Oensingen
Nachfrage nach Schokoladenhasen nimmt ab

In der Bäckerei-Konditorei Knaus in Oensingen werden die Schokoladen-Osterhasen noch in reiner Handarbeit hergestellt. «Die Nachfrage nach Schokoladen-Osterhasen nimmt seit Jahren stetig ab», sagt Inhaber Christian Lanz.

Erwin von Arb
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Eine Form wird mit 33 Grad Celsius warmer Couverture ausgegossen.
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Schoko-Hasen-Produktion in Oensinger Bäckerei Knaus
Dekorelemente aus Schokolade und Marzipan entstehen.
Vor und während der Osterfeiertage werden auch Osterhasen aus Hefeteig (Bild) oder Biskuitteig in der Knaus-Backstube hergestellt.
Christian Lanz im Laden der Bäckerei-Konditorei Knaus vor handgemachten Osterhasen und Schokoladeneiern.

Eine Form wird mit 33 Grad Celsius warmer Couverture ausgegossen.

Bruno Kissling

«Von den Schokoladen-Osterhasen allein könnten wir nicht leben», sagt Christian Lanz, Inhaber der Bäckerei-Konditorei Knaus und des gleichnamigen Cafés in Oensingen. Das sei aber noch lange kein Grund, auf diese schöne Tradition zu verzichten. Diese werde von der Kundschaft geschätzt und sei für die Lehrlinge im Betrieb eine wertvolle Bereicherung in der Ausbildung. «Die Herstellung von Hasen gehört auch zu den Dingen, die den Beruf des Bäckers-Konditors zu etwas Besonderem machen», sagt der 55-Jährige.

Das findet auch die Auszubildende Chantal Stampfli, die in der Backstube ihren Chef und Lehrmeister Hans Hirschi bei der Fertigung eines Osterhasen assistiert. Bei Knaus werden diese noch von Hand gefertigt. Die 17-jährige Lehrtochter im zweiten Ausbildungsjahr hat Freude an dieser kreativen Arbeit. Sie mache ihren Beruf interessant und abwechslungsreich.

Für die Herstellung der Osterhasen wird hellbraune, dunkelbraune und weisse Couverture verwendet. Letztere dient oft dekorativen Zwecken, etwa für die Augen oder die Ohren der Osterhasen. Beim Ausgiessen der Formen sollte die flüssige Schokolade eine Temperatur von 33 Grad Celsius haben, um optimale Ergebnisse zu erzielen, wie Hirschi verrät. Mit feinen Stockschlägen auf die Form sorgt der erfahrene Berufsmann nicht nur für eine optimale Verteilung die Couverture. «Ich kann auch hören, ob die Schokoladenschicht dick genug ist.» Der Boden wird übrigens in einem separaten Arbeitsgang gefertigt.

Etwa 1500 Hasen stellt das 12-köpfige Knaus-Team mit vier Lehrlingen in der Backstube alljährlich auf diese Weise her. Form und Grösse sind unterschiedlich. Die Palette reicht vom 30 Gramm leichten Osterhäschen bis hin zum 1,8 Kilogramm schweren Stehhasen. Nicht nur die Nachfrage nach solchen «Schwergewichten» hat in den letzten Jahren stetig abgenommen, wie Lanz erwähnt.

Der Verkauf von Osterhasen sei allgemein rückläufig. Gründe dafür seien wohl, dass sich die Tradition, an Ostern gefärbte Eier und Osterhasen zu verschenken, in den letzten Jahren stark gewandelt habe. «Heute werden bei uns für die Osterfeiertage immer öfter auch dekorativ verpackte Pralinen oder Konfekt bestellt oder im Laden verkauft. Zudem sei ihm aufgefallen, dass viele Leute über Ostern in den Ferien weilten. «Das spüren wir natürlich.»

Die Daheimgebliebenen finden aber noch immer zahlreich genug den Weg in die Bäckerei-Konditorei Knaus, um dort etwas für das Osternest ihrer Lieben zu erstehen. Wer sich für einen der handgemachten Osterhasen entscheidet, muss dafür zwar etwa mehr bezahlen als beim Grossverteiler, bekommt aber mit Sicherheit ein Unikat. «Bei uns ist kein Hase wie der andere, jeder ist für sich ein Meisterwerk», so Lanz.