Alpenblick Ramiswil
Nachfolge gefunden: Gasthaus hat wieder seinen Betrieb aufgenommen

Das Restaurant Alpenblick ist seit einiger Zeit in neuen Händen und wartet mit Neuigkeiten auf.

Alois Winiger
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Der «Alpenblick» bietet Neues: In den Sommermonaten ist er täglich offen; für die Töff-Fans ist in einem Nebengebäude die Biker’s Lounge geschaffen worden.

Der «Alpenblick» bietet Neues: In den Sommermonaten ist er täglich offen; für die Töff-Fans ist in einem Nebengebäude die Biker’s Lounge geschaffen worden.

zvg

Die Strecke über den Passwang ist steil und kurvenreich. Oben beim Restaurant Alpenblick angelangt, kann man sich einer herrlichen Aussicht erfreuen. Symbolisch gesehen passt dies zu jener Zeit, nachdem Maria Halbeisen-Jeker, damalige Besitzerin des Restaurants und der Liegenschaft, im Oktober 2013 ihre langjährige und erfolgreiche Zeit als Wirtin beendet hatte. Lange war alles andere als sicher, dass das Restaurant je wieder öffnen wird, denn es war niemand für die Nachfolge in Sicht (wir berichteten mehrfach).

Ohne viel Aufhebens hat aber das Gasthaus wieder seinen Betrieb aufgenommen. Dies bereits vor gut einem Jahr. Und es ist neuerdings erst noch von April bis Ende Oktober jeden Tag offen. Das neue Team und die neue Besitzerin, die Alpenblick Passwang AG, haben sich aber erst jetzt verlauten lassen. «Wir wollten zuerst richtig starten, erste Erfahrungen sammeln und schauen, wie es läuft», begründet Georg Schellenberg die Zurückhaltung. Er führt das Team und hat auch die Aktiengesellschaft auf die Beine gestellt. Bis es allerdings so weit war, waren hohe Hürden zu nehmen, die höchste war die Finanzierung.

Neu in der Branche

Wie kam Georg Schellenberg überhaupt dazu, sich für den «Alpenblick» einzusetzen und dort nun auch noch zu wirten? Er wohnt seit 2005 in Oensingen, ist Inhaber eines Treuhandbüros, Gemeinderat und immerhin bereits 74-jährig. «Ich habe immer wieder etwas angepackt und lerne gerne Neues, das haltet mich fit», antwortet Schellenberg. «In der Gastrobranche fehlte mir bis jetzt lediglich die Praxis.» Was und wie es darin laufe, kenne er dagegen als Treuhänder vieler Betriebe schon seit Jahrzehnten. «Ich weiss, wo die Schwachpunkte sind und wo Fehler gemacht werden. Jetzt habe ich die Chance, es besser zu machen.» Als Treuhänder lernte Schellenberg denn auch den «Alpenblick» kennen. Als sich herausstellte, dass Maria Halbeisen-Jeker aufhören wollte, keine Nachfolge in Sicht war und die Liegenschaft möglicherweise an jemanden verkauft werden soll, der den Restaurantbetrieb aufgeben wollte, habe er gedacht: «Das darf nicht sein.» Zusammen mit Werner Käser, Berater in der Gastrobranche, suchte Schellenberg nach Lösungen. Der erste Anlauf scheiterte: Es sollte mit Leuten und Firmen aus der Region eine Aktiengesellschaft gegründet werden, welche die Liegenschaft kauft und an einen Betreiber verpachtet. Für diese Idee gabs viel Zuspruch und Lob – aber niemand wollte eine Aktie zeichnen. Schellenberg, vom Potenzial des «Alpenblicks» überzeugt, entschloss sich für den Alleingang. «Dass es nicht einfach sein wird, wusste ich natürlich. Aber mit dermassen vielen, und vor allem hohen Hürden, wie sie bei Behörden und Banken zu überwinden waren, habe ich nicht gerechnet.»

Hotelzimmer und Biker’s Lounge

Aufgegeben wurden erste Pläne, den «Alpenblick» das ganze Jahr über täglich offen zu halten. Realistisch sei dies von Anfang April bis Ende Oktober, glaubt Schellenberg. Über die Wintermonate ist jeweils von Freitag bis Sonntag offen, auf Anfrage für grössere Anlässe auch unter der Woche. Das Restaurant und der Saal mit 60 Plätzen wurden aufgefrischt und Leerraum zu vier Hotelzimmern ausgebaut – in Eigenleistung, Schellenberg mutiert da jeweils zum Handwerker. Die Nachfrage fürs Übernachten sei da. Und weil die Passwangstrasse bei den Töff-Fahrern sehr beliebt ist, lädt der «Alpenblick» neu in die Biker’s Lounge ein. Sie ist ausgerüstet mit einem grossen Fernseher, bei dem der Sportkanal eingeschaltet ist. Vorzugsweise sind Motorrad- und Autorennen zu sehen.

Georg Schellenberg ist optimistisch, dass das Gasthaus gut in Fahrt kommt. «Aber es braucht noch einiges. Wir müssen es in einem noch weiteren Umkreis als Ausflugsrestaurant bekannt machen», sagt er. Dabei denke er vorab an die nördliche Schweiz, denn 60 bis 70 Prozent der Kundschaft stammten von ennet dem Passwang.

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