Härkingen
«Nachfrage übersteigt das Angebot»: Hotel in der Gärtnerei soll erweitert werden

Das Bed & Breakfast-Hotel in der ehemaligen Gärtnerei in Härkingen soll wegen hoher Auslastung erweitert werden. Deshalb wollen Ernst und Rita Studer ein angrenzendes Gewächshaus umnutzen.

Erwin von Arb
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Alte Gärtnerei Härkingen B&B Härkingen
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Die lichtdurchflutete Lounge im ehemaligen Tropenhaus
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Die Zimmer im bestehenden Hotel sind 16 m2 gross.

Alte Gärtnerei Härkingen B&B Härkingen

Bruno Kissling

Vor rund vier Jahren entstand in Härkingen auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Studer das bisher in der Schweiz einzige Hotel, dessen Zimmer und Lounge in einem gläsernen Treibhaus untergebracht sind. «Wir hätten diese Idee schon früher umsetzen sollen», sagen die Intianten Ernst und Rita Studer mit Verweis auf den sehr gut laufenden Hotelbetrieb. Die insgesamt acht Zimmer des Bed & Breakfast-Hotels seien unter der Woche jeweils bis zu 85 Prozent ausgebucht, berichtet das Ehepaar. Das Spektrum der Gäste reicht vom CEO über IT-Leute bis hin zu Monteuren. Von den aus bis zu neun Ländern stammenden Gästen kommen die meisten aus Deutschland. Die Aufenthaltsdauer beträgt im Schnitt zwei Tage. Geschätzt werde von den Gästen neben der guten Verkehrslage die aussergewöhnliche Atmosphäre im lichtdurchfluteten Gewächshaus, sagt der 60-jährige Hotelier Ernst Studer.

Kapazitätsgrenze erreicht

Rund 50 Prozent der Hotelgäste sind inzwischen zu Stammkunden geworden und auch in Bezug auf die Buchung melden sich oft bekannte Firmen, um für ihre Mitarbeiter Zimmer zu buchen. In letzter Zeit mussten Studers aber wegen der hohen Auslastung immer wieder Buchungen absagen. Deshalb fassten Ernst und Rita Studer den Entschluss, das Zimmerangebot des Hotels zu erweitern. Zu diesem Zweck soll das auf der Südseite an das Hotel angrenzende Gewächshaus umgenutzt werden. Auf der rund 1038 m2 grossen Fläche könnten bis zu zehn neue Zimmer gebaut werden. Ernst Studer spricht derweil von vorerst sechs bis sieben neuen Gästezimmern. Diese sollen mit rund 20 m2 um 4 m2 grösser ausfallen als die acht bestehenden Zimmer.

Äusserlich wird das Gewächshaus durch den Ausbau des Hotels keine Änderung erfahren. Auch muss kaum mit Mehrverkehr gerechnet werden, weil die Hotelgäste in der Hauptsache am Abend um 17 Uhr ihre Zimmer beziehen und jeweils am Morgen um etwa 8 Uhr abreisen. Der vormalige Gärtnereibetrieb habe ein mehrfaches an Verkehrsbewegungen ausgelöst, wie Ernst Studer bemerkt. Nicht ausgebaut werden muss das Parkplatzangebot, welches mit 20 Parkfeldern für die künftig bis zu 18 Hotelzimmer ausreichend ist.

Umzonung in Kernzone

Bevor ans Bauen gedacht werden kann, muss zuerst noch eine Umzonung vorgenommen werden. Das für die Erweiterung vorgesehene Gewächshaus befindet sich nämlich gemäss rechtsgültigen Bauzonenplan noch immer in der «Gewerbezone Gärtnerei». Die ersten Schritte für die Umzonung dieses Areals in die Kernzone sind bereits erfolgt. Unterstützt wird eine solche Umzonung auch vom Gemeinderat Härkingen. Dies auch mit Blick auf das im April 2016 von der Härkinger Bevölkerung bewilligte Leitbild, welches eine Belebung des Dorfzentrums vorsieht.

Damit die Erweiterung des Hotels möglichst rasch erfolgen kann, hat die Gemeinde die Teilzonenplanung «Umnutzung Gärtnerei» der aktuell laufenden Gesamtrevision der Ortsplanung vorgezogen und zuhanden der kantonalen Vorprüfung verabschiedet. Positiv zum Projekt und zur Umzonung Stellung genommen hat auch das kantonale Amt für Raumplanung.

Öffentliche Mitwirkung läuft

Der Teilzonenplan «Umnutzung Gärtnerei» sowie der dazu gehörende Raumplanungsbericht können noch bis zum 16. Mai im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung auf der Gemeindeverwaltung in Härkingen eingesehen werden. Bis zum selben Datum können ebenfalls auf der Gemeindeverwaltung schriftliche Eingaben eingereicht werden. Im Anschluss wird die öffentliche Auflage des Teilzonenplans erfolgen. Vorbehaltlich der Genehmigung durch den Regierungsrat wird der Baubeginn frühestens im Herbst 2019 erfolgen, wie Ernst Studer bemerkt.

In der Zwischenzeit werden sich Ernst und Rita Studer wie gewohnt ihren Gästen widmen, was beiden grossen Spass bereitet, wie sie versichern. Deshalb mache es ihnen auch nichts aus, jeden Tag um 5 Uhr morgens aufzustehen, um ein reichhaltiges Frühstück vorzubereiten. Die ersten Hotelgäste würden um 6 Uhr frühstücken. «Mir bereitet das keine Mühe», sagt Ernst Studer. Kraft schöpfe er aus der Zufriedenheit, welche ihm die Arbeit als Gastgeber vermittle.

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