einerseits, dass die Gemeinde die Pro-Kopf-Verschuldung auf einen Schlag um rund tausend Franken reduzieren konnte, und dass dies in Zukunft für die Gemeinde eine geringere Zinsbelastung bedeutet. Andererseits sei im Moment noch nicht zu beziffern, wie sich die neue Situation auf den Finanzausgleich auswirken wird. «Bisher standen wir beim Finanzausgleich auf der Sonnenseite», meinte Rolf Kissling-Viehmann, ab 2017 werde die Gemeinde weniger vom Finanzausgleich profitieren können.»

Unterstützung für Projekt 

Am 18. Januar verabschiedeten sich in Wolfwil Simon Niggli und Christoph Obmascher auf eine Wanderung über 7000 Kilometer nach China, «The walk of our life». Inzwischen haben die beiden die Türkei erreicht. Ihr Vorhaben wird in den Medien mit so grossem Interesse verfolgt, dass Georg Lindemann begeistert feststellte: «Wir werden so zu einem Welt-Dorf.» Er habe von den beiden Wanderern vor ein paar Tagen eine Karte erhalten, mit der sie sich für die grosse Anteilnahme bei der ganzen Gemeinde bedankten.

Mit ihrem Marsch sammeln Simon Niggli und Christoph Obmascher für ein Schulprojekt in Vietnam. Der Kredit für das Abschiedsfest für die beiden in Wolfwil wurde nicht ausgeschöpft. Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinde haben gemeinsam beschlossen, den nicht verwendeten Betrag von 1200 Franken an das Projekt in Vietnam zu spenden, wie der Gemeindepräsident bekannt gab.

Zum Schluss der Gemeindeversammlung präsentierte der Gemeindepräsident eine Flugaufnahme, die die Gemeinde machen und als Bild aufbereiten liess. Das Bild soll in der Pfarrschür einen würdigen Platz finden.

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